Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

nit- VIe- Jie- N- um I08- ren ich- ort. bot rten nes eme | ndi- neu den | [un- kti- eine ung des- ich- ftigt die ellte SEN- LEn. nns- VOr- ffir ück- wird t als het- urel kügt ang- ein. eine mu- LEN- Irste h: si; ende ;: Ox; > In; z olo- z 0olo- Com- lula- hun- rück 1bles lurch AUus- )artie r Te- stadt Ehri- man, inem ZW Ei- g mit 996/19 heller leichter Stimme die lebhafte zwei- " teSopranpartie, Christiane Hiemsch, am Alt und beeindruckender Vorabend als Gymnasiast zu hören, nun ihr Partner in einer weiteren Hosenrolle als Prinz von Tessalien, mit klangvollem Darstellung der Rolle. Benno Schöning sang den Vertrauten des Königs. Zwei karbige Wände, stets durch Be- leuchtung und Aufstellung verändert, | bilden das Bild, das Daniel Warton Le- ê ystellt hat, der auch nur dag Buffopaar in spezielle Kostüme steckt. Didier von Orlowsky führt eine gelegentlich be- wußt überzeichnende Regie und kindet in Sebastian C. Maier den Partner für die Turbulenzen des Buffopaares. Dag Or- chester der Musikhochschule Lübeck wird von Gabriel Feltz, dem neu Ver- ptlichteten Solorepetitor, dirigiert. Ju- belnder Applaus wurde dieser „Musik- pastete“ am Schluß zuteil. Hans-Jürgen Wille Musik Lehrerkonzert der Lübecker Musikschule Ein gut besuchtes Konzert mit Lehr- kräften der Lübecker Musikschule im eigenen Konzertsaal vermittelte iberi- sche Impressionen. Bei „Asturias“ von Albéniz und wirbe- ligen spanischen Tänzen demonstrierte Schlagzeuger Matthias Krohn krappie- rende Fingerfertigkeiten auf seiner Marimba, sehr zur Freude der zahlreich zuhörenden Kinder und Jugendlichen. Karyn Dobbs blies gekonnt eine Solo- „Laudatio“ auf dem Waldhorn. Mit sei- ner Gitarre bot Axel Schöttler sensible „Préludes“ .und „Etuden“ von Villa-Lo- bos und malte mit „Recuerdas“ spani- sche Stimmungsbilder. Für munteren Ausklang sorgten Jaques Ammon mit eigens arrangiertem Klavier-, Tango“ und zusammen mit Klarinettisten Jörg Peltzer bei einer Piazolla-Piece. Man hätte das aparte Programm sPpani- scher und lateinamerikanischer Musik noch mit Beispielen für Klavier, Geige oder Querklöte zum Beispiel von Ravel oder Milhaud anreichern können. Doch unterschied sich das Program dieser sonntäglichen Matinée wohltuend von dem üblicher Schüler- oder Lehrervor- spiele. Man sollte ähnliche Unterneh- mungen mit pädagogischem Akzent öf- ter durchführen. aten | onen zeigten, daß an der von der „Gemein- ] Die solide gearbeiteten Darbietungen nützigen Gesellschaft“ geförderten Lü- becker Musikschule auch bei mehr un- terhaltender Musik die Qualität der Wiedergabe im Vordergrund steht. Hans Mlillies Lübeckische Blätter 1996/19 1. Abonnementskonzert des Sinfonieorchesters des Norddeutschen Rundfunks Das Saisonauftakt-Konzert der Sinfoni- ker des Norddeutschen Rundfunks am 29. Oktober war stark gefährdet, mußte doch zunächst Emmanuel Krivine, der 1995 bereits das Sinfonieorchester diri- gierte, aus Krankheitsgründen kurzkfri- stig absagen. Dann ereilte Alain Lom- bard nach nur wenigen Minuten Proben- zeit das gleiche Schicksal, so daß für den Einspringer ein Einspringer gesucht werden mußte. Daß dann unter diesen Voraussetzungen das Konzert überhaupt stattfand, zwar um Dukas’ „Zauberlehr- ling“ verkürzt, verdient größte organisa- torische Leistung, mehr als Zauberlehr- lingsarbeit! Aber mit David Stahl, 1949 in New York geboren, jetzt Leiter des Charleston Sinfonie Orchesters in South Carolina, hatte man einen dirigentischen Hexenmeister gefunden, der vor allem beim zweiten Programmpunkt, der „Symphonie kantastique* von Hector Berlioz, so ganz dem Bilde entsprach, das man von den romantischen Takt- stock-Virtuosen hat. Sein agile, ein we- nig bizarre Dirigierweise brachte die impulsiven, klanglich expressiven Parti- en in den Schilderungen