Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

ten Jilc Eng Ma- ige im ild- nier Ex- ch- 1 in ato- 1ah- üh- De- um Sk; Si; hin- Ja- der ines die Ent-. iger len- rhut 1eh- eten Dar- e. in inen Jeu: nmt rch- nem reits 1gen eile- chen 1 die ENsO attet | Vor bnis > für liche sche kang t mit PNis- folgt chen Ziel eite- , de- 1 die enen i1cher 996/21 Rückblick auf die 38. How to invent reality? Ein Bericht von Antje Peters-Hirt Nordischen Filmtage in Lübeck Die Kunst kesselt nur durch das Geheimnis, das sie in uns selbst freilegt.“ Vom 1. bis 10. chen der Cineasten. Verschmähte auch nedig des Nordens, so feierte doch die becker und des angereisten Publikum 120 Filme wetteiferten um die Gunst V blikum und Lübecker Interessierten. auch kontroverses Prämierung Die sechs zur Verfügung stehenden Preise teilten sich Produktionen aus vier Ländern. Der dänische Film Brea- king the Waves von Lars von Trier er- rang zu Recht gleich zwei Preise. näm- lich den Ehrenpreis der Baltischen Filmschaffenden für seine in „mytholo- gischen Dimensionen“ erzählte .anrüh- rende Liebesgeschichte und den neugeschaffenen Kirchlichen Film- preis, dessen Jury in ihrer Begründung betonte, „daß es ihm gelungen ist, durch exzellente schauspielerische Leistung und hervorragende Kameraarbeit eine , außerordentliche Intensität zu errei- chen, die den Zuschauer zwingt, die Fragen nach Glaube, Liebe und Opte- | rung tiek persönlich mitzuverleben und November stand Lübeck wie immer im Zei- die Prominenz das Ve- Begeisterung der Lü- s fröhliche Triumphe. on Cineasten, Fachpu- Der künstlerischen Lei- tung - Andrea Kunsemüller, Linde Fröhlich und Hauke Lange-Fuchs - ist es erneut gelungen, ein Programm zusammenzustellen. 14 Spiel- filme aus Norwegen, Schweden, Finnland. Dän und Litauen bewarben sich im Wettbewer vier aus Dänemark und Schweden. Island w Jean-Luc Godard untypisch interessantes, aber emark, Island b, davon jeweils ar in diesem Jahr kommen. sich erneut mit diesen Themen ausein- anderzusetzen“. Eine lobende Erwäh- nung gab die kirchliche Jury dem Strei- ken Der 18. Mai. dem dänischen Beitrag von Anders Ronnow-Klarlund. der auch den verhältnismäßig hochdotierten För- derpreis des Norddeutschen Rundfunks für sein mit ...frischem Denken verbundenes unkonventionelles Erzäh- len“ erhielt; die Jury hob seine profes- sionelle Machart hervor, den Humor SO- wie die hervorragenden schauspieleri- schen Einzelleistungen. Den Kinder- und Jugendfilmpreis der Nordischen Filminstitute erhielt Bert, die letzte Jungfrau, schwedischer Beitrag von To- mas Alfredson für die Altersgruppe der 10- bis ISjährigen. Mit Witz und Hu- „Unsere Träume werden nie wahr“ Das wenigstens glauben zunächst die gekündigten Protagonisten des Restau- rants Dubrovnik in Aki Kaurismäkis wunderbarem außer Konkurrenz laufen- den Streifen Wolken ziehen vorüber. be- vor sie sich entschließen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und auf eigene Faust ein Restaurant zu öffnen. Man kann die formalen Qualitäten die- ses finnischen Films nicht genug rüh- men, insbesondere was die Klarheit und Brillanz der Handlung, der Schauspie- lerführung, der Räume und Farben be- trifft. Vielleicht ist es Susan Sontag. die unfreiwillig die Qualitäten dieses sin- gulären Regisseurs beschreibt: „Der höchste und befreiendste Wert in der Kunst ist heute die Transparenz. Trans- parenz meint die