Full text: Lübeckische Blätter. 1996 (161)

iter 1996/6 heute das Erscheinungsbild des Klin- „venbergs prägen. Dazu gehörten vor al- lem der sowohl städtebaulich als auch architektonisch mißratene Ausstel- lungspavillon der Firma Rieckmann vor Jem ehemaligen „Kaufhaus am Klin- venberg“, aber auch eine deformierte Verkehrsinsel mit Normaluhr und küm- merlicher Spontanvegetation, depla- zierte Telefonzellen sowie uvier ctandortuntypische Bäume mit geringer Lebenserwartung. Folgerichtig wurde auch diese unbefriedigende Bestand;ssi- tuation vom Stadtbildpfleger bemän- gelt: ner gesamte Klingenberg ist durch reine vielfältigen Linienführungen von NIEI IN Bordsteinen und unter- schiedlichsten Oberflächen der Geh- wegbereiche nicht als platzartiger Be- reich erlebbar. Der große, mit einer stark betonten Dachblende versehene Ausstellungspavillon vor dem ehemali- gen Konsum-Haus in der Sandstraße ctört den unbedingt herzustellenden funktionalen und räumlichen Zusam- menhang zwischen der Fußgängerzone Breite Straße/Sandstraße/Klingenberg/ Dom. Dieser Pavillon ist 1952 unter starken Bedenken und daher auch nur hefristet genehmigt worden. Zuletzt hat der Senat im Jahre 1964 festgestellt, daß der Pavillon weiterhin geduldet wird, bis eine Neugestaltung des Klin- genbers angestrebt wird. .'4 Eine wesentliche Rahmenbedingung bei der Entwicklung von Alternativen zur Umgestaltung des Klingenbergs war auch im Jahre 1984 die künktige verkehrsführung zwischen Holstenstra- ße/Schüsselbuden und Muühlenstraße/ gandstrabe. Von dieser Verkehrsfüh- rung hing die kür Fußgänger zur Verfü- gung stehende Fläche auf dem Klingen- berg und damit das gesamte Gestal- tungskonzept ab. Sehr schnell wurde deutlich, daß ohne einen verbindlichen Beschluß der Bürgerschaft zur künf- tigen Verkehrsführung keine realisti- schen Planungen erarbeitet werden konnten. Bausenator Schmidt teilte dann auch in einem Schreiben vom Fe- bruar 1985 dem Bankdirektor Stahl mit: „Ieh bin in meiner Entscheidung nicht frei, weil sich die Randbedingungen, die sehr eng mit dem Verkehrsberuhi- gungskonzept für die Innenstadt zusam- menhängen, bisher politisch noch nicht abschließend klären ließen. Die Bür- gerschaft hat mehrfach über die Dinge beraten, und ich hoffe, im März dieses Jahres ein abschließendes Votum hierzu aus der Bürgerschaft zu erhalten. Diese Randbedingungen sind sehr wichtig, damit die von Innen dankenswerterwei- se angeregte und auch durch Ihr finan- rielles Angebot unterstützte Gestaltung Lübeckische Blätter 1996/6 Du zus O ..) ; des Klingenherg nicht ,in der Luft hängt‘ oder wir sogar Gefahr laufen, wertvolle Investitionen nach kurzer Zeit wieder in Frage stellen zu müssen. “'s Als die Bürgerschaft wenige Monate später die Unterbindung des Durchgangsverkehrs am Klingenberg beschloß (siehe Abschnitt 9). war der Weg für die Erarbeitung neuer Vor- schläge zur Klingenberg-Gestaltung erstmals frei. Die von der Bürgerschaft beschlossene Verkehrsführung grenzte die zu gestaltenden Platzflächen aller- dings ein. Es verblieb eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Flä- '’ Brief des Bausenators Hans-Dieter Schmidt vom 18.2.1985 an den Volksbankdirektor Stahl; Quelle: Archiv der Hansestadt Lübeck I C E 27 P UAF ~~ Abb. 43: Ehemaliger Rieckmann-Pavillon um 1985 h k che. die vor der Bank für Gemeinwirt- schaft beginnt und sich keilförmig nach Norden bis in die Sandstraße vor das ehemalige „Kaufhaus am Klingenberg“ erstreckt. Die Fläche des künftigen Klingenberg-Platzes wird östlich durch die Straßenverkehrsfläche der Mühlen- straßBe/SandstraßBe begrenzt. die auch dauerhaft für den Öffentlichen Perso- nen-Nah-Verkehr, für Taxen, Radver- kehr. Lieferverkehr und für Versor- gungs- und Rettungsfahrzeuge in bei- den Richtungen befahrbar bleiben soll. Westlich. vor dem Gebäude der Volks- bank. verbleibt weiterhin die Zufahrt zu den Parkhäusern Marlesgrube und Pfer- demarkt. die über die Schmiedestraße anfahrbar sind. (Fortsetzung folgt) 93
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