Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

In Lübeck haben kranke Kinder eine Lobby - 10 Jahre „Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder“ „Ihre Hilfsorganisation“, erklärte Lü- becks Stadtpräsident Peter Oertling vor 200 geladenen Teilnehmern der Fest- versammlung anläßlich des zehnjähri- gen Bestehens, „bildet einen Aktivpo- sten unter den Vereinen und Verbänden in der Hansestadt Lübeck und hat sich längst unentbehrlich gemacht“. Oert- ling spielte damit auf die Unterstützung an, die der Verein sowohl allen krebs- kranken Kindern und deren Familien als auch der Abteilung Kinderonkologie/ -hämatologie an der Kinderklinik der Medizinischen Universität zu Lübeck und deren forschenden und behandeln- den Ärzten, den Schwestern und Erzie- herinnen zukommen läßt. Die Therapieerfolge sind - trotz Zunah- me der Patientenzahl - beeindruckend: Heute dürfen etwa 70 Prozent aller bös- artig erkrankten Kinder damit rechnen, endgültig geheilt aus der Kinderklinik entlassen zu werden. Geleitet wird de- ren pädiatrische Hämatologie/Onkolo- gie und Immunologie von dem enga- gierten Oberarzt und Privatdozenten Dr. Peter Bucsky, der auch Zweiter Vorsit- zender der „Lübeck-Hilfe“ ist. Initiatorin. Motor und Seele des Vereins war und ist Edith Carstensen, für die sich ihre ehrenamtliche Tätigkeit längst zur Lebensaufgabe ausweitete. „Wir, der Verein“, bekannte sie vor der Fest- versammlung, „können die Kinder nicht gesund machen, das liegt allein in Got- tes Hand, aber wir können es ihnen und ihren Angehörigen erleichtern, das schwere Los einer so schlimmen Krank- heit zu ertragen“. In diesem Sinne ist sie tagtäglich unterwegs. Und eine Zwischenbilanz - das allein kann und soll der Rückblick nach „nur“ zehnjähriger Aktivität sein - dart sich wahrlich sehen lassen. Jedermann ver- mag sich vorzustellen, was unter der Fi- nanzierung von Schwestern- oder Erzieherinnen-Stellen, deren Fortbil- dung zur besseren Betreuung der kran- ken Kinder zu verstehen ist, unter Bei- hilfen zu Familien-, Ferien- und Kur- maßnahmen sowie unter Maßnahmen zur Verschönerung und Verbesserung des Umtfeldes, in dem die kranken Kin- der eine Zeitlang sich aufzuhalten ge- nötigt sind. Schwerer jedoch durchschaut der Au- Benstehende die segensreiche Tätigkeit, die der Verein dadurch ausübt, daß er hochmoderne medizinische Geräte so- wohl für die stationäre als auch die am- bulante direkte Patientenversorgung an- schafft: zum Beispiel das Ultraschall- 186 Gerät mit Spezialschallköpfen für 300 000 Mark oder das Doppler-Sono- graphiegerät für 230 000 Mark, beides jeweils mit tatkräftiger Unterstützung der Possehl-Stiftung. Das letztgenannte Gerät ermöglicht es, die für das Herz eventuell schädlichen Therapie- Neben- wirkungen früh zu erkennen, um recht- zeitig gegensteuern zu können. Ein mo- biles Gerät des Vereins versetzt die be- handelnden Ärzte in den Stand, direkt am Krankenbett des Kindes - und damit außerordentlich schonend für den klei- nen Patienten - ein Elektrokardio- gramm schreiben zu können. Das schwerkranke Kind muß dazu nicht mehr in ein anderes Gebäude der Klinik transportiert werden. Mit Hilke des Vereins konnte in den letzten sechs Jahren ein hämatologisch- onkologisches Forschungslabor aufge- baut werden. Die erzielten vielfältigen Forschungsergebnisse werden regelmä- Big in internationalen Fachzeitschrifkten publiziert und auf Fachkongressen in aller Welt dargestellt. Um die zuneh- menden Schreib- und Verwaltungsauf- gaben zu erledigen, die im neueinge- richteten hämatologisch-onkologischen