Full text: Lübeckische Blätter. 1994 (159)

Nachruf auf Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Gabler Ulrich Gabler starb am 24. Februar an den Folgen einer schweren Krankheit. Seit 1938, nur durch den Kriegseinsatz unterbrochen, also zirka 50 Jahre lang, lebte erin unserer Stadt, die er liebte und deren Wohl ihm am Herzen lag. Aus dem Krieg zurückgekehrt, über- nahm er das Ingenieurbüro, in welchem er 1938 als junger Diplom-Ingenieur sei- ne Berufstätigkeit aufgenommen hatte, nämlich das Ingenieurbüro für Schifkk- bau,. dessen bisheriger Eigentümer, der Krupp-Konzern, 1946 liquidiert wurde. Diese Gabler-Entscheidung hatte für Lübeck und für den deutschen Schiffbau 1956 eine große Bedeutung, denn im Ingenieurkontor Lübeck entstanden un- ter Einsatz von mehreren hundert Inge- nieuren und Technikern die Entwürke für über 100 Unterseeboote und die zu- gehörigen Fertigungsunterlagen, wiederum Tausenden auf den Werften und in der Zuliefkerindustrie Arbeit und Brot gaben. Das Kontor wurde als Ein- zelunternehmen Marktführer auf diesem Gebiet, während weltweit ähnliche Bü- ros Staatsbetriebe oder in der Hand von Konzernen sind. Ulrich Gabler gab als Ingenieur die wesentlichen Impulse und die haftete als Unternehmer zu 100 Prozent. Er selbst bezeichnete sich als „Kon- strukteur“. Das war nicht nur ein Zei- chen seiner Bescheidenheit, er wollte damit auch die Bedeutung dieser Tätig- keit betonen. Im Gegensatz zum Bau von Gebäuden wird im Schiffbau kaum der „Architekt“ genannt, obwohl es sich um Äie Werke der „Naval Architects“ han- delt. In internationalen Handbüchern findet man aber bei zahlreichen Booten den Zusatz „Plan Gabler‘! 1962 gründete Ulrich Gabler die Ma- schinenbau Gabler. Seinen beiden Min- derheitsgesellschaftern und Geschäfts- führern stellte er in g großzügiger Weise das Startkapital zur Verküg rung. Heute ist dieses Unternehmen aut folgenden Gebieten erfolgreich tätig: Zuliekerun- gen für den Schiffbau, Thermokormma- schinen und Krankenhaus-Müllentsor- gung. 1978 schied Gabler mit 65 Le- bensjahren aus dem aktiven Berufsleben aus. Nachfolger wurden seine engsten Mitarbeiter, so daß die beiden Firmen in seinem Sinn fortgeführt wurden. Die Ulrich-Gabler-Stiftung hat fast 5 Millionen Mark für 19 Bauvorhaben ausgeschüttet, dazu gehören: das Gri chenzentrum des Dic akonischen Wey] Lübeck. das Haus Gothmund, der j, gendraum der Dietrich-Bonhoefker- pelle i in Israelsdork, der Travehok Leg, ter-Haufe-Haus des Heimes Vorwe; die Petri-Kirche in Lübeck, das kj, Wagner-Haus, das Tagesptleg ZEheh und die Verwaltung der Gemeindedj konie, die Kindertagesstätte der San] Stephanus-Gemeinde,die nach demgj ter benannte Reithalle der Vorwerl, Heime. Schon vor der Gründung seiner Stifty, hat Prof. Gabler den Haasenhokt mit eiy, größeren Zuwendung unterstützt. In Lübeckischen Gesellschaft zur Beförq rung gemeinnützig er Tätigkeit ist Ulri, Gabler seit 1949 Mitglied, 1982 wyuy sc er durch die Überreichung der Silbery, Denkmünze geehrt. Kräftig geförq; 2 hat erdie Knabenkantorei Sankt Maris Ulrich Gablers Grab ist auf dem By, tor-Friedhof, nur wenige Meter entfey vom Grab des anderen großen Lübecl, Ingenieurs, des früheren H: afkenbay ( rektors Rehder. Lutz Noh, Dr. Manfred Gläser neuer Leiter des Amts für Archäologische Denkmalpflege Ob in der Lübecker Archöologie nun eine neue Epoche beginnt, wird man erst in Jahrzehnten wissen. Die Tatsache, daß das in der ganzen europäischen Fachwelt bekannte Lübecker Amt für Vor- und Frühgeschichte (Bodendenk- malpflege) nun den zweifellos elegante- ren Namen „Amt für Archäologische Denkmalpklege“ und einen neuen Leiter erhält, muß allein noch keinen neuen Abschnitt markieren. Andererseits bedeutet hier