Volltext: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

Zur Lübecker Museumslandschaft gehört ein Stadtgeschichtliches Museum In seinem Bericht über „Neue Akzente in der Lübecker Kulturpolitik („Lübek- kische Blätter“ Heft 8) hatte Kulturse- nator Ulrich Meyenborg selbstverständ- lich auch die sechs musealen Einrich- tungen der Stadt als wichtige Träger der Kultur in der Hansestadt - in dieser Reihenkolee - angeführt: die Ge- schichtswerkstatt im ehemaligen Me- tallhüttenwerk, das Kulturzentrum im ehemaligen Burgkloster, das Heinrich- und-Thomas-Mann-Zentrum im Budr- denbrook-Haus, das Museum für Kunst und Kulturgeschichte - mit dem ehema- ligen Sankt-Annen-Kloster, dem Hol- stentor, dem Behn-Haus. dem Dräger- Haus, der ehemaligen Katharinen- Klosterkirche -, das Maturhistorische Museum auf dem Areal des ehemaligen Domklosters, die Völkerkundesamm- lung im ehemaligen Zeughaus. Ein Mu- seum fehlte allerdings in der umfang- reichen Darstellung des Kulturpoliti- kers: das Stadtgeschichtliche Museum Hatte das Amt für Kultur in der Vorlage vom 10. 2. 1989 an den Kulturausschuß über einen „Museumsgesamtplan der Hansestadt Lübeck“ immerhin noch ein „Museum für Stadtgeschichte“ vorgese- hen, war dann in der der Bürgerschaft zur Sitzung am 15.11.1989 vorgelegten Fassung davon keine Rede mehr. Neben den Abschnitten „Museum für Kunst und Kulturgeschichte“ und .Naturhi- storisches Museum“ sowie ,.Völker- kunde-Sammlung“ gibt es im Muse- umsgesamtplan den Abschnitt „Präsen- tation der Stadtgeschichte“ mit den Be- reichen „Holstentor“, „Geschichts- werkstatt Herrenwyk“, „Burgkloster“ und „Archäologie“. Zum Bereich Burg- kloster wiederum wird auf die Be- schlüsse von Senat und Bürgerschaft aus dem Jahr 1969 verwiesen, mit de- nen sie der Errichtung eines Stadtge- schichtlichen Museums im Burgkloster zugestimmt hätten. Und es wird dann auch aus dem sehr ausführlichen Gut- achten des 1982 eingerichteten Arbeits- kreises „Stadtgeschichtliches Museum Burgkloster“. dem Vertreter von Hoch- schulen, Museen, Wissenschaftsinstitu- tionen, dem Deutschen Städtetag und Lübecker Ämtern und Institutionen an- gehörten, aus dem Jahr 1987 zitiert: „Das Ergebnis der Beratungen des Ar- beitskreises „ Stadtgeschichtliches Mu- seum Burgkloster‘ ist, daß in der Han- sestadt Lübeck ein musealer Schwer- punkt [Museum für Stadtgeschichte“ ausgebaut werden muß. Das historische Gebäude des Burgklosters ist nicht nur wegen seiner überkommenen Gestalt, den historischen architektonischen Ele- 178 menten und Wandmalereien, sondern auch wegen seiner geschichtlichen Be- deutung ein ideales Objekt für die Lür- becker Praxis bei der Errichtung von Museen. “ Von den vielen Vorschlägen auf 280 Seiten Gutachten ist im Gesamtplan hinsichtlich des Stadtgeschichtlichen Museums Burgkloster nur noch wenig übriggeblieben: 1. Präsentation des Ge- bäudes und Vermittlung seiner histori- schen Bedeutung („Burg und Kloster erzählen ihre Geschichte“), 2. Justiz- und Polizeiwillkür sowie Terror im da- maligen Dritten Reich, 3. Repräsentati- ve Veranstaltungen der Stadt und Durchführung von Ausstellungen. Nun hatte ich schon damals Kritik an der Errichtung eines Stadtgeschichtli- chen Museums ausgerechnet im Burg- kloster vorgebracht, würden doch die historische Bausubstanz und das noch ursprüngliche Erscheinungsbild der Räumlichkeiten des ehemaligen Klo- sters zu sehr beeinträchtigt werden müssen: „Auch konzeptionell dark an der absoluten Richtigkeit solcher Vor- stellungen Zweifel angemeldet werden“ („Lübeckische Blätter“ Jahrgang 1989 Heft 13). Auch Kulturausschußmitglied Hans Mlillies stellt sich jetzt („Lübecki- sche Blätter“ Heft 9) offenbar als guten Standort für ein „Hanse-Museumé“ statt des Burgklosters eher einen weiträumi- gen und erhaltenswerten Komplex eines Hafenschuppens auf der Wallhalbinsel vor. Da mag Museumsdirektor Gerhard Gerkens