Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

cs 7 [M / S. und den eine haft LE- keln zung Be- hild, -01. ntor, eck, I önig- mon- ) 017 uIter. ithrin |1 50. Kili- SSEN- . Ru- 15:17. Ko- Mül- Tel.: Kurt hwar- unde, 27 73: Hel- Tra- itsche leber- skreis »xstra- 15 02) s-Jür- mein- ürgen Tel.: beck. itweg n Lü- CZiey, tziger .nstra- 45 02) Fiehn, “beits- Lohf, nützi- e und elberg rkreis [arien, 39 94. 18-J0a- 17033 . För- übeck, ge 716, Stadt- Peters- r 1997/11 | | [. ÜÖBECKISCHE B LÄT T ER g juni 1997 . Hekt12 . Inhalt: | gtädtebaulicher Ideenwettbewerb „Zentrales Kurgebiet und Vorderreihe |JJandmalerei im Lübecker Bürgerhaus - Bewußtsein und Verständnis Nach dem Brandanschlag auf die Sankt- „Warum immer wieder Lübeck?“ lIIngeheuerlichkeiten und Verunsicherungen, Empöru | „Der Freiheitsgewinn, der darin besteht, daß | lie Fremdbestimmung durch absolute Herrscher, | „illkürliche Despoten oder die Kirchen 8estoppt | yorden ist und an ihrer Stelle der Rechtsstaat ..; | „etreten ist, ist ein großer Fortschritt. “ |’ (Marion Gräfin Dönhoff 1994 in der Wochenzeitung ,Die Zeit“) Wieder ein Brandanschlag in Lü- heck. Wieder auk ein Kirchengebäude. Nach den Anschlägen auf das Jüdische | Resolution der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck wum Brandanschlag auk die Kirche Sankt Vicelin | Wieder einmal ist die Lübecker Bürgerschaft aufgefordert, eine Reso- lution zu einem Brandanschlag in Lü- | beck zu beschließen. Die Kette der | Gewalt konnte noch immer nicht | durchbrochen werden. Der Hinter- | grund des erneuten Brandanschlages | ist deutlich: zusammen mit Haken- h kreuzen ist der Name des Pastors Ha- [rig, der mit der Sankt-Mariengemein- || de einer algerischen Familie, die von Abschiebung bedroht ist, Kirchenasyl gewährt, an die Wand von Sankt Vice- | lin geschmiert. | 7FrDie Lübecker Bürgerschaft be- | kräftigt, daß Faschisten in unserer Stadt keinen Platz haben dürfen. Der | Rechtsextremismus muß mit allen zur | Verfügung stehenden Mitteln be- | kimpft werden. Polizei und Staatsan- | waltschaft sind in ihrer Arbeit zur Er- greikung der Täter uneingeschränkt zu unterstützen. | -Die Lübecker Bürgerschaft be- | kräftigt, daß Lübeck eine Stadt der | Weltoffenheit und Toleranz bleiben | muß. Es darf keine Ausgrenzung von f Ausländerinnen und Ausländern aus 162. Jahrgang . Zeitschrift der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit tun not Vicelin-Kirche ng und Ratlosigkeit Gotteshaus, das Asylbewerberheim in der Hafenstraße, die Gartenlaube des Lübecker evangelischen Bischofs jetzt der Anschlag auf die katholische Sankt- Vicelin-Kirche. „Warum immer wieder Lübeck?“ fragt eine große überregiona- le Wochenzeitung. Eine Antwort könnte niemand zu dieser Zeit guten Wissens und Gewissens geben. Und wieder kann die Frage nach den Menschen, die diese Taten begangen haben, vorerst nur Spe- kulationen auslösen. unserem Leben geben. Wir verurtei- len jede Form von Rassismus. ~Die Lübecker Bürgerschaft be- kräftigt, dal „Sündenbockargumen- tationen“ keinen Raum haben dürfen. Das Flüchtlingselend dieser Welt geht auch an Lübeck nicht vorbei und Lübeck hat seinen Anteil an der Bewältigung dieser Situation zu tra- gen. Das Asylrecht ist ein Grund- recht. Es ist ein wesentlicher Maß- stab für die Menschlichkeit unserer Gesellschaft. Die Fraktionen in der Lübecker Bürgerschaft lassen sich, auch bei unterschiedlicher Bewer- tung des Kirchenasyls, in der Verur- teilung solcher Verbrechen nicht aus- einanderdividieren. Der Sankt-Vicelingemeinde und der Sankt-Mariengemeinde gilt unse- re volle Solidarität. Zu einer raschen Aufklärung des Brandanschlages hat die Landesregierung eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter in Höhe von 50 000 Mark ausgesetzt. Die Hansestadt Lübeck erhöht diesen Betrag um weitere 50 000 Mark auf 100 000 Mark. lübeckische Blätter 1997/12 “ für das Ostseeheilbad Lübeck-Travemünde . Gegr. 1789 186 189 ~ Wohin treibt die Stadt? Unzweifelhaft jedoch erscheint - wie es auch die Lübecker Bürgerschaft in ihrer Resolution vom 29. Mai (siehe Kasten) zum Ausdruck gebracht hat -, daß der Hindergrund des erneuten Brandanschlags deutlich gemacht ist durch den zusammen mit Hakenkreuzen an die Wand von Sankt Vicelin ge- schmierten Namen des Pastors, der mit seinem Gemeindevorstand einer auslän- dischen Familie ,„Kirchenasyl“ währt. Daß dieses sogenannte Kirchenasyl nicht nur in den Kirchen selbst nicht unumstritten ist, sondern auch durch die politischen Parteien und die Bür- gerschaftsfraktionen unterschiedlich bewertet wird, macht die Resolution und insbesondere ihre Entwicklung deutlich: Der ursprünglich von der SPD vorgesehene Satz „Daher respektieren wir auch das Kirchenasyl“ hätte die Bürgerschaft gespalten. Denn für die CDU ist das Kirchenasyl Rechtsbruch und damit nicht tolerierbar. Die schließlich gefundene kompromißhafte andere Formel in dieser Frage rettete den gemeinsamen Beschluß und be- wahrte die Bürgerschaft und die ganze Stadt vor einer geradezu katastrophalen politischen Situation, vor einem Scher- benhauken. Es ist schon pikant, daß sich gerade die Christlich-Demokratische Union gegen das Kirchenasyl stellt und ihr Evangelischer Arbeitskreis in den Me- dien zitiert wird, daß er bedaure, daß sich eine Lübecker evangelische Ge- meinde öffentlich der Gewährung soge- nannten KirchenasylIs rühme und hier- durch den Eindruck erwecke. daß die Kirche in Deutschland Personen vor staatlicher Verfolgung schützen müsse. Und tatsächlich kennt unsere staatli- che Ordnung zwar das Asylrecht für po- LE- 181
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