Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

Es beginnt mit dem Pistolenschuß Jom Dezember 1980, der in New York em Leben des geistigen Kopfes der le- „endären „Beatles“ ein Ende setzte. ann wird zurückgeblendet ins Eltern- haus. John, zunächst im Gegensatz zum ; | hater, wird schließlich doppelt VOrge- m |jührt. Seine hellen, liebevollen Seiten êh | jenen im Gegensatz zu den düsteren, je sich in Leidenschaften und Süchten usdrücken, bis hin zu den Qualen des . Iheroin-Entzuges - „Cold Turkey“. An- egungen kür das tänzerische Vokabular „npfking Juliane Rößler offenbar nicht jur aus dem Grundrhythmus, sondern herr. uch aus den Texten der Lieder. Vor al- schen Sven Leister Orval] k und iechi. . Bar. ]; und sind 1. Ste. al be. höney omg einen Bari. listen Hand. 1 Soll, ILigen h mit baren. einen t; Wille ergul Diesen uliane ir ihre den , aber 1] vier inuten nd der m des- seine ration, tänze- kannte ausge- delt - ruppe, weiten 11 Ein- n vom 1d sich n Säk- or ge- r 1997/10 jm fielen ihr dazu sehr abwechslungs- iche Szenen ein. Humoristisches yechselt mit ernster Anklage, Sozial- jritik mit zartem Liebesspiel, Verzweif- jung mit optimistischem Übermut. Da jird die gesamte Gefühlsskala junger jeute nicht nur der siebziger Jahre jurchgetanzt. Die Chefin der Tanz Companie Lü- jeck kommt mit wenigen Versatzstük- jen auk der ansonsten leeren Bühne aus. nus je zwei Podesten, schiefen Ebenen md Tischen werden immer neue Szena- jen zusammengestellt, dazu buntes gpielmaterial, das der Phantasie der Zu- ¿chauer auf die Sprünge hilft. Die Pode- je werden in einer leicht entzifferbaren chlüsselszene zum Hochbett, in dem Joko Ono und John Lennon den Vertre- em der Medien ihre Botschaft von Peace, not War“ erläutern und demon- jrieren ~- „Give Peace a Chance“. Dann jird Sozialkritik geübt. die Stellung jun Mann und Frau in der Gesellschaft nter die Lupe genommen - „Woman is he Nigger of the World“. Zum Schluß „klingt der Titelsong dieser abwechs- ngsreichen und phantasievollen Pro- juktion. Zu „Imagine“ spielt das En- emble, in dem immer auch die Chefin u finden ist, mit großen weißen Bal- jus, Erdkugeln der Phantasie oder ei- jr kriedlicheren Welt. „Stell Dir vor“ iuzt also John Lennon, der diesen Song jumal als „kommunistisches Manifest it Zuckerguß“ gezeichnet hatte. Da- uch kolgt seine Art eines Glaubensbe- juntnisses: „God“. Es gab viel Beifall. uch in der von uns besuchten ersten Iiederholung. Konrad Dittrich \iederdeutsche Bühne: un Hackepeter un de kole |lamsell‘ Als letzte Inszenierung dieser Spiel- tit bietet die Niederdeutsche Bühne lübeck eine Komödie von Konrad Han- n. Mit der Wahl des Stücks hat sie ei- jn guten Griff getan. Konrad Hansen, k Autor und Theaterdirektor gleicher- |[ibeckische Blätter 1997/10 maßen bekannt und der Lübecker Büh- ne seit langem verbunden, hat dem nie- derdeutschen Theater neue Impulse ge- geben, so auch mit der Komödie „Vun Hackepeter un de kole Mamsell“. Es ist ein reizvolles, sehr gut gebau- tes Stück mit wirkungsvollen Szenen- schlüssen, mit einer spannungsgelade- nen Handlung, mit anregenden Charak- teren, sozialkritischen Motiven, vor al- lem aber mit psychologischer Tiefe und einem köstlichen schwarzen Humor. „Wi Mlinschen kamt alltosamen OP desülbige Aart un Wies op de Welt, man woans wi wedder afgaht, dor sünd de Phantasie keen Grenzen sett“. Das To- desmotiv durchzieht das ganze Stück, und es darf gelacht werden. Die Spannung der Handlung wird ausgelöst, als ein junges Ehepaar, Män- ne und Püppi, das Glück stolzer Haus- besitzer genießen wil] und jäh von ei- nem mysteriösen Geräusch aufge- schreckt wird: Im Dachgeschoß ihres Hauses, wo zwei ältere Menschen, Frau Holle und Herr Hacke, zur Miete woh- nen, wird gesägt, und zwar