Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

J Leserzuschri|ten Warum immer gegen Siems? Was haben die Siemser eigentlich ver- brochen. fragt man sich. Als in den 60er Jahren die Herrenbrücke gebaut wurde, hat man sich kaum um die Belange der Bürger gekümmert, und nur der Zähig- keit des Gemeinnützigen Vereins Siems ist es zu verdanken, daß die Lage in Siems einigermaßen erträglich wurde. Dann sollte die Bundesstraße 75 von Rangenberg bis Travemünde Autobahn werden, was zur Folge gehabt hätte, daß der öffentliche Nahverkehr durch die Siedlung Rangenberg-Wallberg hitte fahren müssen. Eine unglaubliche Belä- stigung. Aber dann kam es noch besser. Die Autobahn 20 sollte mitten durch Siems gebaut werden. Schon jetzt sind die Häuser nur zwischen 10 und 50 Me- tern von der Bundesstraße 75 bezie- hungsweise der Autobahn 226 entkernt, aber dann wäre es mit der Autobahn 20 noch viel schlimmer geworden. Wir hö- ren immer noch die Meinungen unserer Mitbürger aus der Gegend von Grönau. Die waren nämlich der Meinung, daß der Lärm in Siems doch nicht so schlimm sei. weil wir es ja seit vielen Jahren gewöhnt sind. Ein wenig mehr sei doch zumutbar. Nun, diese Gefahr ist auch vorüber, aber jetzt geht es an die Herrenbrücke. was für Siems wieder einmal zwangsläufig erhebliche Belästi- gungen bringen wird. Vor allem müßte geklärt werden, was nun eigentlich ge- baut werden soll. Tunnel., erhöhte Brük- ke oder nur Ersatz? Die Siemser waren zunächst spontan für einen Tunnel. Aber bei weitergehenden Überlegungen fragt man sich, wo kommt man aus einem Tunnel heraus., wenn etwa 30 Meter Hö- henunterschied zu überwinden sind. Bei 6 Prozent Gefälle ist bei Straßen absolut Schluß. Muß der Siemser Bürger wo- möglich erst nach Kücknitz, um in die Röhre hineinzukommen? Was ist mit Radfahrern und Fußgängern? Letztend- lich ist die Herrenbrücke Hauptver- kehrsweg für unendlich viele Radfahrer im Sommer nach Travemünde oder um- gekehrt. Welche Trassen sollen die Tun- neleinfahrten haben und wieviele Häu- ser werden der Herrenbrücke weichen müssen? Was ist denn mit einer höheren Brücke? Für die Schiffahrt sicher vor- teilhaft und für den Straßenverkehr si- cher auch. Aber was ist mit Siems? Die Auffahrtrampen müssen entsprechend erhöht werden und die Fundamente ent- sprechend breiter. Wie sieht dann wohl Siems aus und wie hoch müssen dann die Masten für die 380-Kilovolt-Leitung nach Skandinavien sein? Und wie 140 kommt dann ein älterer oder wenig sportlicher Bürger zur Bushaltestelle? Die letzte Möglichkeit ist dann ja noch die Reparatur der jetzigen Brückenanla- ge. Aber wie läßt sich dies durchführen, ohne Siems für einige Jahre vom Ver- kehr abzuschließen oder zumindest er- heblich zu behindern? Alles Fragen über Fragen, um deren Be- antwortung sich der Gemeinnützige Ver- ein Siems schon lange bemüht, aber we- der von Bonn noch aus Kiel konkrete Antworten bekommt. Auch Herr Wan- neck vom Ministerium für Wirtschaft, Technik und Verkehr aus Kiel konnte auf der Jahreshauptversammlung des Gemeinnützigen Vereins Siems keine konkreten Aussagen machen außer der, daß noch gar nichts entschieden ist. Es ist nun leider so. daß weder Bonn noch Kiel sich wegen der Herrenbrücke festlegen wollen, die Zeit aber immer mehr dri ängt. Herr Wanneck führte aus, daß Kiel als Optimallösung einen Tun- nel ansieht, dieser aber wegen der Ko- sten nicht machbar sei. Die von Bonn zugesagten 160 Millionen Mark reich- ten nicht aus, und wenn von anderen Maßnahmen Geld abgezwickt würde, wäre dies auch ungerecht. Aber was soll das alles. meint man in Siems. Es gibt den Schürmann-Bau und viele andere Bauwerke. die im Nachhinein viele Mil- lionen Mark teurer wurden als geplant, und es