ein Amtslei- terwechselkeine Alltäglichkeit, bedenkt man. daß der Lübecker Archäologie nach dem Krieg bislang erst zwei Chefs vorstanden. Sie prägten Epochen. Zu- recht sprechen die Interessierten von der Ära Neugebauer und der Ära Fehring. Werner Neugebauer. der ideenreiche Nachkriegspionier und Gründungsva- ter, baute die Lübeck-Archäologie erst auf. Günter P. Fehring brachte sie mit großem Elan und hartni äckig . betriebenen Großprojekten zu europi äischem Ruhm. Auf beider Arbeiten kann der neu beru- fene Amtsleiter Manfred Gläser aufbau- en - und auch wieder nicht. Denn schon sein unmittelbarer Vorgänger beklagte zum Ende seiner Amtszeit. er müsse sei- nem Nachfolger ein Amt mit einer völlig unzureichenden personellen Ausstat- tung übergeben. 82 Wer Gläser kennt, weiß, daß er sich mit einer solchen Lage nicht zufrieden ge- ben wird. Für schwierige Situationen und unorthodoxe Lösungen wird der neue Amtsleiter gut gerüstet sein. Gläser. 1949 in Sulingen geboren, wuchs in Bremen auf und studierte in Frankfurt. hauptsächlich aber in Ham- burg Germanistik, Mathematik, Volks- wirtschaft, Politik und Geschichte. 1979 promovierte er in Hamburg über die Sla- wen in Ostholstein. Im gleichen Jahr holte ihn Fehring nach Lübeck. In den zwölf Jahren seiner Lübecker Tätigkeit machte Gläser sich einen Namen als Ausgrabungsleiter auf dem Gebiet des ehemalig gen Johannisklosters und am Hafen. Als Auswerter publizierte er die Grabungen im Burgkloster und in der Großen Petersgrube. Ferner erstellte er die für die hiesige Forschung so ent- scheidende Lübecker Keramikchrono- logie und publizierte Studien über Lü- becker Befestigungen und die Stadtmau- er. Vor einigen Jahren gehörte er zu dem maßgeblichen Mitarbeiterkreis, der die große Hanseausstellung vorbereitete. Manfred Gläser, verheiratet mit der Ar- chäologin Doris Mührenberg, die in Lü- beck über ihr Fachgebiet hinaus publizi- stisch wirkt, verabschiedete sich im April 1991 von Lübeck. Die Hansestadt Rostock hatte ihn zum Direktor des h ditionsreichen Museums „Kloster ry Heiligen Kreuz“ berufen. Hier betrey § er nicht nur die archäologischen Ch bungen und einen großen Gemäldety dus, sondern initiierte in schwerst Umbruchszeit zahlreiche bedeuten, Ausstellungen, literarische Lesung; und andere kulturelle Aktivitäten. 4 der dortigen Universität versieht er.; nen Lehrauftrag für Geschichte und y chäologie, wie er auch schon bis 191 mit einem Lehrauftrag an der Hamhy ger Universität betraut war. Seine ß stocker Jahre waren also weit mehr, eine. Lehr: , seine jetzige Tätigkeit. In Lübeck gilt Gläsers persönliches |, teresse keineswegs nur den unterir schen Kulturschätzen. Für ihn gibt; noch ein Leben über der Erde. Zusa men mit seiner Frau sanierte er ein Al stadthaus und ist Mitglied in der ,BiJ ger-Initiative Rettet Lübeck“. Solch: Engagement läßt erhoffen, daß er au in seinem neuen Amt als ein überzeugt und überzeugender Anwalt des unter) dischen Weltkulturerbes auftritt. und Vorbereitungszeit | | pinlac zum Bt itte erl ! dem VOI die Paul-Burwick-Schule und das W . (f Lübec EHinl per Le! muß der ob als P verweig [nteress gtadtsar Hine s0] und läßt daldie t abspracl Lübeck am 10. sPD-Mi schusse! vom I. liedern pie U: Es muß 70er Ja galoppit ße, wO ( Katharü der kurz te ihn h letzt mÖ []assen. Katharü gesucht: eine Beg Art dar, ander S Schüler, rade wie § u Hau: auf gero. durfte e! ten Insti Königst. ihm sch Dien Diens Rück Prof. ] gemei Diens Thom [ V' kt PE- In einer der nächsten Ausgaben der ,L | beckischen Blätter“ wird Gläser seine Ps | spektiven fürdie künftige Lübeck-Archi, logie vorstellen. Martin Thoemn: Lübeckische Blätter 1991 .... Lübeckisch
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