nachts, nachdem Frau Holle die Gäste ihres li- terarischen Zirkels verabschiedet hat. Da beim Abschied einer zu fehlen scheint, regt sich Verdacht, obwohl die Mieter eigentlich „heel nett“ sind. Viele Fragen bedrängen die jungen Leute, vor allem diese Frage: Wer oder was ver- birgt sich in der sperrigen Kiste, die der Mieter Peter Hacke alias Hackepeter - nomen est omen! - am nächsten Mor- gen nach unten schleppt? Als die Mieter ihre Lebensgeschichte erzählen und be- richten, wie ihre Angehörigen auf gar höchst seltsame Weise ums Leben ge- kommen sind, da wächst bei den jungen Hausbesitzern der Verdacht, das Sägen könne mit Mord zu tun haben und sie lebten mit Mördern unter einem Dach - oder nicht? „De Lüüd hebbt eenfach keen Phantasie - entweder keen oder toveel“, sagt der alte Hacke. Auf das junge Paar scheint beides zuzutrekken. Kriminalistischer Spürsinn und Phanta- sie sind gefragt. In der Tat eine ungewöhnliche Ko- mödie! Darstellerische Höhepunkte bil- den die Dialoge zwischen den beiden Generationen. Anja Kruse als Püppi und Roland Gabor als Männe spielen enga- giert und überzeugend ein sympathi- sches junges Ehepaar, dessen Glück manche Belastungen ertragen muß, letztlich aber nie zerbricht, weil der eine immer für den anderen da ist - oder der Zufall hilft. Großartige Gestaltungsmöglichkei- ten bieten vor allem die Rollen der bei- den Alten, und sie werden glänzend ge- nutzt. Elsbeth Schütz als Frau Holle zieht alle Register ihres Könnens mit Bravour. Sie verkörpert eine ,„alleinste- hende, nicht unvermögende“, mit ihrem Alter kokettierende, Ööverspönsche vor- nehme Dame, eine ehemalige ,.kole Mamsell“. In der Rolle des früheren Schuhputzers glänzt Hans-Hermann Müller als Herr Hacke. Er spielt einen robusten, wortgewaltigen und unbe- kümmerten Alten von afsünnerlichem Humor, aber auch - und hier besonders eindrucksvoll - den vom Schicksal LE- zeichneten, nachdenklichen Mann, der seinem Leben noch einen Sinn geben will. Annemarie Kähler komplettiert das gute Ensemble mit einer leider nur kleinen Rolle. Dem Regisseur Dr. Rudolf Höppner ist eine sehr überzeugende, beeindruk- kende Einstudierung gelungen: mit flot- tem Spiel, lebendigen Dialogen, mit sehr feiner Charaktergestaltung und hintersinnigem Humor. Das passende Bühnenbild liefert Michael Rütz vom Theater Lübeck. Der verdiente Beifall des Premie- renpublikums - unter ihm der Autor persönlich - setzte etwas zögerlich ein;: man hatte vielleicht eine markante Schlußpointe erwartet, nicht aber eine Art „open end‘: der Vorhang zu - und viele Fragen offen. Es war eben eine Komödie von Konrad Hansen, unge- wöhnlich - und sehr sehenswert. Dieter Bornholdt Musik Lehrerkonzert der Musikschule der „Gemeinnützigen“ In den übergroßen Reigen um das Brahms-Festival hat sich auch die Lü- becker Musikschule der „Gemeinnützi- gen Gesellschaft“ dankens- und lobens- wert eingereiht. Das Institut ist zu be- neiden, daß es neben seinen altbewähr- ten Lehrkräften über ein Arsenal junger aufstrebender Mitarbeiter verfügt, das sich beim Lehrerkonzert vorzüglich dis- poniert vorstellen konnte. Es geschah auf Anhieb mit ausgrei- kender Brillanz bei einem Trio-Satz von Gustav Jenner, Zeitgenosse von Brahms, der dynamisch die Akustik des institutseigsenen Saales fast sprengte (Eckhard Schmidt-Behrens, Klarinette: Karyn Dobbs, Horn; Olaf Silberbach, Klavier). Lutz Bidlingmaier verlieh der Wie- dergabe von Mendelssohns Variations sérieuses ausdrucksvoll klavieristisches Format. Jacques Ammon interpretierte Beethovens Sonate Nummer 30 opus 109 „gesangvoll mit innigster Empktin- dung“. Vater Vladislav (Geige) und Sohn Vladim Goldfeld (Klavier) sorgten mit temperamentvoller Wiedergabe von 159
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