Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

te adtbi- 1 zum Reich r dem rücker heide sitätg. LITERATUR - THEATER . M USIK - AUSSTELLUNGEN .- VERANSTALTUNGEN Ä > Bildende Kunst Per Kirkeby - Skulpturen, Zeichnungen, Malerei, Terrakotten im Sankt-Annen-Museum Eine der Ausstellungen dieses Som- uckle- schaft Tätig- 1d der Setzen n unq nalsg- verden rchivg wurde in Ver- “aft er. ne zur tionen EeLister ie und ständi- chnoor e dt dt Lüÿ- ium ei- Leben. en, die liothek st alles , 8 far- Text. ht z4: chichte »vekannt lie Ge- chichte Jarstel- der Er- 's über usikab- Iugend- die Er- ehtigen Lestellt. icht zur k gege- e Infor- : Daten- teilung weisen, rbiblio- Biblio- r îStadt: d er 1997/15 mers in Lübeck galt dem dänischen | Bildhauer und Maler Per Kirkeby, ge- boren 1938 in Kopenhagen. Die Aus- wahl aus seinem Werk etwa der letzten | fünkzehn Jahre war bereits in Bremen | und Oldenburg zu sehen und wird nach Lübeck noch in Heilbronn und Halle | gezeigt. Im Sankt-Annen-Museum | nahm die Vielzahl der Exponate Räume und Gänge ein. Große Bronzeplastiken wurden gleichsam stumme, dunkle Be- sucher des historischen Ambientes. Der Besucher begegnete auf dem | Weg zum Remter einer Prozession auf- gereihter Bronze-Torsi. Sie sind etwa | einen halben bis einen Meter hoch. Die | schwarzen anthropomorphen „Monoli- the“ verweigern den Dialog zu den in " ihrer mittelalterlichen Farbigkeit nun fast heiter wirkenden Altären. Heid- | nisch-nordeuropäisch, wie aus Moor und Wäldern kommend wirkt die große Werkgruppe der Torsi, auf Arm und Kopt reduziert, auf verzerrte. höchst ab- strahierte Grundformen. Die Oberflä- che ist zerklüftet, auf ihrer schwarzen Patina schichtet sich sparsam auch Far- biges. grünspanartige Flecken, mitunter auch ein intensives Blau. Ebenfalls streng ausgerichtet präsentierten sich zum gleichen Thema Arm und Kopk eine Gruppe kleinerer Bronzen, Model- le für große Plastiken, wie sie im Rem- ter und im schönen Hok dahinter zu SE- hen waren. Zu den hellen Sandstein- skulpturen der Puppenbrücke gesellten sich drei über zwei Meter hohe Bronze- plastiken. Ihre Nähe, ihre Verwandt- schaft zur großen Schwarznuß, der hun- dertundfünkzigjährigen Juglans nigra war auffällig, die sich „unterscheidet von heimischen Nußbäumen durch stark runzlige Borke...“. Das ist es: die borkige. runzlige Struktur der bronze- nen Oberfläche, die sich zwischen dem Anthropomorphen und dem Botanisch- Organischen ambivalent bewegt. Und es deutet auch auf einen anderen Einfluß hin, auf „Akpalalik“,. den gewaltigen Eisenmeteoriten, bei dessen Bergung der Geologe Kirkeby dabei war, als Künstler tief beeindruckt von der Ober- fliche der Sternschnuppe, die einst auf Grönland niedertiel. In den Räumen des Obergeschosses zeigte sich kast eine zweite komplette Ausstellung des vielseitigen Künstlers. Lübeckische Blätter 1997/15 Olbilder, Gouachen und Zeichnungen, Kleinplastiken aus Bronze und Terra- kotta sind ebenfalls in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren entstanden. Letzte- re gehören wohl zu den schönsten Ex- Ponaten. Der feste Händedruck Kirke- bys Prägt den Ton zum Modell für künf- tige Großplastiken, Skulpturen. Histori- sche Architektur wird nachempfunden, gibt Anregungen: Griechisches, Römi- sches, Frühchristliches wie zum Bei- spiel ein Taufbecken der Arianer, ein Aquädukt-Bruchstück. ein Triumphbo- gen, die Gewölbekuppe einer Kapelle. Aus diesem Fundus entstehen eigen- ständige Kleinplastiken. Ebenfalls Ideenskizzen zu Skulptu- ren und ihren Modellen zeigen eine Reihe Gouachen, kombiniert mit Pa- stell, Kohle- und Bleistiftzeichnung. Formalästhetisch sind sie selbstständi- LE Bilder. Eine Reihe von zwölf Male- reien, Öl, farbige Kreide auf Masonit, werden ihrer dunklen Grundfarbe