gibt auch noch die Geldver- schwendung von Ämtern, wie man Rechnungsprüfungsberichten entneh- men kann. Sollten da die restlichen 60 Millionen Mark nicht doch noch aufzu- bringen sein? Lächerlich, meint man in Siems. und bestes Beispiel ist die Herrenbrücke selbst. Es wurde dabei doch jede müde Mark gespart, und was kam dabei heraus? Ein mit der heißen Nadel gefertigtes Bauwerk. Wie anders kann es denn sein, daß vom Tag der Ein- weihung am 4.8.1964 bis heute viele Millionen Mark für Reparaturen ausge- geben wurden. Der Gemeinnützige Verein wurde da- mals vom Land getadelt, weil auf seine Intervention eine zusätzliche Bushalte- stelle gebaut wurde, die Mehrkosten von sage und schreibe 60 000 Mark erfor- derte. Dann wurde die Herrenbrücke auch noch als Jahrhundertbauwerk ge- feiert, und Minister Dr. Seebohm erklär- te am Tag der Einweihung, daß man aut dieses Bauwerk stolz sein könnte und wertvolle Pionierarbeit geleistet wurde. In der Folgezeit hat sie bekanntlich nur noch Geld gekostet und ist nach 40 Jah- ren abgängig. Die Frage ist doch wohl erlaubt: was waren das für Ingenieure) Und jetzt geht es wieder nicht um die Zweckmäßigkeit, sonderm nur ung Geld. Kiel behauptet zwar, daß mit I Bonn intensiv verhandelt würde, nun doch einen Tunnel zu bauen, aber Bony erklärte, allerdings vor einigen Wochen dals von Kiel keinerlei Vorschläge vor. liegen würden. Die Siemser hoffen. dag, nachdem die Landtagswahlen gelaufen sind. wieder die tägliche Arbeit Vorrang hat und Bund und Land es schaften, zy einer für die Siemser Bürger optimalen Lösung zu kommen, bevor die Herren- brücke zusammenbricht. J | Herbert Schmitz, | I ] | Mut zum Umdenken! Als im Jahre 1990 an den Bushaltestel. | len Fleischhauerstraße und Pfaffenstra. Be Bussteige errichtet wurden, als da- ' durch dort die Fahrbahn auf eine Fahr- | spur begrenzt wurde, schrieb ich in die. sen Blättern (Seite 236) einen Artike] unter der Überschrift „Feuer in der Kö. nigstraße und keiner kommt durch!“. Und nun muß diese Mahnung aus dem Herbst 1990 dringend wiederholt wer- | den. denn nach der Fertigstellung des | Karstadt-Baues wird die Königstraße zwischen Fleischhauerstraße und Dok. tor-Julius-Leber-Straße der übrigen Ge- staltung der Königstraße angepaßt, das heißt auf eine Fahrspur begrenzt. Und dann wird an der Haltestelle Fleischhau- erstraße wieder ein Bussteig vorgebaut, der wegen des Karstadt-Baues wegge- nommen war. Das hat mir der Leiter des Amtes für Verkehrsanlagen jetzt auf An- krage mitgeteilt. Jetzt noch können alle Fahrzeuge an die- ser Haltestelle an den dort haltenden Bussen vorbeifahren, so dals hier Stau- bildung fast vermieden wird. Das soll nun wieder vorbei sein, denn, wie Herr Deistler schreibt, haben Senat und Bür- gerschaft wie natürlich auch die Bauver- waltung den Anbau des Bussteiges be- schlossen. Das geschieht um der Fuß- gänger willen, „um in diesem von Fuß- gängern am stärksten frequentierten Be- reich der Königstraße eine räumliche Trennung wartender Fahrgäste von den durchgehenden Fußgängern zu ermögli- chen“, wie Herr Deistler schreibt. Die hier wartenden Fahrgäste stehen aber lieber unter den vor Regen und Sonne schützenden Arkaden. Außerdem ist der Fußgängerbereich hier so breit, daß sich wartende Fahrgäste und Passanten nicht stören. Viel enger ist der FußBgängerbe- Lübeckische Blätter 1996/9 reich ZW ztrabe zwünger arkendt den vor ausstell durch, d der KÖl schlicht denden verwalti spiel auc aenberg! Je! Unc der Fah Fleischh Leber-S steiges ! nen. arb deutet n Brand 2 straße 4 oberen ' | ein, das kann es Bussen | straße si bis er s horngeti es um S retten 21 wenn F wagen ' LÖ LITE S Bilde France! 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