Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

18i~ ka. J We- | rch er- and W i erg LEr Jol- Nin- Vir- :! Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck lie- hen als upt- den inst hen jied- iker der dat: | Bus Rau- K | nächst darauf hin, daß die Lübecker ein erst den scht der ster Wie- ihre sche n Er- Tag ihri- 18ik- War- t ist. Noti- Iusi- kon- >rten Ada- amm enen Itur- Ster- 18LE- Ausi- , ein „ippe 997/18 HBildungsnotstand? Wie Podiumsdiskussion „Zukunft der Lü „Die Lübecker Stadtbibliothek wird zu ihrem 375-jährigen Jubiläum mit Einsparungskorderungen in Millionen- | höhe bis zum Jahr 2000 konkrontiert“, | so der Verein der Freunde der Stadtbi. bliothek. Und: Die Realisierung eines derartigen Sparvolumens würde zu ei- ner drastischen Einschränkung des Dienstleistungsangebotes der Biblio- thek führen, so die eventuelle Schlie- ßung von Zweigstellen und Reduzie- rung von Ofkknungszeiten und des Medi- enangebots, und die bibliothekarische Grundversorgung - insbesondere im Bereich Aus- und Fortbildung - massiv gefährden. Im voll gefüllten Scharbau-Saal det diskutierten am 24. Oktober unter der Moderation von dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde der Stadtbibliothek Hans-Erich Böttcher vier „Bibliotheks- nachfragende“’ und vier „Bibliotheksan- bietende“ auf dem Podium unter späte- rer Einbeziehung des gut besetzten Ple- nums über die Probleme der Bibliothek. Die Nutzenden Die Schülerin Julia Wock wies zu- Stadtbibliothek für die Schulbesuchen- den wichtig wäre, da die Schulbüche- reien nicht ausreichend seien. Bastian Mathes. Schüler ebenfalls der Ober- schule zum Dom, forderte, die Zentral- stelle und die Zweigstellen der Stadtbi- bliothek keinen Einschränkungen zu unterwerfen. Die Bedeutung der Aktua- lität der juristischen Fachliteratur hob der Jurist Jörn Schuppenhauer hervor; das Bemühen um ein hohes Niveau sei in der Bibliothek vorhanden, der Aus- leihbestand würde aber dünner, und kürzere Offnungszeiten würden den Zu- gang behindern - nicht alle Fachzeit- schriften und Loseblattsammlungen könnten aber von jedem Interessierten gehalten werden. Als Wissenschaftler pries Professor Dr. Volker Scherliess von der Musikhochschule Lübeck die hervorragende Sammlung der Musikab- | teilung der städtischen Bibliothek; die alten Bestände seien auch für die Mu- sikstudierenden notwendig - überhaupt sei die ganze Stadtbibliothek mit ihren Räumen und Beständen ein Teil des Weltkulturerbes: Sparen bei dieser Bi- bliothek wäre so, als würde man einen Turm der Marienkirche abreißen, um billiges Baumaterial zu gewinnen. Lübeckische Blätter 1997/18 Die Anbietenden Die Förderung des Büchereiwesens habe Landesverfassungsrang, erklärte Ministerialdirigent Dr. Rolf-Peter Carl vom Ministerium für Bildung, Wissen- schaft, Forschung und Kultur des Lan- des; er forderte eine Orientierung der Bibliothek an den Wünschen der Nut- zenden, an den besonderen Bedürfnis- sen einer jeden Stadt, ein eigenes Profil für jede Bibliothek, eine Kostenorien- tierung, den Nachweis, daß man besser sei als andere. Für die Hansestadt Lü- beck machte die Leiterin des Amts für Kultur Dr. Ada Kadelbach deutlich, daß die Bibliothek ein hoher Faktor in der Stadt sei, und betonte, daß jeder Mensch das Recht auf Bildung habe; die Stadtbibliothek werde nicht mehr zur Kasse gebeten als andere Einrich- tungen auch - die Stadt wende zur Zeit rund 5 Millionen Mark jährlich für die Bibliothek auf, Einsparungen würden sich keinesfalls auf die Neuanschaffun- gen auswirken. Die Possehl-Stiftung habe in den letzten 5 Jahren eine Mil- lion Mark für die Stadtbibliothek zur Verfügung gestellt, erläuterte