Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

besser begann Zurück- en von atte die r Text. hlt. Sg. Jomäne öne der amkeit« er über m tempe-. ob LE: uge kal. d unge-. n Lied- l’od und “ ange- er Mei-. hes Ze. schenen Irenzen en erin- die wir- iedfolge ensicht- üblicher t tosen- Zzensent t seiner äpfchen :hmacks | lem die tandard- irch die Iturkrei- über ex- Technik uch im zweiten Brahms s Volu- e aukge- rnhaften Daß Jes- PPe bei le Regi- .n Stim- en. Kein clatschte „Habe er dane- tretende ensibler ntkunst- hrenden lem Pia- und der und 2. auf dem as einen fführung ter 1997/14 von Friedhelm Döhls „Sommerreise- Klavierkonzert“. Das Orchester war | von seinem Dirigenten Horst Stein sorgfältig vorbereitet worden und kand [ jm Pianisten einen adäquaten Partner. | pennoch verhielt die Darstellung des | Wettstreits zwischen Klavier und Or- | chester etwas in unerwarteter Unver- hindlichkeit. Auch über die Vrauffüh- rung von Döhls zweisätzigem Klavier- konzert, wo der Wettstreit Lanz anders ausfiel, konnte man geteilter Meinung sein. Bei erstem Hören blieb der Zu- gang zu einer nicht leicht nachvollzieh- | haren plakativen Aneinanderreihung | von kleinen Themen-Bausteinen schwer, zumal man sich unter einer gommerlichen Reise nicht so viel ag- | gressive Düsternis vorstellt. Bei der | Quvertüre bewies das Orchester seine | Qualitäten, die man jedoch bei einem | Reise-Gastspiel getrost mit weniger oft | zu hörenden Werken hätte demonstrie- ren können. Mit Jessye Normans rauschendem ] Erkolg in der Musik- und Kongreßhalle | konnte der Sänger Dietrich Henschel im Kolosseum natürlich nicht konkurrie- ren. Doch warum eigentlich nicht? Weil er noch so jung und hier weitgehend un- bekannt ist? Erster Auttritt beim Musik-Festival mag etwas hoch ange- siedelt sein, doch wird die Intendanz jhre Gründe für seine Einbeziehung LE- habt haben. Der junge Mann absolvierte offensichtlich eine solide Ausbildung, die seinen Bariton in allen Registern vorzüglich geschult hat. Er verfügt über ein volltönendes Organ, das sich auf klare Diktion stützt. Ein kluger Essay im Programmheft versuchte, die Vor- iragsfolge seines Liederabends mit der romantischen Vorstellung des Wanderns zu verbinden. Doch blieb diese bei Ver- tonungen von Brahms und Schubert in fast ausschließlich düsteren, ja irotzig-verzweitelten Bereichen gefan- gen, die sich bei Liedern von Alban Berg sogar noch dramatisch steigerten. Pie Gegenüberstellung von lindem „Sommerabend“ mit qualvollem ..Mon- denschein“ entsprach ganz den vorherr- sehend düsteren Stimmungen, für die der Sänger eine Vorliebe zu haben scheint, und die er teils feinsinnig, teils recht drastisch nachzeichnete: in Wort und Ton gesetzter Weltschmerz. So hät- ie man eher M. v. Collins „Wehmut“ zum Motto seines Programms wählen können, das in Goethes .„.Wanderers Nachtlied“ Frieden fand. Daß sich dar- auf der „Musensohn“ keck ein Liedchen pfeift, wirkte etwas ernüchternd. Der Charme des ungekünstelten Auftretens und die deutlich erkennbare opernhafte Begabung des Sängers unterstützten ei- nen Vortrag, der auch durch die Mitwir- kung des hier sehr geschätzten Beglei- Lübeckische Blätter 1997/14 ters Irwin Gage besonders beeindruck- te. Den einfühlsamen Zyklus „Songs of Travel‘’ von L.'Stevensan in der Verto- nung durch Vaugham Williams. beson- ders das innige „Die unendlichen leuch- tenden Himmel‘ interpretierte Hen- schel so tief empfunden, daß dieses Lied zum hinreißenden Höhepunkt ei- nes Abends wurde, der eine Karriere er- warten läßt. Wenn zwei namhafte Orchester ~ Ju- stus Frantz mit seiner Philharmonie der Nationen und das Schleswig-Holstein Festival-Orchester unter Leonard Slat- kin ~ kurz nacheinander auftreten, liegt ein Vergleich nahe. Während man bei teilweise extrem teuren „Gala“-Kon- zerten in der Musik- und Kongreßhalle vom Kreis arrivierter Society umgeben war oder sich bei Vertretern der Wiener Schule im Rund strenggläubiger Avant- gardisten wiederfand, fühlte man sich bei Justus Frantz und seiner jungen Mannschaft „en famille“ wie vor zehn Jahren. Das bis auf den letzten Platz ausverkaufte Gastspiel von Frantzens