Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

Sera. 0 me-. lückts Iathe. hthin n die lanng Ööpferg sthum nach leihen e des i. Von INs al- rt alg Auldi- nmene rs Vol. keinen omang sikge- rberei- homgg e be. in die er be. i auch len. un kast n einer s Audi- on Rü- legger- ämlich Ieideg- EN den | in des relesen rschei- eit. 11 Posium as Sein Martin Zzkirch? immer hiloso- er Wis- elhardt, herliess 1. Auch ngsteil- »emmeg | um eine terte und Beitrages Ing “ vom er 1997/16 Thomas Mann: wann schon früh vor einem Lübecker jiert das Wort noch |1 „Doktor Faustus “. Jetzt - 50 Jahre sich durchgesetzt wi „Wenn Goethe recht hat, zu sagen, dals der der Glücklichste ist, dem es ge- Jjingt. das Ende seines Lebens an den \ankang zu knüpken, so bin ich glück- Jſich; denn der Faustus schließt sich wirklich mit den jugendlichen Budden- hrooks rück- und rundläufig zu einem King zusammen und sucht instinktiv. Jie Einheit, Geschlossenheit, Festigkeit Jes Lebenswerks zu sichern.“ So Tho- mas Mann am 27.12.1950 an Ferdinand Lion. Daß das gelungen ist, zeigt das Justandekommen der Jubelkeier in Lii- heck zum 50. Geburtstag eines literari- schen Werkes, des letzten und vielleicht wichtigsten, von dem Thomas Mann jagt: „An diesem Buch hänge ich wie mn keinem anderen. Wer es nicht mag, Jen mag ich nicht mehr.“ (G ruſfsworte Warm., festlich und übervoll waren gaal und Atmosphäre, als Senator Ul- jich Meyenborg in beziehungsreicher historischer Umgebung, dem Saal der „Gemeinnützigen“ nämlich. das Wort ergrikk und neben der geistigen Nähe von Zürich, München und Lübeck die olitischen Implikationen der verflosg- jenen 50 Jahre seit Erscheinen des „Doktor Faustus“ beschwor, als da sind: Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen, die Debatte um Schuld, Verantwortung [und Weiterleben beziehungsweise die nicht intensiv genug geführte Diskussi- lon darüber, die gerade jetzt in unserer stadt unerfreuliche, späte Früchte LE- hiert. Der Weltbürger Thomas Mann jab verständlicherweise am Ende sei- nes Lebens der Schweiz als Aufent- haltsort den Vorzug. Lübeck, die Stadt, lie Kaisersaschern wesentliche Züge Jen, kam nicht in Frage. weil er nach Roosevelts Tod weder in einer russi- ichen noch in einer amerikanischen Ko- lonie, sondern in einem neutralen Land leben wollte. Vnabhängig und gleich- wohl traditionsmäßig war Lübeck vor lieser Zeit gewesen. „Und was werden die Lübecker dazu sagen 1997?“, ichloß Senator Meyenborg seine Begrü- ung. Den Begrüßungsreigen setzte der 'stadtpräsident von Zürich Josef Ester- mann fort. In gut schweizerischer Un- lertreibung wies er darauf hin, dal) Zü- lübeckische Blätter 1997/16 „Allen zu gefallen - ist unmöglich“. er Giebel gelesen und zi- 949 im Zusammenhang mit seinem danach - hat der Roman e kaum ein anderes Werk aus dem Mann- ;jchen Oeuvre. Am 3. August wurde in der „Gemeinnützigen ' Das hat Thomas rich mit der Entscheidung Thomas Manns für diese Stadt in mehrkacher Hinsicht wenig gegeben, aber viel emp- kangen habe - ähnlich wie beim Zustan- dekommen der zu eröffnenden Ausstel- lung, deren erste Station Zürich war. Birgitt Mohrhagen schloß die Be- grüßungszeremonie als Vorsitzende für den Förderverein Buddenbrook-Haus ab, indem sie in wenigen, klaren Worten den außerordentlichen Rang des Werkes hervorhob. Warum ist der „Doktor Faustus “ heute noch präsent ? In seiner Einführung unternahm Hans Wißkirchen den Versuch, in sie- ben Punkten diese Frage zu beantwor- ten: Erstens ist Thomas Mann als der re- Präsentative Autor des 20. Jahrhunderts zum Begriff geworden, weil die Ge- schichte seines Landes mit ihren Höhen und Tiefen in seinem Werk Gestalt LE- worden ist. Doktor Faustus ist zweitens die Bi- lanz eines SOjährigen Künstlerlebens und zugleich ein Buch der europäischen Geschichte, letzter Ebochenroman und persönlichstes Buch in einem: .Es ist das Beste, was ich zu geben habe und je zu geben hatte...