Full text: Lübeckische Blätter. 1995 (160)

| Konzert der Lübecker Musikschule der Es war beeindruckend, mit welchen Heerscharen die Lübecker Musikschule der „Gemeinnützigen Gesellschaft“ zum musikalischen Brunch am Sonntagvor- mittag im Kolosseum aufwarten konnte. Dabei waren es nur die Nachwuchsfor- mationen von Jugendblasorchester und Kammerorchester. Daneben gab es eini- ge Kostproben von Solobeiträgen mit Preisträgern des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“, der gerade stattge- funden hat. Bei allen Darbietungen be- wiesen sich erstaunliche Leistungen, die otkkensichtlich nur deshalb erreicht wer- den, weil im Instrumental-Einzelunter- richt konzentrierte Anweisungen Ppäd- agogisch versiert lenkender Lehrkräfte so am effektivsten umgesetzt werden können. Besonders deutlich wurde die- ses bei den Geigen (Johanna Ihde, Malte Groth) und beim Klavier (Birgitta Rose, Juliane Friebel). Damit konnte die Schu- le, die sich nicht darauf versteht, Ju- gendliche nur zu beschäftigen, sondern künstlerisch in die Arbeit großer Grup- pen einzubinden, eine vorzügliche Visi- tenkarte abgeben; sei es die Junior-Band unter Gerhard Torlitz bei handfestem Marsch und kessem Cha-Cha-Cha, so- gar mit Bariton-Saxophon, oder das Nachwuchs Streichorchester. Auch im- ponierte ein großes Schlagzeug-En- semble unter Matthias Krohn mit exoti- schen Rhythmen und eine Gruppe, die „Gemeinnützigen“ mit zehn Querflöten und zwei Fagotten apart besetzt war. Schulleiter Günter Behrens und alle Lehrkräfte der Klassen Schlesinger, Bidlingsmaier, Schmidt-Marsmann, Goldfeld und Ammon konnten mit den praktizierten Leistungen vollauf zufrie- den sein. Nebenbei bemerkt: Auf- und Umbau der Formationen, bei anderen Veranstaltungen häufig störend, klapp- ten vorzüglich. Abschließend trat das Junior-Orchester unter Britta von der Lippe mit L. Mozarts „Kindersinfonie“ in „Konkurrenz zum Städtischen Orche- ster“. Es war besonders erfreulich, daß die Mehrzahl der zahlreichen Zuhörer als Junge und Jüngste gewiß das zukünf- tige Reservoir der Schule bilden werden. Allen, die gekommen waren, bot sich ein umfassendes Bild von der Spannweite des musikalischen Angebots, für das die Stadt und die „Gemeinnützige Gesell- schaft“ hohe Zuschüsse zu gewähren bereit sind. Hans Mlillies Gewinner der Schule im Regionalwett- bewerb „„Jugend musiziert“. 1. Preis: Anna Mönkemeier, Flöte, Klasse Torlitz (111. Altersgruppe) Frank Schimansky, Flöte, Klasse Torlitz (IV. Altersgruppe - Weiterleitung zum Landeswettbewerb) Johanna Büsch, Blockflöte, Klasse Hampel (III. Altersgruppe - Weiterlei- tung zum Landeswettbewerhb) 1. Preis Kammermusik (IV. Altersgrup- PE): Muriel Heller, Flöte, Klasse Torlitz Corinna Maler, Cello, Klasse Schlesin- ger Juliane Friebel, Klavier, Klasse Bid- lingmaier 1. Preis Trio (Klasse Schlesinger, HI. Altersgruppe - Weiterleitung zum Lan- deswettbewerb) Timon Korff, Cello Katharina Korff, Violine Arletta Korff, Violine 1. Preis Klavierbegleitung (Klasse Am- mor, HI. Altersgruppe - Weiterleitung zum Landeswettbewerb) Birgitta Rose Merle Thomas guter Erfolg Trio (11. Altersgruppe) Marina Kondracheva, Klavier, Klasse Silberbach Sebastian van der Bosch, Cello, Klasse Schlesinger Johanna Ihde, Violine, Klasse von der Lippe LITERATUR . THEATER - MUSIK .- AUSSTELLUNGEN - VERANSTALTUNGEN Musik 4. Meisterkonzert: I Musici di Roma beim Verein der Musikfreunde Der Schreck, den die Einstellung des pro-ArterAbonnements hervorriek, scheint die Beliebtheit der Meisterkon- zerte des Vereins der Musikfreunde nicht beeinträchtigt zu haben. Das Gast- spiel der „Musici di Roma“ in der Mu- sik- und Kongreßhalle war gut besucht. Zehn Musiker des zwölfköpfigen En- sembles eröffneten mit Rossinis liebens- würdiger Sonata a Quattro in seidig ge- sponnenem Streicherklang den vielver- sprechenden Abend. Die unbeschwerte Leichtigkeit dieser Musik kam in der Akustik des großen Saales sogar ohne Dirigenten gut zur Geltung. Zwei Concerti - von Boccherini für Cel- lo und Giordani für Cembalo und Strei- cher - sorgten für Abwechslung, aller- dings auch in der Qualität der Ausfüh- rung. Denn dem Cellisten gelang es nicht immer, das rasante Laufwerk into- nationsrein und durchsichtig in den Lübeckische Blätter 1995/6 Griff zu bekommen - da sind wir von der Celloklasse David Geringas an Lübecks Musikhochschule geschliffenere Lei- stungen gewohnt! Vom Cembalo dage- gen wurde die bescheidene Substanz des Werkes mit silbriger Brillanz technisch virtuos aufgewertet. So wie kürzlich beim Spiel des Consor- tium Classicum im Kolosseum Brittens Fantasie-Quartett nicht so recht in die Programmfolge passen wollte, blieb bei den „Musici“ unerfindlich, warum man auf die heiteren italienischen Kleinig- keiten des 19. Jahrhunderts Anton von Weberns düsteren „Langsamen Satz für Streichorchester“ von 1930 kolgen ließ und danach noch auf Schubert und Mo- zart zurückgriff. Dadurch erhielt der zweite Programmteil den Charakter ei- nes zufälligen Sammelsuriums dessen, was man „drauf hatte“, obwohl sich das Orchester bei von Weberns unerwartet zahmen Anspielungen und Anklängen an Spätromantiker mit sonorer Klang- fülle einsetzte, Schuberts Rondo für Violine und Streicher der Primaria die Chance zu tonschöner und technisch höchst gewandter Ausbreitung gab. schließlich mit Mozarts bekanntem Di- vertimento F-Dur eine beliebte kleine Spielmusik an den Schluß setzte. die graziös und dynamisch gestuft, wenn auch als „Rausschmeißer“ etwas abge- droschen, das vielseitige Programm schwungvoll beschloß. Bei zwei Vivaldi-Zugaben konnten sich die Qua- litäten des Ensembles noch einmal in bestem Licht zeigen. Hans Mlillies Consortium Classicum im Kolosseum beim Verein der Musikfreunde Den Programmplanern des Vereins der Musikfreunde ist zu danken. daß sie den Zyklus ihrer Kkammermusikkonzerte im Kolosseum mit dem Gastspiel eines ge- mischten Ensembles auflockerten, das eine Augen- und Ohrenweide darstellte: Im „Consortium Classicum“ musizieren vier Streicher mit vier Bläsern zusam- men. Das ergibt die farbige Klangmi- 101
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