Full text: Lübeckische Blätter. 1992 (157)

Schneller als erwartet: eine Orgel für Sankt Petri In finanzknappen Zeiten ist das fast ein kleines Wunder. Eine Orgel für Sankt Petri - das schien ein Wunschtraum. Er ging früher in Erfüllung als das Sankt- Petri-Kuratorium dies erwartet hatte. Die Initialzündung kam dabei, wie in Lü- beck schon so oft geschehen, von einer Stiftung. Die Doktor-Julius-Edelhoff- Stiftung beschloß, für das Projekt 60 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Ein wei- terer Glücksumstand war das Geschenk, das die Sparkasse zu Lübeck aus Anlaß ihres 175Sjährigen Bestehens dem Kir- chenkreis machte. Der Vorstand sagte 250 000 Mark und damit „den Löwenan- teil“ für die neue Pfeifenorgel zu. Wenn man so will, gingen die Zufälle weiter. Orgelbaumeister Hinrich Otto Paschen in Kiel konnte gleich nach Auf- tragserteilung an die Arbeit gehen, da sich ein anderer großer Auftrag, eine Or- gel für eine Kirche in Finnland, verzö- gert hatte. Nach Vorgaben des nordelbi- schen Orgelsachverständigen, Kirchen- musikdirektor Immo Wesnigk, und Pro- fessor Manfred Tessmer von der Musik- hochschule gingen die Orgelbauer ans Werk. Paschen baute seine 113. Orgel nach der Firmengründung, eine Orgel mit 19 Registern auf 2 Manualen und Pe- dal. Die besondere Aufgabenstellung, so Paschen, habe darin bestanden, „einen Orgeltyp zu schaffen, der allen Verwen- dungsmöglichkeiten in einer Kirche ge- recht wird, die auch als Konzert- und Ausstellungsraum dient“. Obwohl das Instrument „Kompromisse eingehen“ mukßte, sei es „keine Kompromißorgel“. Sie biete vielseitige und vielfältige Ein- satzmöglichkeiten. Die technische Konstruktion ist unge- wöhnlich und in unseren Breiten einma- lig. Da das Instrument zusammen mit Chor und Orchester verwendet werden soll, hatte der Orgelbauer zum Beispiel als Vorgabe erhalten, die Sitzposition des Organisten neu zu konstruieren. Der Spieler sollte den Dirigenten direkt se- hen können. Paschen fügte deshalb den Spieltisch in das Rückpositivgehäuse ein. Das Hauptwerk der Orgel befindet sich also im Rücken des Spielers. Die Or- gel hat auBerdem zwei Prospekte, zwei Schauseiten. Wie üblich sieht der Zu- schauer normalerweise die Prospektpkfei- ken in dem schlicht gehaltenen Eichenge- häuse. Aber auch die Rückseite „kann sich sehen lassen“. Sie ist aus den Holz- pfeifen des Subbasses zusammengefügt. Daß Orgeln beweglich sein können, ist kein Novum. In Sankt Petri aber wird ei- ne Technik angewendet, die das immer- hin 60 Zentner schwere Podest beweg- lich macht. Aut glatter Unterfläche hebt ein Kompressor das Instrument, das dann von zwei Personen aut einem Luft- film im Chor verschoben werden kann. Die Orgel kann so in ein Orchester ein- gefügt werden, wie beim Eröffnungs- konzert, einem von Professor Tessmer rekonstruierten Bach-Konzert, gezeigt wurde. Für die Finanzierung dieser Un- terkonstruktion kam übrigens das Sankt- Petri-Kuratorium auf. Beim Pedal, das auf der gleichen Windlade steht wie das Hauptwerk, gibt es eine weitere Beson- derheit: Die Pedalpteifen können auch mit dem Hauptwerk gespielt werden, nicht über eine Koppel, sondern durch getrennte Ventile. Die ersten Feuerpro- ben hat die neue Orgel bestanden, und zwar sowohl als Begleitinstrument für den Gemeindegesang bei der Einwei- hung als auch als Konzertinstrument am Tag danach. Im Konzert der vielerlei Or- geln in Lübeck ist eine neue, interessante Stimme hinzugekommen. Konrad Dittrich Konto Sparkasse Nr. 1 - 031 442 Lübecker Blumenspende : Bau von Altenwohnungen und Erfüllung sozialer Aufgaben. Lübeckische Blätter 1992/19 AIM SOM ger Ein re rüh SEIT Gri che Org in € bau tik Sch mäl kant han che stat Zei hei den che WET dur SEIT aus aus nell auc Por Hol nac War und che der und wie ode bac biet talg Eine sph sch Vn Jah SPE: nac Org den Ver Hel Stäl1 Ver ans 500 Nu! Len des Jah: im mer en i Lübe
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