von „Episoden aus dem Leben eines Künstlers“ zu er- staunlicher Wirkung, während Iyrische Partien des ersten und auch der Walzer des zweiten Satzes mehr an Sentiment vertragen hätten. Stahl war darin der in- tellektuelle Mensch unseres Jahrhun- derts, der sich nicht in abgründige Lei- denschaften versetzen läßt. Sehr schön aber dann die ländliche Idylle in ihren klanglichen Schattierungen und die wahrhaft exzessiven beiden Schlußsät- ze. Seine Impulsivität konnte nur ein Orchester von der Qualität der Sinfoni- ker des Norddeutschen Rundfunks fol- gen. Das wurde vom Publikum auch mit set langem, stürmischem Beifall be- acht. Auch in Béla Bartóks großem Violin- konzert (h-moll) hatte das Orchester schon zuvor in einer sehr schweren Par- titur seine Meisterschaft und den sehr guten Kontakt zu David Stahl bewiesen. Doch richtete sich dort naturgemäß die Aufmerksamkeit auf den Solisten. den jungen, 1968 geborenen Griechen Leo- nidas Kavakos. der seine Partie. eine der schwersten in der Violinkonzert-Li- teratur, mit Klangschönheit, erstaunli- cher Leichtigkeit und in sympathischer Selbstverständlichkeit gestaltete, auf- merksam auch die musikalische Ent- wicklung dort verfolgend, wo sein Part aussetzte. Es bleibt der Eindruck einer exzellenten Wiedergabe dieser Partitur, die Bartók in souveräner Weise inter- pretierte. Arndt Voß 2. Abonnementskonzert des Sinfonieorchesters des Norddeutschen Rundfunks Nur anderthalb Wochen nach dem gran- diosen Saisonauftakt boten die Sinfoni- ker des Norddeutschen Rundfunks in ihrem zweiten Abonnementskonzert am 10. November wiederum ein Programm attraktiver Art. Alfred Brendel als So- list in Schumanns Klavierkonzert a- moll entwickelte sich dabei zum großen Magneten, der die Musik- und Kon- greßhalle bis nahezu auf den letzten Platz füllte. Seine Zuverlässigkeit, sei- ne beherrschte, in jeder Nuance durch- gestaltete und planvoll angelegte Musi- zierweise, die in der Interpretation nichts offen läßt, wird niemanden ent- täuscht haben: ein Schumann der LEi- stigen Verklärtheit, der inneren Di- stanz. Aber gerade das ist für den Re- zensenten auch eine Schwäche der Sicht Brendels. Denn er rückt ab von den Leidenschaften des Romantikers. stilisiert inn zum Klassiker, nimmt ro- mantisches Schwärmen in die Zucht und formuliert Schumanns Fantasie in strenger Logik. Und das Orchester des Norddeutschen Rundfunks folgte. Un- ter der Leitung Semyon Bychkovs, die vor allem dem Solisten diente, spielte es äußerst diszipliniert. tonschön und in sorgsamer Abstufung zum Soloinstru- ment. Das gefiel und brachte langen Applaus. den Brendel seinerseits mit einer Bagatelle von Beethoven als Zu- gabe bedachte. Wie ausgewechselt reagierte dann nach der Pause das Orchester auf Bychkovs nun gestaltende Dirigierweise. So konnte man jetzt Dmitrij Schostako- witschs Sinfonie Nummer 11 g-moll mit dem Untertitel „Das Jahr 1905“, sein Opus 103. in einer erregenden Wie- dergabe erleben. Die Sinfonie, die we- gen ihrer ideologischen Frachten im Westen weitgehend unbekannt ist. bannte die Zuhörer. Dank der intensiven Wiedergabe durch das Orchester und Bychkov, die sich allein in musikali- scher Logik offenbarte. sich in ihrem Pathos bis in Grenzregionen der Dyna- mik steigerte. konnte man vollkommen von dem Sujet absehen und Schostako- witsch als einen genialen Komponisten von bezwingender Art erleben, der ein offenes Publikum überzeugen kann. Die teils plakativen Wirkungen. die er aus einfachen. manchmal banalen Themen entwickelt, scheuen die große Geste nicht, vermögen aber das Verstummen in Trauer oder Resignation ebenso zu gestalten wie sie die Brutalität von Ge- walt und das einer verheerenden Macht Ausgesetztsein in fast physischer Pein nacherlebbar machen. Arndt Voß 301
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.