Full text: Lübeckische Blätter. 1994 (159)

N- nenmi- rde. nichts r Grü- 1einsg- !1-Num- 'eSOrd- g am 3. Hg der , sollte ußvor- indung n, sich r Frei- len zu- :s Lan- enden. ietrich er Be- indung er Be- 1dt Lij- mal in Lelnde Pt sich Hischen schlie- ertling ng des n und wegen, 1tswid- Un g Zu ermei- beauf- : Inhaf- och ei- wiaire, t samts ür ger- Jurist uristen Sen. srecht- rdings ng der digt ist er vor " drän- ? wirk- erden, ommen isident Besin- Kegel, Fragen . endorf r 1994/20 ßeschreibung einer Ausstellung - Zur Jahresschau 1994 Jie Ausstellung gehört zu jenen, die nan vielleicht am besten würdigt, wenn nan sie bloß beschreibt. 84 Arbeiten von |12 Künstlern werden gezeigt, weniger Is sonst, eine im Zeitalter der Mammurt- eranstaltungen erfreulich über- ,chaubare Zahl. Sie sind in den von Peter ſurpbin umeestalteten Ausstellungs- äumen im ersten Stock des Burgkio- lers so verteilt, daß sie nicht nur selbst u ihrem Recht kommen, sondern dar- iber hinaus an Bedeutung gewinnen als zauelemente für Ensembles, in denen Jas einzelne Kunstwerk jeweils zum zeispiel für bestimmte Tendenzen und vlöglichkeiten der Kunst unserer Zeit wird. Räume sind auf diese Weise ent- jtanden, die sich nachdrücklicher ein- xrägen als vieles von dem, was heute inter dem Begriff der Installation mit lem Anspruch daherkommt, als Kunst Jefiniert und gewürdigt zu werden. Den Eingangsbereich hat Christa Fi- cher auk unvergleichliche Weise ge- jtaltet, indem sie mit einer Installation us Strandsand und rostigen Nägeln - „Nach dem Osterfeuer“ - gewisserma- ßen den Horizont absteckt, vor dem die Jahresschau zu sehen ist, und den ſschlußBakkord liefern im letzten kleinen Kabinett die Ammanns, indem sie dem Besucher ganz unmittelbar etwas mittei- len von dem Iyrischen Zauber der Be- regnung mit einer fernen und fremden Welt. Unterschiedliche Möglichkeiten künstlerischen Gestaltens und künstleri- scher Aussage werden angedeutet. Sie entkalten sich umfassend in den einzel- nen Räumen der Ausstellung. Am vielfältigsten vielleicht bietet sich Jer erste große Raum dar. Da stößt der Besucher, nachdem er rechts und links vom Eingang Bertrand Freieslebens makellose ironisierende Büste von „Gideon Noltes ungeprüftem Helden“ und Jos de Kleijns meisterhaft gezeich- neten Hexensabbat „Katharsis“ als un- terschiedliche Weisen menschlichen Selbstverständnisses passiert hat, auf eine Bahn aus geknülltem schwarzem Papier, die - von Mareile Schröder sorg- fällig auf dem Fußboden installiert - nirgendwoher zu kommen scheint und nirgendwohin führt ... Metapher viel- leicht für die heutige Situation. Da fühlt er sich über die Weite des Raums hinweg magisch angezogen von den kleinkorma- tigen Vanitasstilleben Jan Ordings in der hinteren rechten Ecke des Raums, vielleictt den besten und khinter- gründigsten Arbeiten der Ausstellung überhaupt, da ist er versucht, sich zwi- schen den Farbwolken von Hanne Küh- ners anspruchsvoll sich gebendem Dip- tychon und Frank Högners sehr viel be- scheidener angelegten keramischen Lübeckische Blätter 1994/20 Schiffen Tiema Schröders dunkler Farb- takel zu nähern, mit der Fr age, ob sie ihren Titel ,. ... wo Leben entsteht“ rechtfkertige. Fast wie eine Rh: apsodie in Blau mutet der anschließende Flur an. wo so inkom- mensurable Arbeiten wie das Bildnis „Brigitta Borchert“ von Freie sleben, „Die Zeit ver geht im Fluge“ von Angela Kallen, Germa Ohlhavers „Natur Vi- vante“ und Brigitte Bierwolfs Relief aus Seidenpapier auf Mull einen idealen Platz gefunden haben, gewilß einander wert, aber durch nichts aufeinander be- zogen als durch die Farbe. Sie sind wir- kungsvoll konterkariert durch eine schwärzlich-graue Gruppe von Land- sch: aftscollagen auf der gegenüberlie- genden Seite des Ganges. Renate Schüir- meyers „Mini ice box“ in verschiedenen Fassungen. Sie ist neu unter den Künst- lern der Jahresschau. Ihre Arbeiten wirken nicht nur kontrast- bildend. Sie deuten auch voraus auf das Eingangsensemble des zweiten großen Raums, wie selbstverständlich