Erfahrung der Leucht- kraft des Gegenstandes selbst, der Din- ge in ihrem Sosein“. „Jch habe auf dich gewartet“, sagt Bess zu Jan in Breaking the Waves, dem an- deren herausragenden Beitrag dieses Lübeckische Blätter 1996/21 Festivals von Lars von Trier, eben ange- laufen in unseren Kinos. Ihre Träume scheinen wahr zu werden selbst im rau- hen Norden Schottlands in einer purita- nischen sektiererischen Gemeinde. Sie liebt bedingungslos und setzt sich damit in Widerspruch zu ihrer Umweelt. „Wenn ich vergesse, wie man liebt, ster- be ich“, verrät Jan Bess, als er gelähmt zu ihr zurückkehrt. Bess tritt ihren Op- kergang an. Ohne diesem außerordent- lichen Werk auch nur ansatzweise LE- recht werden zu können, sei die schau- spielerische Leistung von Emily Wat- son hervorgehoben sowie die beste- chende Regie- und Kameraleistung. die mit dem ausschließlichen Einsatz der Handkamera inklusive Reißschwenks und „verwackelter“ Bilder die Intensität hervorzauberte und den Sog bewirkte., in den die Geschichte den Zuschauer zog. Für von Trier gilt, was Wenders über Antonioni schreibt: „Unter seinen Augen gerät wirklich jede Kopfwen- dung, jede Geste, jede Kamerabe- schwach Schleswig-Holstein startete schon am Donnerstag. Die Qua- lität der Kinder- und Jugendfilme war wie fast jedes Jahr hoch. Die ausgefeilte Retrospektive war Verfilmungen von Werken des Romanciers Knut Hamsun gewidmet und zog Ströme von Publikum an. Eine kleine Ausstellung mit Plakat-Collagen zu Leben und Werk Hamsuns begleitete den Marathon. Die Kurzfilme traten in diesem Jahr qualitativ et- was in den Hintergrund. Dafür trotzten die Dokumentarfilme wie immer der Konkurrenz des Spielfilmwettbewerbs und boten Kennern Gelegenheiten, die so schnell nicht wieder- vertreten Das Filmforum mor, so die Begründung. wende sich der Film Fragen der Sexualität zu und be- schreibe witzig, spritzig und gleich- wohl ironisch distanziert, mit ausgefeil- tem Timing. die Situation in Elternhaus und Schule. ohne die Helden bloßzu- stellen. Das gesamte Angebot an Kin- der- und Jugendfilmen wurde lobend er- wähnt wegen seiner Professionalität und seiner Nähe sowohl zu seinen Hel- den sowie zum Publikum. Den Publikumspreis der Lübecker Nach- richten errang der Film Sonntagsengel. norwegische Produktion von Berit Nes- heim. Die Spieldosenstraße von Axel Brandt und EHlisabeth Waelchli bekam den Dokumentarfilmpreis der Industrie- Gewerkschaft Metall. wegung zu etwas Notwendigem. Unab- änderlichem. Unverwechselbarem. In einer Zeit. in der im Kino vieles so will- kürlich und austauschbar scheint. ist er wirklich ein Monument einer anderen Moral von Bildern“. „Hast Du Dein Opfer gebracht?“ Diese Frage stellt der Komponist Jon Leifs seiner jüdischen Frau. der Piani- stin Annie Riethof in dem isländischen Film Tränen aus Stein von Hilmar Odd- son, der in den 30er Jahren in Deutsch- land spielt und damit auf die traditio- nellen Stärken isländischer Filme. die immer existentielle Auseinanderset- zung mit der Natur. verzichtet. „Zu Op- fern entschließt man sich selbst“. ant- wortet Annie. in diesem Moment eine Schwester im Geiste von Bess. nach- dem sie für die rettenden Passports ge- sorgt hat und ihr Mann erkennen muß, daß sie dafür mit Ernst Zürchner ge- schlafen hat. ...Ich habe alles verloren: meine Eltern. meine Zukunft. meine 331
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