Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

ufen rlich chon orst, Orst- ellen 5 alg hHen- v enn des Ge- itge- T ZU /Aann Bür- LE- t den Uielt alten glei- ande- Amt e Er- 1 die- n ha- Fin Laien-Historiker zur fast vergessenen Lübeck-Gründung | Die Löwenstadt bei Herrnburg Hine Aufforderung an die Archäologen in Lübeck und Mecklenburg „In jenen Tagen wurde die Stadt Lübeck von aufhin bat der Herzog [Heinrich der Löwe vo Holstein], dafs er ihm den Hafen und die Insel und Wakenitz] überlassen möchte. Das wollte dieser n der Herzog eine neue Stadt oberhalb am Fluß Wakenit Land Ratzeburg und begann sie zu erbauen und zu befe. Stadt nach seinem Namên Löwenstadt, das heißt Stadt d | Ort wenig günstig wäre sowohl für den Haf- kleinen Schiffen erreicht werden könnte, be Adolf über die Insel Lübeck und den Hafe versprach, wenn er seinem Wunsch nach | der Graf überreden, tat es, weil die Not ihn zurück. Sogleich kehrten auf Gehei einer Feuersbrunst verzehrt ... ; n Sachsen] den Grafen Adolf [II von Lübeck [zwischen den Flüssen Trave icht tun. Darauf gründete nicht weit von Lübeck im stigen. Und er nannte die ; es Löwen. Da aber dieser en als auch die Befestigung und nur mit gann der Herzog nochmals, den Grafen n ins Gespräch zu ziehen, indem er viel gegeben haben würde. Endlich ließ sich zwang, und gab ihm Burg und Insel j ] iß des Herzogs die Kaufleute mit Freude unter Preisgabe der Erschwernisse der neuen Stadt und Mauern der Stadt wieder aufzubauen. “ zurück und begannen die Kirchen Helmold von Bosau: Slawenchronik, Kapitel 86 Es war nicht meine Absicht, mich mit der Löwenstadt zu beschäftigen, aber beim Aktenstudium zum Thema Lübetk- ker Grenzsteine im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv in Schwerin im Herbst 1995 fand ich wiederholt den Begriff „Burgwall“’'. Da Flurnamen normalerweise einen realitätsbezoge- nen Ursprung haben, kam mir spontan die Löwenstadt in den Sinn. Weil die Akten ohne Karten sind - heu- tiger Standort die sogenannte îGauck-Behörde - und ich mit den teil- weise dürftigen Maßangaben in den Be- gehungsprotokollen und so weiter keine Ortsbestimmung erreichen konnte, be- gab ich mich in das Lübecker Archiv und wurde schnell fündig?. denn ich noch ' zum | ehe- t La- te LE- ] Sol- | Nis- er bis n der :h ihr ftstel- Id ge- etzten ecken n La- | unda- > aber auch n aus dieser ange- h die 1996/13 wußte ja nun, unter welchem Stichwort ich suchen mußte. Außer den Akten über die üblichen Grenzirrungen, in de- nen hin und wieder der Burgwall er- schien, fand ich zwei Karten, in die der Burgwall eingezeichnet war. Die erste ohne Jahr und Signatur, vermutlich Mit- te 18. Jahnrhunderts?, und die zweite von Möhring aus dem Jahr 1781:/. Auf Grund vorstehender Angaben han- delt es sich um Stoffershorst an der Wa- kenitz. Dieser Flecken ist unter der Last des „Eisernen Vorhangs“ in die Knie gegangen und militärtechnisch umge- staltet, will sagen: platt gemacht wor- den. Einst lag Stoffershorst zwischen dem Herrnburger Mühlenbach und der Nie- brücker Beek?, die im Abstand von 250 Metern einst beide in die Wakenitz mün- deten. Beide Wasserläufe waren zirka 200 Meter vor der Mündung parallel zur Wakenitz miteinander verbunden. Die Niebrücker Beek ist rigoros begradigt worden und mündet in den Herrnburger Lübeckische Blätter 1996/13 Mühlenbach, und ihr Mündungsgebiet ist jetzt zugeschüttet‘. Der Burgwall - beziehungsweise das was von ihm in diesem Jahrhundert noch übrig war - deutet sich höchstens noch als Delle in der Landschaft an. Bei dem Namen Stokkershorst ist zu beachten, daß die Horste an der Wakenitz immer nach ih- rem Besitzer beziehungsweise Bewoh- ner benannt wurden. Die Ortsbezeich- nung „Neue Brücke“, nach