Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

Literatur Mehr als ein Katalog: Die Druckgraphik des Stadtmuseums Stettin bis 1945 Christa Pieskes neueste Veröffentli- chung - um der besseren Benutzbarkeit willen in zwei Bänden erschienen - ist wiederum ein Wurk, nicht anders als ihr „ABC des Luxuspapiers“ von 1984 und ihr Buch über die ,Bilder für jeder- mann“ von 1988. Es wäre wonl nicht entstanden. hätten nicht mehrere glück- liche Umstände zusammengewirkt. Am Anfang stand im Sommer 1992 in der Stiftung Pommern in Kiel der Plan, den Bestand an Kunstvereinsgaben und Re- produktionsgraphiken aus dem früheren Stettiner Museum zu sichten und damit aus seinem Schubladendasein zu befrei- en, und am Ende steht nun dank der Be- harrlichkeit der Autorin ein Werk. in dem alle erhaltenen druckgraphischen Blätter der Stettiner Sammlung - 934 von einst 24000 - dokumentiert und da- durch zu neuem Leben erweckt worden sind. Eine Arbeit ist entstanden, die nachdrücklich deutlich macht, welchen Rang diese Sammlung einmal hatte. Aber noch mehr. Denn indem die Auto- rin ihr Augenmerk immer wieder auf jene richtet, die als Sammler oder Verle- ger, als Schriftsteller oder als Kunst- händler durch ihre Hingabe an die Sa- che die Entstenung von Sammlungen wie der Stettiner überhaupt erst ermög- licht haben. liefert sie zugleich ein Stück Kulturgeschichte, wie man es bis- her nicht kannte,. von Interesse für alle, die sich mit der Geschichte des Bürger- 286 tums seit dem frühen 19. Jahrhundert befassen. Der erste Band enthält den eigentli- chen Katalog. In ihm sind alle erhalte- nen Blätter geordnet erfaßt, nach be- währtem Muster in einzelnen Artikeln, die neben den üblichen Angaben (Künstler und Stecher, Titel, Technik, Format. Ort und Zeit der Entstehung und so weiter) auch Hinweise auf die Geschichte der Graphiken enthalten, dokumentiert in den häufig zahlreichen Eintragungen auf der Vorder- und auf der Rückseite, in den Signaturen und Monogrammen, in den Sammlerstem- peln und den handschriftlichen Eigen- tumsvermerken und in manchem andern mehr. Dem Katalog geht ein darstellen- der Teil voraus, der unter dem untertrei- benden Titel einer Einleitung ein ein- prägsames Bild von der Eigenart und der Pflege der ehemaligen Stettiner Sammlung zeichnet und von ihrem Schicksal nach 1945. Auch das Wirken des pommerschen Kunstvereins, schon 1834 gegründet und bis 1881 auf 1200 Mitglieder bei etwa 100 000 Einwoh- nern der Stadt angewachsen, wird ge- würdigt als Hinweis darauf, welch ho- hen Stellenwert die Kunstpflege im Stettin des vorigen Jahrhunderts besaß. Ein umfängliches Register vervollstän- digt den ersten Band, ein Register, das auch den detailliertesten Ansprüchen gerecht werden dürfte. voller Anregun- gen für die künftige wissenschaftliche Arbeit. Es enthält unter anderem ein nützliches Verzeichnis aller in der Sammlung enthaltenen Porträts und au- Berdem ein Kapitel, das sich in Kurzfas- Die Druckgraphik des Stadtmuse- ums Stettin bis 1945. Von Christa Piegs- ke. Herausgeber: Stiftung Pommern Kiel und Museum der Hansestadt Greifswald. Band I: Textband, 28,5 mal 21,5 Zentimeter,. 312 Seiten, t1ts Schwarz-Weiſß-Abbildungen. Band |]: Bildband, 28,5 mal 21,5 Zentimeter, 232 Seiten, 926 Schwarz-Weiß-Abbil- dungen. Fadenheftung, fester Einband, Lesebändchen. Wachholz-Verlag Neu- münster, 1997. Band 1 + Il zusammen 88 Mark. sung mit den Biographien von Männern ~- und ausnahmsweise auch von Frauen ~- befalit, die auf irgendeine Weise mit dem Zustandekommen der Sammlung | Pic zu tun hatten. Der zweite Band ist ein reiner Bild- Band. Er enthält die Abbildungen sämt- licher Blätter des heutigen Restbestan- des der Sammlung in der Reihenfolge des Katalogs, vorzüglich gedruckt, so dal trotz der unumgänglichen Verklei- nerung der Formate die Einzelheiten er- kennbar bleiben und auch die Druck- qualität der Vorlagen sichtbar wird: eine großartige Leistung. Der Band ist als Nachschlagewerk ge- dacht. Aber der Benutzer kann sich auch an ihm freuen, indem er ihn ohne bestimmte Absicht durchblättert. Nicht nur bei Dürer dürfte er dabei Halt ma- chen oder bei dem Konvolut der Rem- brandtradierungen aus der Sammlung Stolting. Er wird vielleicht auch auf- merken, wenn er auf die bezaubernde barocke Porträtgalerie des Johann Esaias Nilson aus Augsburg stößt oder auf die nicht weniger umfangreiche Sammlung von %BPeorträtstichen, die Friedrich Georg Schmidt zur gleichen Zeit in Berlin geschaffen hat, der viel- leicht bedeutendste Kupferstecher der Zeit. Er wird Dinge entdecken, mit de- nen eine Beschäftigung sich lohnt ... Horst Hannemann Ausstellung „Alte Graphik aus dem Museum der Stadt Stettin 1440-1940“ der Stiftune Pommern im Rantzau-Bau des Kieler Schlosses, bis 26. Oktober, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr Lübeckische Blätter 1997/17 Poc 10. Lü Mitt ganl Zu € Han zur keit Auk dere Den der AmIl mus | Bürzg Moc Bon Zun Viel len Phil rei man von wan Hin Fels ſ li u: nesc urkc ider übe einz Ref Kul des: Süd Jah! trad Jah: Mu Zur y A Chr gen Gr Mo Vol Dr. Das! Lübe
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