gekügt aus den lapidaren ungegensti ändlichen Arbeiten von Hanne Adams und Renate Becker im Verein mit Peter Klein- schmidts unverzichtbaren maritimen Landschaftszeichnungen und Rolf Go- erlers eindringlich- geheimnisvoller „Formation FU I 94“. Es handelt sich um einen Raum, dessen Gesamtwirkung im übrigen besonders bestimmt wird durch den rhythmischen Wechsel der Abstän- de zwischen den Gruppen der meist dicht zusammengehängten Arbeiten der einzelnen Künstler. Uwe Boschen und Ohlhaver mit zeichenhaften Bildern ei- genen Ranges. Kozrlik und Oestmann, Adler und Peter Turpin-dieser mit einer hinreißend dynamischen Dreiergruppe - haben da hinreichend Platz zur Entfal- tung, auch Christine Tillmann, deren dreiteiliges Objekt eine der Querwände ganz für sich hat. Nach langer Zeit mel- det sich in diesem Raum auch Heinrich Brand künstlerisch wieder zu Wort. zwar nicht durch neue plastische Arbei- ten, wohl aber - anknüpfend an seine früheren Relieftafeln - mit einer Reihe hochsensibler ungegenständlicher Farb- stiftzeichnungen, die sich - obgleich si- cherlich ein bißchen überfordert - als Blickkang in der Weite des Raumes überraschend gut behaupten. Von nicht zu unterschätzender struktu- rierender Wirkung sind schließlich noch zwei geometrisch streng gebaute Objek- te, ein Sockelpaar und eine Art niederes Tor, mit denen Regine Bonke durch Zu- hilfkenahme von ein wenig Blattgold und mit einem Häufchen blauen Pigments Yves Klein zu huldigen scheint, aus im Burgkloster welchen Gründen auch immer. Manches wäre noch zu erwähnen: das Zwischen- kabinett mit den jetzt erfreulich im For- mat gewachsenen Bildnissen von Ulrike Obal und den heiteren Bilderbögen , mit denen Peter Kober möglicherweise zu sich selbst gefunden hat. auch die Bau- hütte“. die Hildegund Peters als Inbe- grift und Ort ihres Schaffens im vergan- genen Jahr im anschließenden Raum aukgebaut hat, sinnvollerweise umgeben von bezeichnenden Produkten der Ge- genwartskunst ... einer differenziert an- gelegten Farbtafel von Monika Arpad, einem expressiven Bild. „Krieg 94“. mit dem Liliana Mauro-Kröger auf ihre Weise auf die Zeitläufte reagiert. und einer Installation aus weißem Seidenpa- pier, durch die Mareile Schröder den Besucher der Ausstellung daran hindert, den kleinen Erker mit der Aussicht auf den ehemaligen Gefängnishot zu betre- ten ... Am Ende bietet sich noch ein Blick an in die kleinen Kabinette, von denen gewiß nicht nur das letzte. das Ammannsche, eine Würdigung ver- dient. Hier haben, wie sich versteht. vor- nehmlich Arbeiten kleineren Formats ihren Platz gefunden. darunter auch sol- che. die auf besonders deutliche Weise die Kontinuität im Schaffen des einzel- nen Künstlers dokumentieren: Karl Gieths Abstraktionen. Heiner Kühns Klee-Variationen. Liane sSchillers „Wege“ und Ursula Zimmerlings Ölbil- der, anscheinend der Formensprache der fünfziger Jahre verpflichtet. Hier ist Ge- legenheit zu genauerer Betrachtung der sensiblen Aktdarstellungen. mit denen sich der junge Lars Herzog - schon durch seine Art des Signierens - zu Egon Schiele als zu seinem Lehrmeister be- kennt. und hier wird etwa im Falle von Thomas Helbing deutlich. daß ein klei- nes Format durchaus eine monumentale Form zu antizipieren vermag. so bedrän- gend. daß man versucht ist. sich ihrer Wirkung durch schleunige Flucht- etwa in die unbeschwerte Bildwelt der Fran- ziska Koschmidder gleich nebenan - zu entziehen. Die Ausstellung ist wahrscheinlich die bisher beste Jahresschau überhaupt. ob- gleich. wie Senator Meyenborg in der Eröffnungsansprache tadelnd anmerkte, manche gerade der renommiertesten Künstler in Lübeck sich ihr versagt ha- ben. Viel Können ist zu registrieren und viel Meisterschaft. Die Ausstellung ge- hört zu jenen. die nicht ermüden, wenn man sie durchwandert. und das will. scheint mir. doch allerlei besagen. über das sowohl. was sie zeigt. wie über die Art und Weise. wie sie es Zeigt. Horst Hannemann 321
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