we- gen die schwarzen Bilder genannt. Die Tafeln, -122. mal. :122 Zentimeter, sind industriell] gefertigtes Baumaterial, Ele- mente, wie sie die Minimal-Art verwen- det. Mit der Nutzung dieses Materials distanziert sich der Maler kühl von dem expressiven Kunststil, der nördlichen Künstlern allgemein zu eigen ist. Erst in der Gestik der Zeichnung, der Malerei zeigt Kirkeby Dynamik. Der Künstler ist neben seiner Krea- tivität überaus produktiv. Er produziert, schafft Gruppen, Reihungen und gleicht damit einem großen Landsmann und Vorgänger, nämlich Bertil Thorvaldsen. Es wäre ein Thema für sich, diese Be- ziehungen, auch die zum Klassizismus, Kirkebys persönliche Auseinanderset- zung mit einem zweihundert Jahre alten Stil wie überhaupt mit Historie zu un- tersuchen. Diese Ausstellung bis zum 14. September im Sankt-Annen-Muse- um machte uns einen Einblick in das wachsende Werk eines europäischen Künstlers möglich. Gerda Schmidt Hanna Jäger: Neue Werke im Burgkloster „Lauf nicht, geh langsam ... se Zeile aus einem Gedicht des Spaniers Juan Ramon Jimenez gibt einem Bild- objekt den Titel und formuliert glei- chermaßen das Arbeitsprogramm von Hanna Jäger, geboren 1927 in Crails- heim. Denn sprunghatt ist sie nicht, die weit über regionale Grenzen bekannte Künstlerin aus Lübeck. Sie rennt nicht ungestüm auk wechselnde Ziele los, nur “ ~ die- um einem Trend zu genügen. Sie inve- stiert ihre ganze Kraft, die kreative wie die physische, in ein stetiges, unbeirr- bares Gehen. Auf die umfangreiche Ausstellung im Burgkloster weisen bereits die farbi- gen Lichter eines vielteiligen Neonob- jekts und ein Magisches Quadrat. des- sen Zahlen aus Leuchtröhren gebogen wurden. Eingeleitet wird dann die Werkschau im Obergeschoß durch ein großformatiges Bild: „It is what it does“, entstanden 1988 im Jahr nach dem die Künstlerin so prägenden Ame- rika-Aufenthalt. Ein Landesstipendium ermöglichte sechs Monate lang, in Min- neapolis, Chicago und New York zu ar- beiten und Erfahrungen zu sammeln mit dem Leuchtphänomen im Bild, ausge- drückt durch Spezialfarben, Neon und Schwarzlicht. Auf diesem im Kontext der Ausstellung frühen Bild signalisiert rote Leuchtfarbe, wo es lang gehen wird für Hanna Jäger. Das zeigen dann die anderen Räume mit einer Vielzahl von leuchtenden Bildobjekten und Installa- tionen, die zum Teil auch aus den Erfah- rungen zweier weiterer Arbeitsaufent- halte in den Vereinigten Staaten von Amerika 1995 entstanden. Ein Beispiel einer vielschichtigen Komposition ist die aus sieben Colla- gen bestehende Arbeit „Seven windows in time“, Chicago 1987. Da fügen sich zu- und übereinander Einkaufstüten mit Stars and Stripes, einem handgeschrie- benem Manifest einer ökologischen Be- wegung, Orientierungszeichen dem Straßenbelag abgesehen - zum Beispiel weisen sie auf Wasseranschlüsse hin, auf transparenter, glänzender Folie. In einer Reihung nebeneinander werden sie - und das ist eine neuere Zutat - ab- geteilt voneinander durch sieben senk- rechte, weiße Neonröhren, deren Aussa- ge, ob sie Trennglieder, Ausrufungszei- chen oder verbindendes Licht darstel- len, vieldeutig sein kann. Doch hängt die Arbeit nicht isoliert im Raum. Die glänzende Folie korrespondiert mit an- deren Objekten, die übereck an der Wand hängen, und deren roten Neon- leuchten, spiegelt rote Chiffren. Meta- phern. Dieses reizvolle Phänomen., daß sich das Licht Reflexflächen in der Um- gebung sucht, kann man wiederholt be- obachten. So hängen scheinbar hinter Glasfenstern rote und grüne Zeichen in einem Baum, auf einem Dach. Auch nehmen helle Wände farbiges Licht auf, scheinen im Komplementärkontrast ne- ben intensivem Rot grüngetönt. „Wünsche sind frei“ - als Thema 239
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