kernseherprobter Philharmonie bot op- tisch, technisch und dynamisch ge- schlifkenes Ensemblespiel, das sich auf Routine stützt, aber keinesfalls seelen- los routiniert wirkte. Dank ständiger Zusammenarbeit wurde dabei eine Per- kektion erreicht, die faszinierte und von einer ad hoc zusammengestellten Grup- pe kaum erreicht werden kann. Da hat es der Dirigent leicht, seine dynami- schen Klangvorstellungen zu verwirkli- chen. Sein buntes Wunschkonzert-Pro- gramm bot vielkältiges Hörvergnügen: Die Bilderfolsee der Rossinischen „Tell‘“-Ouvertüre wurde plastisch aus- gemalt mit einer fast übertriebenen Steigerung zum tosenden Gewitter- sturm. Wohl ließ Mendelssohns beliebte „Italienische Sinfonie“ südländisches Flair verströmen, doch während der Komponist 1830 per Postkutsche über den Brenner reiste, raste Frantz mit dem Inter-City-Express rapido gen Süden. Dabei folgte ihm das Orchester mit er- staunlichem Elan, so daß sich das Salta- rello zur Walpurgisnacht steigerte. Wenn danach Verdis Ouvertüre zur „Macht des Schicksals“ folgte. mußte dieses Prunkstück wie ein blasser Opernabklatsch wirken. Denn nun nah- te der absolute Höhepunkt des Konzerts mit der farbigen Klangpalette der .„Pini- en von Rom“ von Regspighi einschließ- lich Nachtigall-Gezwitscher vom Band und Bläsern auf der Gallerie. Pianist Frantz verzichtete auf eigenes Konzer- tieren. Auf Anhieb nahm das Spiel des Festival-Orchesters durch den mitrei- Benden Einsatz seiner 105 Musiker aus 28 Nationen gefangen. Trotz kurzer Probenzeit in Salzau zeigte die junge Mannschaft erstaunliche Ergebnisse. Jedes Jahr begeistert die Musizierfreu- de dieses ad hoc zusammengestellten Ensembles seine zahlreichen Zuhörer. Leonard Bernsteins spritzige „Candide“-Ouvertüre schnurrte mit Elan virtuos ab und wirkte wie ein amu- santer Aufkgalopp mit seinen Operetten- klängen vergangener Zeit. Die 3. Sinfo- nie - nicht vom rheinischen .Robert“. sondern amerikanischen „William“ Schuman - bot sonores Streicher-Tutti in auffälligen Hindemith-Anklängen. Wenn auch die ersten Teile dynamisch etwas unergiebig gestaltet wurden. wirkten doch die rhythmisch hochge- züchtene Passacaglia und Fuge erfri- schend. Im Choral konnten die Strei- cher ihre Tonqualitäten voll ausspielen, während klangliche Originalität der Toccata von den Bläsern mit Bravour herausgeschleudert wurde. Das stand der nicht übermäßig tief schürfenden Komposition gut an, die den Ausführen- den eine Vielfalt an Lernstoff bot. Zum dramatischen Höhepunkt entwickelte sich das Kolossalgemälde der „Sym- phonie fantastique“ von Hector Berlioz erst nach und nach. Im Schlußsatz stei- gerten sich Blech und großes Schlag- werk zur burlesken Parodie des Dies irae und boten damit eine vorzügliche Ensembleleistung des mit der Leitung von Jugendorchestern erfahrenen Diri- genten Leonard Slatkin und seiner gro- Ben Mannschatt. Unvergessen ist der letzte hiesige Auftritt der Geigerin Anne-Sophie Mut- ter in der Musik- und Kongreßhalle un- mittelbar nach dem Tod ihres Eheman- nes. Das Konzert beeindruckte tief durch den disziplinierten Ernst ihrer In- terpretation. Wenn sie als „bedeutend- ste Geigerin“ unserer Zeit bezeichnet wird, mag dieses darin begründet lie- gen, daß sie im Gegensatz zu anderen „Schnellgeigerinnen“ wie beispielswei- se Vanessa Mae auf jeglichen Showef- kekt verzichtet und sich ausschließlich der von ihr gespielten Literatur in Werktreue verpflichtet fühlt. Da dies- mal drei Violinsonaten von Brahms auf dem Programm standen. war eine Stern- stunde vorprogrammiert. Insofern be- deutete ihr Konzert zum Abschluß Lü- becker Festival-Veranstaltungen ein grundlegendes Bekenntnis zu Kunst und Kultur; dringend notwendiges Zei- chen und Maßstab gegenüber einer oft penetrant nur auf Gewinnstreben orien- tierten Unterhaltungs-Musik-Szene oder hochgelobter Machwerke soge- nannter oder selbsternannter „Künst- ler“. Wahres Künstlertum beweist sich darin, daß ein produktiver Geist frei von Strömungen seiner Zeit Werte schafft, die zeitlos Maßstäbe setzen. Dieses ha- ben Anne-Sophie Mutter und ihr Be- 219
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.