Sekretariat anfallen, sorgte der Verein für eine angemessene Ausstattung die- ses Bereichs mit Elektronischer Daten- Verarbeitung. Patientenbezogene klini- sche Forschung, um Diagnostik, Thera- pieverkahren und Therapieergebnisse zu vervollkommnen, ist dem Verein „Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder“ ein wesentliches Anliegen. In Lübeck haben krebskranke Kinder eine Lobby. Das ist weder selbstverständlich noch war das immer so. In Lübeck arbeitet der ehrenamtliche Verein Hand in Hand mit den Spezialisten der Medizinischen Universität. Das verhindert einerseits Reibungsverluste, andererseits garan- tiert diese Abstimmung zwischen de- nen, die die Spendengelder einwerben, und denen, die sie zielgerichtet einset- zen, daß auch jede Spender-Mark direkt oder indirekt den kranken Kindern zu- gute kommt. Und wer sind die Spender, die jene viel- fältigen Hilfsaktionen erst möglich ma- chen? Ungezählte tausend Lübeckerin- nen und Lübecker, Privatpersonen, Fir- men, Vereine und Verbände, die oft grenzenlose Phantasie und ungeahntes Engagement entwickeln. So brachte ein Sportclub aus Timmendorfer Strand in drei Eishockey-Benefizspielen mehr als 100 000 Mark zusammen. Jubiläen, Kranzspenden und wohltätige Sammel- aktionen aller Art, überall in Lübeck ua und dem Umland und zu jeder Jahres- zeit bedenken den Verein seit nunmehr einem Jahrzehnt, weil sie sowohl um die lebensrettende Notwendigkeit sei- ner ehrenamtlichen Hlilfstätigkeit alg auch um dessen Seriosität wissen. Der Verein hat derzeit 250 Mitglieder, ist rund um die Uhr über seine Erste Vorsitzende Edith Carstensen zu errei- chen. Zur Zeit werden Gespräche mit der Ge- sellschaft zur Beförderung gemeinnüt- ziger Tätigkeit darüber geführt, ob eg sinnvoll ist, eine Stiftung für krebskran- ke Kinder bei der Gesellschaft einzu- richten. Peter Guttkuhn Junges Kammerorchester besuchte Klaipeda / Memel Zum 3. Mal besuchte das Junge Kam- merorchester Lübeck eine unserer Part- nerstädte. Nach La Rochelle und Kotka flog das Ensemble der Musikschule über Pfingsten nach Klaipeda/Memel. Das Orchester erhielt diese ehrenvolle Einladung durch den Bürgermeister persönlich. Ingeborg Sommer und der Leiter der Musikschule besuchten ihn in seinen Amtsräumen, während Britta von der Lippe mit dem Orchester im Saal der Universität probierte. Ein Ausflug nach Nida/Nidden zeigte die herrliche Natur der Kurischen Neh- rung und führte zu dem auf hoher Düne inmitten alter Kiefern gelegenen Tho- mas-Mann-Haus. Hier schrieb er ,Jo- seph und seine Brüder“. Ein gut gelungenes Konzert im Univer- sitätssaal beschloß den Tag. Besonde- ren Eindruck hier hinterließ das glän- zend eingespielte Orchester mit Musik von Händel und Nino Rota sowie dem Mozart-Violinkonzert G-Dur, das Dio- tima Wessel, früher Schülerin der Schu- le bei Britta von der Lippe, jetzt Stu- dentin an der Musikhochschule bei Pro- fessor Edinger, bewegend interpretierte. Ein Ausflug in den wunderschönen Park von Palanga mit dem hochinteressanten Bernstein-Museum und einem abschlie. Benden Kirchenkonzert rundeten den Besuch ab. Eine entsprechende Einladung der Han- | sestadt Lübeck an die Musikschule Klaipeda wäre ein angemessener Dank für eine liebenswürdige, umsichtige Ber treuung durch die Leiterin und ihre Lehrkräfte. Prof. Günter Behren, Lübeckische Blätter 1996/12 au Vo lemt Mals tione ANn24 | auch vor, Beh: gerli Aug nach aber wärt alte Nehl | aus: me, riges Wo ,. " „Im Stra! Hert | se S schie . ledis seine Ausf Mal gan drun nug . 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