Full text: Lübeckische Blätter. 1994 (159)

„Holstentooorplatz“ - Eine kleine Erwiderung zu einer unkorrekten Aussprache Zu der in Heft 3 der „Lübeckischen Blät- ter‘ erschienenen Glosse von Herrn Werner Berndt „Holstentooorplatz - Eine kleine Eingabe für eine korrekte Aussprache“ nehmen die Stadtwerke Lübeck gern Stellung: Um es vorwegzunehmen: Nicht nur Herrn Berndt stört die total verunglückte Aussprache des Holstentorplatzes. Uns stört auch die falsche Aussprache der Guerickestraße (das „u“ wird normaler- weise nicht gesprochen oder gar betont). 1994 sollen diese Mängel behoben wer- den. da zusätzliche Haltestellen durch die geplanten Verlängerungen der Lini- en 3 und 7 sowie Veränderungen bei der Linie 23/24 hinzukommen. Aber das ist viel einfacher gesagt als getan, weil da- für ein immenser technischer Aufwand notwendig ist. Zu der eingesetzten Technik: Es handelt sich hier nicht um ein besprochenes Band. sondern um ein mit sogenannten E-Proms, das sind Mikrobausteine, be- stücktes Gerät. Dieses Gerät ist unter anderem kombiniert mit den schriftlich angezeigten Haltestellen im Bus. Dar- über hinaus enthält es die Linienwege, also die Fahrtrouten und viele andere Informationen, die dem Busfahrer die Arbeit erleichtern sollen, damit er sich weniger um die Technik im Bus küm- mern muß, sondern sich mehr auf den Stadtverkehr konzentrieren kann. Auf den E-Proms werden alle Haltestel- lennamen des Liniennetzes digital ge- speicher. Das DVDisgitalisieren der menschlichen Stimme geschieht mit Hilfe eines Computers. Weil die Sprache eine gewaltige Menge an Speicherplatz benötigt, werden die einzelnen Halte- stellennamen in Haupt- und Nebenansa- gen zerlegt. Häufig wiederkehrende Wortteile, wie Straße, Weg, Platz, Allee, werden als Nebenansage nur einmal auf- genommen. Nehmen wir einmal die Hal- Klassische Musik Sie werden, lieber Leser, gleich am An- fang fragen, was ich unter klassischer Musik verstehe. Eine sehr schwierige Frage. Vielleicht müßte ich so antwor- ten: Klassisch ist die Musik, wenn meine Familie das Radio abschaltet. Mögli- cherweise hilft Innen diese Spezifikation nicht so sehr - mir sagt sie schon etwas. Wenn wir berücksichtigen, daß ich die- sen Aufsatz schreibe und nicht Sie, kön- nen wir es mit einigem Wohlwollen Ih- rerseits vielleicht dabei belassen; der Begriff „klassisch“ ist bei der Musik sowieso diffus. Würden Sie es wagen, ein Lineal zu nehmen, einen deutlichen, 106 testellennamen Haselnußweg und Hage- buttenweg, so sind „Haselnuß“ und „Ha- gebutten“ Hauptansagen. Die Silbe „Weg“ wird nur einmal im Speicher ab- gelegt und vom Gerät beim Abruk auto- matisch mit der entsprechenden Haupt- ansage zu einem vollständigen Namen zusammengefügt. Auf 18 E-Proms ist die digitalisierte Ansage für die Haltestellen gespeichert, auf 6 weiteren der Text für die schriftli- che Anzeige und zusätzliche Informa- tionen, zum Beispiel die Fahrtrouten, also der genaue Weg von einer Endhalte- stelle zur anderen mit der exakt festge- legten Reihenfolge aller dazwischenlie- genden und anzufahrenden Haltestellen. Viele Routen sind auf mehr oder minder großen Teilstücken gleich. Deshalb teilt man sie in Unterrouten auf. Aus den Unterrouten lassen sich nun die etwa 250 benötigten Routen zusammenstel- len, so daß nur der unbedingt notwendi- ge Speicherplatz verbraucht wird. Dann benötigt das Gerät auch noch die Infor- mation, wann welche Haltestelle auszu- rufen und anzuzeigen ist: Alles ist auf den E-Proms enthalten. Vielleicht kann sich der Leser vorstel- len, welcher Aufwand mit einer einzigen Änderung verbunden ist. Für die Ände- rung der Ansagen des - zugegeben miß- ratenen - Holstentorplatzes und der G..u“erickestraße müssen alle Geräte ausgebaut, zerlegt, die E-Proms ausge- wechselt, die Geräte zusammengesetzt und wieder in die Busse eingebaut wer- den. Das ist nur in Handarbeit möglich. Pro Tag „schafft“ ein geschickter Mitar- beiter maximal 2 Geräte, das sind 10 in einer Woche. 