Full text: Lübeckische Blätter. 1992 (157)

Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Der Bundesminister für Verkehr erstellt zusammen mit den Ländern den ersten Gesamtdeutschen Verkehrswegeplan. Dieser Verkehrswegeplan soll Grundlage für die Investitio- nen der nächsten 15 Jahre im Netz der Deutschen Bahnen, Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen sein. Mit der staatlichen Einheit Deutschlands, dem Abbau der technischen und administrativen Handelsbarrieren im Eu- ropäischen Binnenmarkt und der Öffnung Osteuropas wird es in Verbindung mit dem zu erwartenden Wirtschafts- wachstum und der zentralen Lage Deutschlands zu erhebli- chen Verkehrsströmen sowohl in Nord-Süd-Richtung als auch in West-Ost-Richtung kommen. Die Teilung Deutschlands hatte aufgrund der verkehrsge- ographischen Situation zur Folge, daß sowohl in den neuen Bundesländern als auch in den alten Bundesländern der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Nord-Süd-Richtung Priorität hatte. Im Interesse einer schnellen durchgreifenden Verbesserung der West-Ost-Verbindungen hat der Bundesminister für Verkehr im Vorgriff auf den Gesamtdeutschen Verkehrs- wegeplan 17 Verkehrsprojekten Deutsche Einheit, nach entsprechenden Untersuchungen, höchste Priorität gege- ben. Es sind ~ 7 Straßenproj - 1 Wasserstraßenprojekt mit Kosten von Dabei sollen in den neuen Bundesländern 43 Milliarden Mark. in den alten Bundesländern 13 Milliarden Mark inve- 9 Schienenprojekte mit Kosten von 29 Milliarden Mark, ekte mit Kosten von 23 Milliarden Mark, 4 Milliarden Mark. stiert werden. Für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben 2 Projekte im Bereich Schiene und im Bereich Straße für die Entwicklung und das Zusammenwachsen der Länder eine zentrale Funktion. 1. Ausbau der vorhandenen Schienenstrecke Lübeck- Rostock-Stralsund für eine Leitgeschwindigkeit von 160 km/h, 2. Neubau einer vierspurigen Bundeskernstraße (A 20) Lü- beck-Bundesgrenze (Stettin). Lübecker Bausenator: Präferenz für Südanbindung „Der Anschluß Lübecks an die von der Bundesregierung geplante Ostsee-Autobahn wird erhebliche Auswirkungen auf die räumliche, ökologische, wirtschaftliche und insbe- sondere auf die verkehrliche Entwicklung der Stadt haben“, sagte Lübecks Bausenator Dr. Volker Zahn auf einer Pres- sekonferenz. Auch die Lübecker Umlandgemeinden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wür- den von der Frage einer Anbindung der A20 an die A be- rührt. Die im Ergebnis eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens festgestellte Präferenz für eine Südanbindung an die Al werde unter Abwägung aller Entscheidungskrite- rien vom Baudezernat geteilt. Die Frage, ob eine Südanbin- dung als Autobahn oder als Bundesstraße entwickelt werde, dürfe sich aus Lübecker Sicht nicht nur an verkehrlichen Be- langen orientieren. In besonderer Weise müßten die ökolo- gischen Belange im südlichen Stadtgebiet berücksichtigt werden. Eine Brückenlösung als Wakenitzüberquerung scheide aus Sicht des Baudezernates wegen der großen Be- deutung, die die Wakenitz für die Naherholung der Lübek- ker Bevölkerung habe, aus. Die ökologischen Auswirkungen einer Autobahnanbin- dung auf dem Lübecker Stadtgebiet konnten vom Gutach- ter - Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Dr.-Ing. Rein- hold Baier, Aachen - nicht untersucht werden. Im Gutach- ten gemachte Aussagen stützen sich auf die vorliegenden Zwischenergebnisse des Landes Schleswig-Holstein. Eine endgültige Bewertung steht noch aus. Das Baudezernat entwickelte zur Beurteilung einer Nord- oder Südanbindung zahlreiche Kriterien. Danach ist eine Autobahnanbindung der A20 an die Al auf dem Lübecker Stadtgebiet nur vertretbar, wenn - aufwendige, bereits konzipierte Straßenbauprojekte im HauptverkehrsstraßBennetz entfallen können, - die ökologischen Eingriffe durch ein Höchstmaß an Aus- gleichsmaßBnahmen kompensiert werden können, ~- Vorteile für die räumliche Stadtentwicklung, zum Bei- spiel im Bereich Gewerbe und Wohnen, eintreten, - das verkehrspolitische Ziel der Hansestadt Lübeck, den Umweltverbund (ökkentlicher Personenverkehr, Rad- und Fußgängerverkehr) zu stärken und den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren, unterstützt wird, - es gelingt, vorhandene hohe Verkehrsbelastungen im Straßennetz entweder zu verringern oder im übergeord- neten Hauptverkehrsstraßennetz eine möglichst ausrei- chende Reisequalität für die notwendigen Kraftfahrzeug- kahrten anzubieten, ~ die künktigen Verkehrsbelastungen auf den Hauptzu- fahrtsstraßen noch stadtverträglich sind. Diese Haltung wird vom Gutachter gestützt. Die wichtig- sten Ergebnisse sind folgende: Eine „Null-Variante“ - also ein genereller Verzicht auf die A20 - führt nicht zu einem Wegfall von Eingriffen in Natur und Landschaft und nicht zu einer Verringerung der Ver- kehrsbelastungen. Auch bei einem Verzicht auf die A20 sind umfangreiche Straßenneu- beziehungsweise rumbau- ten erforderlich, um die erhöhte Verkehrsbelastung im Lü- becker Straßennetz bewältigen zu können. Eine Nordanbindung erfordert den Ausbau der Al von der- zeit sechs Fahrspuren auf künftig acht Fahrspuren, um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen zu können, und führt zu weiteren Belastungen im Lübecker Straßennetz, die die Leistungsfähigkeit der Hauptzufahrtsstraßen überschreitet. Im Bereich Siems ist sie ökologisch am verträglichsten, technisch jedoch nur möglich, wenn Wohn- und Gewerbe- gebäude abgebrochen werden. Sie hat keine Etfekte für die künftige Gewerbe- und Wohnentwicklung. Bei einer Südanbindung kann auf den Ausbau der „Süd- und Westtangente“ (Umgehung Genin/Moisling, Ausbau Buntekuhweg) verzichtet werden. Eine Südanbindung führt zu Verkehrsentlastungen im Lübecker Straßennetz, hat positive Effekte für die künftige Gewerbe- und Wohn- entwicklung Lübecks, begünstigt die ÖPNV-Entwicklung und fördert das Konzept der autofreien Altstadt. Sie ist vor- aussichtlich mit stärkeren landschafts-ökologischen Eingrik- fen verbunden. [Lübecker Pressedienst vom 22. 8. 1991] Lübeckische Blätter 1992/4 Lan Minis kehrs Prof. beitsg Sitzul hatte schaft mit dci den C ten ai Der Björr wach: Länd Entw diese: ischel Nach Meck kehrs falle € lägen zu nu Engh diglic renzi umfa Kom}; ) ausre den E dent: chen Prob] hang Zahlé Guta tiven de V Der v liche nitzn Fluglt Travi Verk Verk Einzc Weis liche che U die v' den, Auct Verlc Orts] beide scher Vie kehr weils sichti beits terie: Dabe die A Lübeckisc
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