Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

positionen sind im weitesten Sinne rea- listisch. Sie sind so schlagend wie Pik- togrammes; schon die beiden Bilder zei- gen dies. Ebenso geschieht dies in der Farbradierung „Histoire de la Fforêt“ (Abb. 16) von 1990, die nicht nur durch ihre Größe besticht (1210 : 800 mm!) und die schlagende Erfindung, sondern auch durch die stupende Sicherheit, mit der die graphischen Mittel eingesetzt sind. einschließlich des tief ätzenden Carborundum, durch das das für die Bildwirkung entscheidende Reliet ent- steht. Das Blatt ist sehr reich in der Wir- kung, und es ist kein Wunder, daß diese Arbeit einen Preis in Dresden gewann. Es ist vor allem die Qualität der Ar- beiten, die das Museum bei seinen An- käufen leitet. Es ist aber auch die Ein- sicht, daß ein Werk eines Künstlers nicht allein in einer Sammlung behei- matet sein soll. Erst wenn mehrere Stücke von ihm vorhanden sind, er- schließt sich ein Oeuvre. Dies gilt auch für den Dänen Per Kirkeby. Im Museum hat man sich schon früh um ihn geküm- mert. Das großformatige Bild „Kerzen- baum“ von 1984 ist zum Andenken an Wulf Schadendorf erworben worden. Im selben Jahr kam eine Folge von 8 Lithographien dazu, die 1983 entstand. In ihnen geht es um freie Gestaltung und Figürliches. jedoch bis auf ein Blatt. das eine männliche Aktfigur zeigt - Assoziationen an eine Herkules-Figur sind erlaubt -, in spontaner Hand- schriftlichkeit. Die Farbe ist auf die bei- den Töne Schwarz und Weiß reduziert. Ganz ähnlich geht Kirkeby in einer 7 Blätter umfassenden Radierfolge von 1985 vor, die dem Museum 1996 zum 10jährigen Wirken des Direktors in Lü- beck geschenkt wurde. In diesen Arbei- ten setzt der Maler seine Formvorstel- lungen direkt in spontane, gestische Strichlagen um, die einmal dichter, ein- mal weiter gehalten sind. Im Grunde verfährt er wie die Alten auch, nur daß er keine Gegenstände mehr darstellt. Diese Aufzählung wäre jedoch nur ein- seitig, wollte man das Schaffen von Kir- keby nur mit einem Bild und Zwei Schwarzweiß-Folgen belegen. Deshalb haben wir eine Folge von 5 Farbholz- schnitten (Abb. 17) erworben, die 1991 entstand und von denen ein Blatt hier abgebildet sei. In ihr geht es um Land- schaftliches. Kirkeby hat sich mit Natur in ihren unterschiedlichen Ausdrucks- formen intensiv auseinandergesetzt. In seinen Bildern und graphischen Blät- tern kommt dies direkt zum Ausdruck. Er setzt den Natureindruck in freie Kompositionen um. Wichtigstes Gestal- tungsmittel ist eine große Form, die in verschiedenen Farben gedruckt wird, so daß sich ein immer neues Spiel der ver- schiedenen Zusammenhänge ergibt. 14 Abb. 16: „Histoire de la foret“, Max Neumann, 1990 Abb. 17: Farbholzschnitt, Per Kirkeby, 1991 Lübeckische Blätter 1997/1 Folge nicht genh: erinn sich 1 ken form. grolc einer gülti;
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