175 Geräte sind in den Bussen vorhanden. Nun werden Sie fragen, wer diese kom- plizierte Technik denn eingeführt hat. Ende der siebziger Jahre wurde der Ver- kehrsbetrieb der Stadtwerke Lübeck senkrechten Strich zu ziehen und so links die U(nterhaltungs)-Musik von rechts der E(rnsten) Musik, sprich: klassischen Musik, zu trennen? Na, also. Dabei wür- de mir das vermutlich leichter fallen als Ihnen, ich verstehe eh’ nicht viel davon. Im übrigen hindert mich das nicht, dar- über zu schreiben. Nichts ist einfacher und macht mehr Spaß, als sich über Din- ge auszulassen, über die man kaum et- was weiß. Das habe ich mit vielen Leuten gemein, Anwesende selbstverständlich ausgenommen. Gelegentlich fühle ich mich allerdings auch durch meine Unkenntnis irritiert. vom Bundesministerium für Verkeh ausgewählt für ein Forschungsprojeh, das „Demonstrationsvorhaben Busyve,. kehrssystem““. Es wurde zu 80 Prozeh, vom Bundesministerium für Verkehr fi nanziert, 15 Prozent trug das Lan Schleswig-Holstein und S Prozent dj, Hansestadt Lübeck. Dieses Forschung, projekt sollte Ergebnisse für sämtlich Verkehrsbetriebe in der Bundesrepublj Deutschland mit Busverkehr bringen. U diesem Zusammenhang wurden in Lj. beck neu entwickelte Techniken getesty und Befragungen dazu durchgeführt. g, sind in der praktischen Erprobung ebe; auch einige Negativergebnisse heray,. gekommen, die vorher „aut dem Papier. hervorragend aussahen, zum Beispig der Citybus. Und die in Lübeck SEsan. melten Erfahrungen sind in die nächzt; Generation der oben ausführlich h;. schriebenen Geräte eingeflossen. Zy, Zeitpunkt der Einführung war keine bez. sere oder einfachere Technik verfügbz; und deshalb müssen die Stadtwerke Li; beck mit den einmal eingeführten Geri. tenleben. Heute gibt es von außen ladh,. re Speicherbausteine. Die Einweihung des neuen Zentrale; Omnibus-Bahnhoks war am 15.11.199; der Abschluß des „Demonstrationsvq; habens Busverkehrssystem“. Damit w, eine Fachtagung verbunden, an der zirh, 400 Experten aus dem In- und Auslay; teilnahmen. Übrigens haben das yy Herrn Berndt so bemängelte Schild ay dem Zentralen Omnibus-Bahnhok ny dem Namen des damaligen Direktor, des Verkehrsbetriebes die Mitarbeits dort angebracht, um ihm für die fair Zusammenarbeit über viele Jahre z danken, denn er ging kurz darauf in de; Ruhestand. Die Schilder waren nur ay; geliehen, provisorisch beschriftet uy sind kurz darauf ihrem Eigentümer pz. rückgegeben worden. Meine Schwägerin hat mir kürzlich in Kollosseum ihren Platz in der sechste; Reihe überlassen. Normalerweise sitz ich bescheiden weiter hinten, wenn ic mich schon zu einem Konzertbesuch au. raffe. Schließlich will ich ein Konter hören und kein Theater sehen, außerder kann ich mich bei einem so vorzügliche; Blick auf die Bühne und auf die Knie de hübschen jungen Dame an der zweite Geige - oder war es die Harfe ? - nich richtig auf die Musik konzentriere, Aber ich schweife ab, ich wollte va meiner Unwissenheit und von den vorde. ren Parkettreihen erzählen. Also, icl Lübeckische Blätter 1994/ hatte höf cten Kelt meine m linken < Reihe wd Ich ha. noch ein. anz sch. sehr ver ringsum. h wenn 1CV ige Not: auf die A gusch s wird of t ;tets mit wissen § wieder ( dem wr (Geräusc musik be Leute, d partitur nen Erf che Schv falsche! höre Mi Nachtmr meinem auch: » licherwe untergej da nie. - nicht, at tags mat N Dro Keen k spraak ' kümmt n Dor wee in Bonn sion up 1 mentarié mit 'nant wat, dat heck wet gung do mutt in Schutz d sprache rin-s0 1 Punkt dit Uns’ La heten fö rutbröck. 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