“, schreibt Thomas Mann 1947 an A. E. Meyer. ..... denn es ist die Synthesis meiner Fähigkeiten, meines Könnens und Wissens, das di- rekteste, persönlichste und leiden- schaftlichste meiner Bücher, das mir stärker zugesetzt hat, tiefer an mir ge- zehrt hat, als jedes frühere, und daß mir darum teurer ist, als alle.“ Dieser eben- so lesbare wie komplexe Roman greift den Faust-Mythos auf und verbindet ihn mit Nietzsche. der Musik und schließ- lich mit Deutschland und seiner Politik. Drittens schafft die realistische Grundierung den Lesern Zugang zu sei- nem Merk. Ist schließlich auch alles Li- teratur, braucht doch alles Dichterische eine breite Basis. „Orte und Figuren“ nämlich in der Wirklichkeit. Die großen Vorbilder Faustus und Nietzsche machen viertens den Traditi- onsbezug und das mythische In-Spuren- Gehen des Werkes aus. „Und was werden die Deutschen sagen??‘ die Ausstellung „„Und was werden die Deutschen sagen??‘ - Thomas Manns Roman Doktor Faustus“ feierlich eröffnet, die bis zum 12. Oktober im Buddenbrook-Haus zu sehen ist. Darüber hinaus ist eine Begleitpublikation unter demselben Titel erschienen. Insbesondere über die Vorträge anläßlich der Ausstellungseröffnung berichtet Antje Peters-Hirt. Fünftens haben die Werke Thomas Manns einen musikalischen Grundge- stus. „Gute Partituren waren sie alle- mal“, beschreibt sie der Meister selbst. Dazu gehört grundierend die leitmotivi- sche Verknüpfung. die Thomas Mann bei Wagner fand. Einen Gipfel der Ver- knüpfung mit der Musik in struktureller und inhaltlicher Hinsicht bietet „„Doktor Faustus“. Ganz entscheidend ist sechstens Thomas Manns ungeheure Wirkungs- mächtigkeit in den Künsten. „Doktor Faustus“ ist in 33 Sprachen übersetzt worden. Ein Film und eine Oper ent- standen nach dem Roman. Und schließlich siebentens ist in Thomas Manns Werken die deutsche Frage gestaltet, zuletzt in „Doktor Faustus“. Der Deutschland-Roman ist 1947 kritisch aufgenommen worden. Im Gegensatz zu Brecht, der der sogenann- ten Zwei-Deutschland-These anhing und die Masse des Volkes von wenigen Bösen verdorben sah, folgte Thomas Mann der Ein-Deutschland-These. in der er das Böse als das fehlgeleitete Gute sah. In seinem Essay „Deutsch- land und die Deutschen“ von 1945 be- schreibt er die Flucht aus der Politik seit dem Mittelalter. Serenus Zeitblohm steht sozusagen in diesem Zusammen- hang für Thomas Mann und dessen Be- geisterung für den Ersten Weltkrieg und sein Schwanken 1933. Hans Wißkirchen schloß seine Ein- führung mit den Worten. daß bekannt- lich unweit von Weimar das Konzentra- tionslager Buchenwald lag. Nachdem die Amerikaner das Lager geöffnet hat- ten, zwangen sie die Bevölkerung, sich dem Grauen zu stellen. Im Juli 1945 sah Thomas Mann eine Wochenschau mit diesen Bildern. Der Behauptung. daß der Roman in Deutschland schon wieder ausgespielt habe, wie Thomas Mann 1950 anmerk- te, wird mit dieser Ausstellung wider- sprochen. „Doktor Faustus “ - eine „offene Wunde “ Nach einer ersten Besichtigung der Ausstellung hatte Thomas Sprecher das Wort. Er vertiefte. ausgehend von Max 249
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