Dr. Hans Bode für die private Stiftung; sie werde die Einrichtung auch weiterhin fördern. Der Direktor der Bibliothek der Hanse- stadt Lübeck Dr. Jörg Fligge wies in der Podiumsrunde schließlich darauf hin, daß schon bisherige Einsparungen we- gen des daraus entstandenen Personal- abbaus zu kürzeren Öffnungszeiten und zur Schließung von Zweigstellen ge- kührt hätten - das angedachte Sparvolu- men von 500 000 Mark bedeute massive weitere Eingriffe in die Erledigung der Aufgaben der Bibliothek, es bestehe aber eine Solidaritätspflicht gegenüber Schulbesuchenden, Studierenden, Per- sonen im Referendariat; die Stadtbi- bliothek hat nach seiner Ansicht als öf- fentliche Bibliothek ein individuelles Profil - er sprach sich für die Budgetie- rung aus, die einen flexibleren Einsatz der zur Verfügung gestellten Haushalts- mittel erlaube, und forderte die Einrich- tung von Internet-Arbeitsplätzen in der Bibliothek. Er machte den Vorschlag, kür die Inanspruchnahme spezieller An- gebote auch eine speziell höhere Ge- bühr zu erheben; so könnten die Ein- nahmen, die sich bei einer normalen Jahresgebühr von 40 Mark auf 500 000 Mark beliefen, erhöht werden - die Ori- entierung an den Wünschen der Nutzen- den sei gegeben: es würden nur die von ihnen geforderten Bücher angeschafft. geht es weiter mit der Stadtbibliothek? becker Stadtbibliothek“ des Vereins der Freunde der Stadtbibliothek Die Bibliothek befinde sich am Ende ihrer Möglichkeiten, bei einem weite- ren Sparen müsse man Zweigstellen streichen. Das Plenum Aus dem Plenum wurde die Forde- rung vorgetragen, die Stadtbibliothek nicht bedingungslos Nutzungsgesichts- punkten unterzuordnen wie es im Kampf um die Einschaltquoten beim Fernsehen geschehe: die Bibliothek habe einen Eigenwert, sie sei kulturel- les Erbe - der Diskutant fragte danach, wie sich wohl die Bürgerschaft zur Bi- bliothek stellen werde. Ein anderer Dis- kussionsteilnehmer wies darauf hin, daß die Stadt viel für ihre Bibliothek geleistet habe; in dieser schwierigen Zeit könne aber auch der Verein der Freunde der Stadtbibliothek helfen. Kritisch wurde weiter vorgebracht, daß beispielsweise der Flughafen Blanken- see und die Musik- und Kongreßhalle jährlich mehrere Millionen Mark be- kommen würden, ohne daß darüber viel diskutiert werde. Weiter kam Kritik an den hohen Kosten der Umesestaltung des Kobergs und der Errichtung einer Kunsthalle im ehemaligen Sankt-An- nen-Kloster in Erweiterung des dorti- gen Museums auf. Von anderer Seite wurde eingeworfen, daß Personalein- sparungen eine höhere Zahl von Ar- beitslosen bedeuten würde und aus der Gesamtsicht heraus es dann auch keine Kostenersparnis für den Staat bedeute. Es wurde aber auch angemerkt, daß es Einsparungsmöglichkeiten bei dier Stadtbibliothek geben müsse, daß Kon- zentrationsmöglichkeiten bestünden, daß Profilbildungsmöglichkeiten ge- nutzt werden müßten. Der stellvertre- tende Direktor der Stadtbibliothek Dr. Robert Schweitzer lenkte die Aufmerk- samkeit der Zuhörenden auf die Tatsa- che, daß die Bibliothek bereits in den 80er Jahren erheblich an Personal ein- gespart habe,. weiter könne der Bestand an Mitarbeitenden nicht mehr reduziert werden - er stellte fest, daß Kultur nicht gegen Kultur gespart werden dürfe. Ein Vorschlag aus dem Podium könnte auf jeden Fall aufgegriffen wer- den: Mit Unterschriftenlisten soll dafür geworben werden. die Stadtbibliothek in ihrem jetzigen Bestand nicht zu ge- fährden. Regen Beifall gab es während und zum Schluß der Veranstaltung von den im Verein organisierten und den an- deren erschienenen Freunden der Stadt- bibliothek. d 295
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