der oben an- gekührter Bach seinen Namen hat. habe ich nur einmal auf der Schmettauschen Karte’ nahe Herrnburg gefunden. Die Löwenstadt bestand vom Winter 1157/1158 bis zum Frühjahr 11598 und soll in der Nähe von Herrnburg gelegen haben. Dieser Kernaussage haben alle anderen Autoren nichts hinzugefügt. Daß die Lübecker sich in ungeschütz- tem Gelände niedergelassen haben, ist unwahrscheinlich. Ein Stück Land, das von vier Seiten von Wasserläufen um- geben war, bietet sich als Zufluchtsort an. Im Westen die Wakenitz, im Norden der Herrnburger Mühlenbach, im Süden die Niebrücker Beek und im Osten die Verbindung zwischen beiden Bächen. Dazu im Südosten ein Wall. War es ehe- mals gar ein Ringwall? Da zu jener Zeit die Wakenitz noch nicht gestaut war, lag der Wasserspie- ' gel, auch in den beiden Bächen, um Stoffershorst herum um einiges tiefer. Die Ukerböschungen haben auch heute noch beachtliche Höhen, so daß sie si- cherlich schon für sich allein einen ge- wissen Schutz boten. Wenn das alles in etwa im 12. Jahrhun- dert so vorhanden war, konnten die Lü- becker mit wenig Aufwand die (alte?) Anlage in einen verteidigungsfähigen Zustand versetzen, denn in zwei Win- tern und einem Sommer läßt sich mit wenigen Leuten nicht viel aufbauen. Unterkünfte für die Familien und, da man ja Handel treiben wollte, Lager- möglichkeiten für Waren mußten er- richtet werden. Die Möglichkeit, daß dort eine alte Anlage vorhanden war, halte ich für gegeben: Oldenburg, Rat- zeburg - warum Herrnburg nicht? Im 18. und 19. Jahrhundert scheint der Burgwall schon nicht mehr das gewesen zu sein. was man sich unter einem Wall vorstellt, denn es ist manchmal der Zu- satz „der sogenannte“ zu lesen. Nach- stehend ein Akten-Qriginaltext?: „Die bisher streitige Horst, oder soge- nannter Burgwall, verbleibt der Stadt Lübeck, jedoch stehet den Herrnbur- gern frey, solches Stück Land, wenn es nicht von den Lübeckischen Fischern besäet wird, oder auch nach geschehe- ner Ernte zu beweiden. Es soll darauf niemalen ein Haus gebaut werden. Um diese Horst herum, bis an den Graben, so um die Haakenhorst herum gehet, sollen ein Scheid mit von gedachter Horst ab, Zeichen gesetzt werden. Da dort nur Sand ansteht, haben Regen und Wind ein leichtes Spiel. Zum letzten Mal habe ich die Bezeich- nungen Knochenhauerwiese und Burg- wall 1922 gefunden!’. In einem Ver- zeichnis Herrnburger Flurnamen sind beide zu finden. Wobei der Zusatz zu beachten ist „Knakenhauerwisch“: es wird erzählt. daß sie früher der Lübek- ker Schlachterinnung (Knochenhauer) gehört hat. Demzufolge gab es diesbezüglich im Raum Herrnburg nur eine mündliche Überlieferung. und durch die eingangs erwähnte politische Entwicklung der Mecklenburgisches Landeshauptarchiv: a) Regierung Ratzeburg; XI Landesgrenze mit Lübeck 1656, 1710. 1769-1778; b) Landvog- tei Schönberg; Die Landesgrenze am Waknit- zer Strom 1770- 1803 ? Archiv Hansestadt Lübeck: Altes Senatsar- chiv. Interna 14e Wakenitz ? ebenda Wakenitz 6/6 +“ ebenda Wakenitz 8/3 * Topographische Karte 1:25000. Lübeck 2130, Ausgabe 1879 î§ wie vor., Ausgabe 1966 Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau: To- pographisch oeconomisch und militaerische Carte des Herzogthums Mlecklenburg- Schwerin und des Fürstenthums Ratzeburg. 1788-1793. 16 Blätter (darin ist auch ein Teil des Lübeckischen Gebietes aufgenommen) * Ahasver von Brand. Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertums- kunde Band 39. 1959. Seiten 5-10 ° siehe Anmerkung Ia. Abschnitt C § 4 10 Flurnamen der Ortschaft Herrnburg: in Mit- teilungen des Altertumsvereins für das Für- stentum Ratzeburg. 1922. 4. Jahrgang. Num- mer 2. Seite 6 205
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