nun (,Lübeckische Blätter“ Heft 11) überhaupt nicht mitmachen - er ist generell gegen ein solches Stadt- geschichtliches Museum, fürchtet er doch durch Abgabe von Ausstellungs- gegenständen das Sankt-Annen-Mu- seum zum Steinbruch herabgewürdigt sehen zu müssen; aber insbesondere ist er gegen einen Schuppen als Standort, würde ein solcher wohl große sicher- heitstechnische Probleme aufwerken. Die Ablehnung eines Stadtgeschichtli- chen Museums im Burgkloster sollte nicht mein Nein gegenüber einem sol- chen Museum überhaupt sein. Ganz im Gegenteil - damals hatte ich geschrie- ben: „Natürlich braucht die Stadt Lü- beck bei ihrer Größe und ihrer großen Geschichte ein stadtgeschichtliches Museum:; die vielen Besucher der Stadt erwarten eine solche Einrichtung ... ein gesondertes Museum „Hanse, Handel, Hafen‘ müßte bei einer sich bietenden Gelegenheit in der Nähe des Hafens eingerichtet werden.“ Im Museumsgesamtplan wird die Situa- tion wie folgt deutlich gemacht: „Aber auch das beachtliche Niveau unserer heutigen Sammlungen dark über klagt. kende Detizite nicht hinwegtäuschen. Zu deren Behebung sind folgende vier Schwerpunkte in der Entwicklungsplz. nung zu berücksichtigen: - die Archäologie, die bisher überhaupt keinen Ausstellungsort erhalten hat, - die Stadtgeschichte - ein aufgrund der Geschichtsträchtigkeit der Hanse. stadt besonders empfindlicher Rück- stand -, die nur in Ansätzen im Hol. stentor und in der Geschichtswerk. statt Herrenwyk präsentiert wird ...“ Im Gutachten des Arbeitskreiseg „Stadtgeschichtliches Museum“ wer- den die Voraussetzungen für die Errich- tung eines Museums für Stadtgeschich- te so beschrieben: „Als Besonderheiten der Lübecker Geschichte drängen sich die Staatlichkeit des hansestädtischen Gemeinwesens, die führende Stellun Lübecks in der Hanse, die Verflechtung der Hansestadt in den europäischen Raum auf, ferner die archäologische Dokumentation dieser Geschichte von Vorstufen bis zur Neuzeit, die überkom- mene Gestaltung der Stadt und die lite- rarische Vertiefung des Urbanisie. rungs- und Industrialisierungsprozes- ses des 19. und 20. Jahrhunderts, an dem die Stadt teilhatte “. Lübeck als damaliges Haupt der ehemaligen Hanse, heute mit der histo- rischen Altstadt zum Weltkulturerbe er- klärt, kann sich nicht weiterhin darauf beschränken, durch Spezialmuseen - so der Naturhistorie, der Kunst und Kulturgeschichte, der Völkerkunde - Interessen zu befriedigen, Wissen zy vermitteln. Lübeck muß vielmehr auch durch ein allsemeines Museum die Ent- wicklung der Stadt, die Entwicklung der gesamten nordeuropäischen Hanse, die Bedeutung des Handels für diese zunächst Kaufkmanns- und später Städ- [.. „Weit i Ihr Artike genden Z. fenbar auc fallen, ein hen, w1e e palit. gie schrei angezogel (rass nac Ende der sig“. War zen Vergle Leser? Di Ihrem Art pie Antw zchärker ' | | | | | gchriktste Lühbec z. Bei e Schar überr Boulteé ter G: tierte: der H q. Unter Führr Holst und k Landi union 10. Die Mord teilte „Rott Krabl büßu1 StiZVC lasse [17. Mit e | teorganisation, die Voraussetzung des Hafens für den europaweiten Handel | ka 2 Frühj und damit die Hanse für Einheimische | c und Besucher aufzeigen. Natürlich ge- hört ein solches Stadtgeschichtliches Museum in die Nähe des Hafens. Natür- lich könnte auch ein Schuppen als Standort in Betracht kommen. Aber na- türlich sollte auch nach festen Gebäu- den - vielleicht Speichern - an der Un- tertrave Ausschau gehalten werden. Lassen wir das nicht nur utopische Vor- stellungen sein. In den Museumsge- samtplan sollte endlich konkret die Er- richtung eines Stadtgeschichtlichen Museums unter dem Mlotto „Hanse, Handel, Hafen“ aufgenommen werden. Bernd Dohrendorf Lübeckische Blätter 1996/12 | | Stiftu Das die Theat Unsere SFamsta! „Die M Samsta; GT 1 un „Plötzl. Einsch; in unsel Lübeckische
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