Full text: Lübeckische Blätter. 1995 (160)

Abbildung 5: Hede Bühl, Zeichnung, 1983 fkormatige Zeichnung von 1983 erwor- ben (Abb. 5), zu einem Kopt reichte das Geld in diesem Jahr nicht. Das holen wir im nächsten Jahr nach. Hede Bühls Zeichnungen sind selbständige Kunst- werke, also nicht einfach Vorzeichnun- gen für die Plastik, sondern sie begleiten sie. In innen wird ausgedrückt, was die Plastik hermetisch verbirgt: die Emotio- nen und die oft disparaten Kräfte, die hier wirksam sind. Gleichzeitig aber sind die Zeichnungen streng gebaute Arbeiten, die nicht selten auf scheinbar ganz zukälligem Papier angelegt sind: Packpapierbögen, Einwickelpapier, wasserabweisendes Papier. Fast immer sind die Zeichnungen mit Buntstiften 350 angelegt und mit gemalter Farbe. Unser Blatt ist sehr farbig: Auf graues. festes Papier gezeichnet. herrschen Rot, Schwarz und Weißtöne vor. Nur wenig Orangegelb hat die Künstlerin verwen- det. Die Zeichnung enthält ihre ganze bildhauerische Palette. Beherrschend ist eine große rotschwarze Wächterkigur, unten links entspricht ihr ein roter Kopt, oben rechts dominiert eine kleinere orangegelb-schwarze und unten rechts eine schwarz-weiße Figur. Die durchaus bildmäßige Zeichnung wird sich gut ne- ben unseren Gemälden behaupten. Von einer Bildhauerin wurde also als erstes eine Zeichnung gekautkt. Betrach- tet man die Neuerwerbungen des Jahres 1995, so wird man ohnehin keststellen. dal wir vergleichsweise viel Graphik erworben haben. Das bedarf einer Er- klärung: Erstens ist unser Bestand - wenn auch lückenhaft - an Zeichnun- gen und Druckgraphik recht gut und be- darf der Fortführung in die Gegenwart. Zweitens haben wir nicht genug Geld, um von einem Künstler ein Bild zu er- werben. Wenn also gleichwertige Gra- phik von ihm geschaffen wurde, dann haben wir uns auf sie beschränken müs- sen. Dabei ist aber immer zu bedenken, dal die zeichnerischen und druckgra- phischen Blätter nursehr selten keine Ausweichr oder Nebenwerke der Künstler sind. Sie können Vorarbeiten für gemalte oder modellierte Werke sein, sie sind aber auch Demonstrati- onszeichnungen, sie entstanden zu, ne- ben und nach den bildhauerischen oder gemalten Werken. Sie sind aber auch selbständige künstlerische Außerungen. Oft sind sie qualitativ den Bildern gleichzusetzen, man denke nur an die Graphik der Brücke Künstler. Nur - und dies ist ein eherner Grundsatz des Aus- stellens -: man sollte nie Graphik und Gemälde zusammen zeigen. Nur in tem- porären Ausstellungen ist dies erlaubt, wenn man die ganze Breite eines Wer- kes vorführen will. In der ständigen Ausstellung haben graphische Blätter jedoch nichts zu suchen. Denn sie fol- gen anderen ästhetischen Grundsätzen als die Bilder und benötigen auch ande- res Licht. Für die Graphik ist das Licht in unseren Ausstellungsräumen zu hell, für die Bilder oder die Plastik wäre es, wollte man die Bedingungen der Gra- phik bedenken, zu dunkel. Zudem sieht eine Graphik nicht selten wie ein etwas kümmerlicher Ersatz für ein Ölbild aus, Ölbilder wirken gegenüber der Graphik oft plump. Wo also Druckgraphik und Bilder gemischt werden, ist immer ein wenig sachkundiger und verantwor- tungsloser Museumsmann am Wirken. Vier Blätter erinnern an zwei große Kunstereignisse (je ein Blatt ist abgebil- det): Die uns von der Possehl-Stiftung übergebenen zwei Demonstrations- zeichnungen von Thomas Schütte (Abb. 6),. die an die Aufstellung der Figuren- gruppe Die Fremden 1995 in Lübeck er- innern. und zwei Blätter aus der 1993 entstandenen Folge Wrapped Reichstag (Abb. 7). Die Gruppe von Schütte ist ein akzentuierender Gegenpol zu einer vom Konstruktiven bestimmten Architektur. Die Figuren sind in meinen Augen ent- gegen von manchen geäußerten Be- kürchtungen nicht zu klein. Ihre Silhou- ettenwirkung ist ebenso eindrucksvoll wie ihre Präsenz in der Nahsicht. Sie erst geben dem Bau und seinen Besuchern eine Irritation, die Kunst immer aus- Lübeckische Blätter 1995/21 D. . Abhùildu Lruppe strahlen | ter rufe das Chr bereitet angesic| scheidet über die mittelm tages ist werk w sonders es POEti. den Blä nen zeig ben. Währen nomene sO sind « stimmulr Muße u wollen. zeichnul1 zum 14. zur Lith | 8). die r schenkt übergeb. Essen u nach eir Paracels dem po; Lübeckische
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