Full text: Lübeckische Blätter. 1995 (160)

Gang- sichert ? Katalog ifgebau- k gehört tten Eu- lerartige n. Das nd Rolf Mlateri- aben, ist mmt Be- n Zügen Lübeck Lübecks ragender Beim knappe lurchaus egleiten- , Angabe nd ande- | belegen e Lübek- är“. wul 's men- ‘' bereit- >rscheint e Layout s-Adres- hen dem 1-Titel - tter 1995/10 die zudem mangels Daten oft Ieer daste hen - überhaupt nicht auf. Man braucht etwas Ubung, um die innewohnende gystematik zu begreifen - und sich ihr entsprechend zu verhalten. Auch zur Bild-Dokumentation kommen | Lnachanfäng glicher Begeisterung ) ~ Eini- ge Wünsche auf. Dies gilt auch kür die Bebilderung der beiden zentralen Auf- sätze (von Brockow und Gram: atzki, dazu unten). Die Bildgrößen sind bei schwarz-weiß meistens brauchbar, im Farbteil. der nur dank einer hochherzi- gen Spende der , „Gemeinnützigen“ mög lich wurde, reduzieren sich einige Es mate auk Briekmarken-Größe. Was da nun - allein durch das Signal „Größe“ - als wichtig oder weniger wichtig bewer- tet wird, ist Sache der Autoren. Ich be- daure beispielsweise eher das Fehlen von Detailaufnahmen etwa des Freile- gungszustands der Könige an der Wand von Königstraße SI: da gab es eine Qua- lität, die durch die nivellierende Restau- rierung verlorengegangen ist. Eine schlichte Dokumentierung des Befunds ist ja auch Aufgabe eines Katalogs. Ein leichtes Unbehagen überkommt mich auch beim Betrachten der Gesamt- aufnahmen von Zimmer-Decken. die durchweg in verzerrenden Schräg-Sich- ten gegeben werden. Glänzende und überzeugende Gegenbeispiele sind da nur Alfstraße 26 und Engelsgrube 45 (Katalog Abbildungen 4, 31) oder Jako- bikirchhok 3/4 (Gramatzki 83a c), wird doch in diesen Senkrecht-Projektionen klar, wie stark das architektonische Ele- ment überwiegt. Da die Text-Autoren selbst zur Kamera greifen mußten - lei- der auch zum Blitzgerät -, wirkt die Bilddokumentation über weite Strecken etwas laienhatkt. Aber da heutzutage ja „jeder kotograkieren kann“, wird der ge- neigte Leser dies wohl weniger monie- ren und der unruhe-verbreitenden Syn- tax stürzender Linien und halsbrecheri- scher Zufalls-Winkel eine eigene Quali- tät abgewinnen. Es müßte aber vermeid- bar sein, dal Bilder .über Kopf“, also verkehrt abgedruckt werden (zum Bei- spiel Katalog 43e, 121, F 10c und F 40 und Gramatzki 9, 48). Chronique scandaleuse Wer nun den Katalog .liest“ und die Angaben mit Muße Objekt für Objekt nachzuvollziehen versucht, gelangt un- weigerlich zu zwei Erkenntnissen: I. In der Verdrängungsformel .abgängig“ subsummieren die Bearbeiter die un- glaublichsten Abbruch-Skandale insbe- sondere der letzten Jahre. Wissenschaft- lichkeit verpflichtet offenbar zum fein- fühligen Ausblenden von derartigen Sachlagen. Einige prominente Adressen Lübeckische Blätter 1995/10 - gz„abgängiger“ Malerei, die in mir immer noch Empörung auksteigen lassen, möchte ich herausgreifen und die Verur- sacher nennen: - Alsheide 19, Untertrave 44/45/46 (Planungsamt, Abteilung Sanierung), - Depon A 20, Obertrave 16, Große Pe- tersgrube 29 (Musikhochschul- Planung des t NU - Füchtingshof und Glandorpshot (, Vereinigte Lübecker Wohnstifte‘*) - die Katalog-Fotos zeigen hervorragende Freilegungszustände, welche die LELE- benen Bezründrngen kürs Verschwin- den als blanken Zynismus denunzieren, ~- Mühlenstraße 8 (Rieckmann-Skandal 1977). - Königstraße 49-57, Doktor-Julius-Le- ber- Su ho 34/38 (Investoren-Planung „Königpassage“, nachdrücklich beför- dert durch Senatspolitik). Und wer den Verlust aus allgemein be- kannten Abbruch- Orgien hochrechnet (CKA Mühlenstraße, Friede-Beutin und Karstadt zwischen oberer Hüxstraße und Schrangen sowie zwischen Breite Straße und Königstraße, Allgemeine Orts- Krankenkasse und Frentzen / zu- letzt Schaulandt in der Fleischhauerstra- Be, Musikhochschule Obertrave 16 und Depenau 22-28) und