Full text: Lübeckische Blätter. 1995 (160)

Chronologie der 1750 zwischen Lübeck und Lauenburg gesetzten Grenzsteine im Bereich der Grönauer Heide Versuch einer Spurensuche von Hans-Ulrich Behm Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhun- derts hinein erstreckte sich die „Freie Heide“ von Klein Grönau im Süden bis kurz vor den Grönauer Baum im Norden. Der Grönauer Baum, der am Landgraben liegt, diente den Lübeckern bis 1750 als Grenzpaß. Im Osten stellten die Lände- reien von Falkenhusen und im Westen das Wulfsdorfker Feld die Begrenzung dar. Unser Augenmerk richtet sich aber aut das verbliebene, in einem Vergleich zwischen Lübeck und Lauenburg 1747 aus der „Freien Heide“ herausgetrennte Viereck und die mit Grenzsteinen 1750 bezeichnete Haupt-Hoheitsgrenze. Die Nordgrenze beginnt an der heutigen Grenze zwischen der Hansestadt Lübeck und dem Landkreis Lauenburg, 1200 Meter Luftlinie südlich vom Grönauer Baum, beim sogenannten Steinernen Kreuz, in der Höhe des Forsthauses Sankt Hubertus. Die Gesamtgröße der eingegrenzten Heidetläche betrug 594 Hektar, genug Raum, um die Gemar- kung der Inneren Stadt Lübecks mit 228 Hektar zweimal bequem unterzubrin- gen. Die Bodenbeschatfenheit veränder- te sich von Ost nach West. In den Niede- rungen der Wakenitz bis um Klein Grön- au herum befanden sich Flachmoortork- gebiete. Das Hauptgebiet der Heide ent- hält sandig-hnumosen Boden. Im Westen hingegen, im Bereich des Blankensees und des Wulfsdorker Feldes, finden sich Flachmoortorkgebiete mit Linsen aus trockenem feinkörnigen Dünensand. Wie ist die heutige Situation der ehema- ligen Haupt-Grenze? Die Ostgrenze, 1795 um 240 Meter nach Westen ver- setzt, bildet die Grenze zwischen Lü- becks Gemarkung Strecknitz und Groß Grönau. Aus der Westgrenze ist eine Gemarkungsgrenze zwischen den Lür- becker Fluren Blankensee und Wulfs- dortk sowie Groß Grönau geworden. Die Nordgrenze vom Falkenhusener Weg bis in die Höhe der Siedlung Wulfseck ist die Grenze zwischen Lübecks Ge- markung Strecknitz und Groß Grönau, wobei die restliche Strecke mit 490 Me- tern bis zur Ecke Moorweg / Blanken- seer Straße wiederum eine Ge- markungsgrenze zwischen der Lübecker Flur von Wulfsdork und Groß Grönau ist. Die „wunderbare Stille“ und den „Zauber der Waldeinsamkeit“, so wie sie Wilhelm Stier 1926 beschrieben hat, sucht man heute vergebens. Nur das seit 1970 zu Lübeck gehörige in der Gemar- 1 64 M * . . ff Lübeck ... cy... E A M a §. /I. RC .) W :: ; j P JZ E § " ! - B 1 LE ) 1 . I r .° Grenzpass tu Bg rm144 W. / S m . 75 c : Z bEf- . E IE ) 2:3; > I. .. 2y - E5 i F5 EIA: d) e : E/. I..- x. Z: rr - p E- F) E} . so g Cum . Werzogtnun > E} “ § " A Gj Es chsed] t CE] Ü . w .. w . ä ) .: ‘ HE ER N E Js :.. wr "tis T !: ) W e . i . L. H. CI] :: s . cus : '. :]. .: k.: A) . M V v. te: . ss . wi . s. ESS “. ; z E Z) Ratzeburger EF See EF f d.; ZE Situationsplan im Grenzbereich zwischen dem Territorialbesitz der Y Lübeck und dem Herzogtum Sachsen-Lauenburg vor Teilung der „Freien Heide“. 1579-1747 mit dem Titel : ,, Ausschnitt eines Kartendruckes von 1742 zum Möllner Wiedereinlösungsprotzeß CARTE VON DEM DISTRICT LANDES, SO VON DER LÜBECKSCHEN LANDWEHR AN ZWISCHEN DER STECKNITZ, DELLVENAU, UND DER TRAVEN BELEGEN, GRÄNTZET UND RÜHRET AUFF DIE BILLE, UND SICH BREITET UND WENDET BIS AN LAUENBURG “. Uberarbeitete Darstellung. kung Groß Grönau gelegene Stand- ortübungsgelinde des Bundesgrenz- schutzes besitzt noch den ,Flair“ der Heide. Doch Vorsicht. „Unbefugtes Be- treten verboten!“, „Bei Zuwiderhand- lung wird Anzeige erstattet!“. Welch Ironie. Kurzer Rückblick Vom 13. bis I6. Jahrhundert erwarben kapitalkräftige Lübecker Bürger Dörfer und Landbesitz im Lauenburgischen. Der Erwerb diente der Kapitalanlage und der Steigerung des Einflusses. Auch die Sicherung wichtiger Handelswege, so des Stecknitz-Delvenau-Kanals, die „nasse Salzstraße“ genannt, der die Ver- bindung ab 1398 zwischen Elbe und Ost- see herstellte, war von großer Bedeu- tung. Derstetige „Ausverkauf“ -und der damit verbundene Machtverlust - galt den Lauenburgern als „Dorn im Fleisch“. Auch die Veräußerung von Mölln und der gleichnamigen Vogtei 1359 durch die Herzöge Albrecht V. und Erich III. von Sachsen-Lauenburg ge- schah aus reiner Geldnot. Lübeck ergritt (Fotos: Herbert Jäger) auch hier die Gelegenheit. Für 15580 Lübecker Gulden kamen Stadt und Vog- tei Mölln unter die Pfandherrschaft der Hansestadt, allerdings mit Einräumung eines Wiederkaufsrechts für die Herzö- ge und deren Erben. Zahlreiche Versu- che zur Wiedererlangung der verlorenen Gebiete scheiterten an der Sturheit und dem kaufmännischen Geschick der Lü- becker. Beispielsweise präsentierten sie überzogene Rechnungen. Nach dem Einreichen einer Klage Lauenburgs durch Herzog Adolf vor dem Reichskammergericht 1580 und mehre- ren Teilurteilen zu Ungunsten Lübecks verpflichtete sich die Hansestadt 1667 zur Herausgabe von Mölln. Dieses ge- schah jedoch erst 1683. Auch das 1727 ergangene Urteil des Reichskammerge- richtes in Wetzlar über die Herausgabe aller noch strittigen Dörfer und Güter an Lauenburg brachte keine Einigung. Ein Hin und Her beidseitiger Einwände wie auch gerichtliche Entscheidungen zogen sich über Jahre hin, bis eine Wendung zu Ungunsten Lübecks zu erkennen war. Lübeck wurde zur Herausgabe aller auf die strittigen Gebiete und Dörter sich Lübeckische Blätter 1995/11 beziet Rechr beck. getrie dieser de, gil Land. Pas S de am am A. beck den Recht von L von L ver ur rückg ander: den, ( lendel Die A treten tausck tigen gen u 14. A Seite Haecl Justiz Grenz Reise: Beam Aufm Kapit Festle 13. 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