wer zudem weiß, welche Dunkelziffer es bei der öffentli- chen“ und ,privaten“ Sanierung gibt, kann sich der Einsicht nicht entziehen, daß es schlecht steht um Lübecks histo- rischen Bestand. Der Katalog ist auch ein Nekrolog. Die zweite Erkenntnis: Es ergeht eine unüberhörbare Aufforderung an die ver- antwortlichen Hausbesitzer, Planer, Bauträger und natürlich in erster Linie an die verpflichteten Fach-Ämter, den Schutz der noch vorhandenen und unter jüngeren Tünchen noch vermuteten Ma- lereien offensiver als bisher zu betrei- ben. Hinweise wie „Zustand bedenk- lich“, „seit Aufdeckung weitgehend ab- gefallen“, „durch Übermalung mit Di- spersionsfarbe zerstört“. „Verbleib un- bekannt“ belegen die Überforderung ei- ner Denkmalschutz-Behörde, die von sich sagt, daß sie den Zustand der Wand- und Deckenmalereien nicht kontrollie- ren könne. In den meisten Fällen wisse man nicht einmal, ob eine vor x Jahren freigelegte und - vielleicht -konservier- te und restaurierte Malerei überhaupt noch existiert. Dazu paßt auch, dal eine Reihe bedeutender Deckenmalereien und Fragmente unter abenteuerlichen Bedingungen in „Lagern“ des Denkmal- amts und des Landesbauamts sowie im Depot des Sankt-Annen-Museums und sonstwo ihrem absehbaren Ende entge- genrottet. Da weiß man. wozu ein Kata- log gut ist. Und schon ein paar Nachträge Es soll nicht verschwiegen werden, dal hin und wieder auch schlusig gearbeitet wurde. Natürlich fehlt manches vom bekannten Bestand - was wenig besagt. dafür wird jede Menge längst verlorenen Materials aufgenommen. Über die Akanthus-Wand -mit Adlern - im .Pok- kenhof“ 1 (Kleine Burgstraße 20) und eine Vielzahl an Fragmenten des 17. Jahrhunderts in den Nachbar-Häusern hätte das Denkmalamt Auskunft geben können, ebenso über eine bedeutende Bretterdecke des 17. Jahrhunderts. die 1977 von einem Container vor Untertra- ve 61 gezogen wurde und sich jetzt im Haus Sankt-Annen-Straße 6 befindet. Einige Angaben sind nicht richtig: Der Flügelanbau Doktor-Julius-Leber-Stra- Be 34 ist mitnichten abgebrochen, der Verbleib der bemalten Dielenbretter im Haus Braunstraße 27 (am Ort) ist durch- aus bekannt, die Malereien im Haus En- gelswisch 17 sind nach Freilegung in den 20er Jahren wohl .verblieben und wieder übertapeziert“, nichtsdestotrotz wurde das gesamte Areal (,.Wil- cken-Brauerei“) aber 1982 abgebro- chen. Angemertkt sei auch, daß die erhal- tenen Deckenteile aus Kleine Burgstra- Be 18 zum Bau-Bestand des 1985 abge- brochenen Flügelanbaus gehörten. Beim Abbruch verschwanden dagegen die ebenfalls bemalten Eichenbohlen des Hochkellers. Peinlich die Zuordnung des Grundrisses von Breite Straße 38 zu Mengstraße 38 (Seite 507); mit einem Blick in den Kataster hätte dieser Lapsus vermieden werden können: ein solch untypischer Haus-Zuschnitt ist nur im Winkel zur Beckergrube möglich gewe- sen. Und ùürbertrieben vorsichtige „Wissenschaftlichkeit“ wirkt nur noch lächerlich: Deckenmalereien im Brand- gebiet von 1942 (zum Beispiel Untertra- ve 74) werden. man glaubt es kaum, tatsächlich als „wahrscheinlich zerstört“ angegeben. Mit den Literatur-Hinweisen habe ich große Probleme. Man fragt sich allen Ernstes: Welche Literatur gilt bei wel- chem Autor in welchem Zusammenhang wann wo zitierfähig? Zumindest erwar- tet man einen direkten Bezug zu den in Frage stehenden Malereien. Weshalb gelten beispielsweise Bilder aus Knüp- pel „Wohnen in der Altstadt“. die dort ohne Ortsangabe stehen. im Katalog als „Literatur“? Gleiches sei zu unserem Buch „Historische Häuser ...“ (Finke/ Knüppel/Mai/Büning) angemerkt: Wir verzichteten bewußt auf Angabe der Standorte der abgebildeten Malereien, dennoch wird manches Bild ..zitiert“. kurioserweise aber eben nur manches; das von uns ausführlich gewürdigte Haus Dokttor-Julius-Leber-Straße S58 153
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