Full text: Lübeckische Blätter. 1992 (157)

nächst) und neue gebaut (Priwall 1973, Ochsenkopt 1979). Diese Anstrengun- gen der Hansestadt Lübeck wirken sich langfristig positiv auf die Gewässerquali- tät der Untertrave und der Lübecker Bucht aus. Die Landesregierung Schleswig-Hol- steins hat auf die Initiative inres Umwelt- ministers, des Biologen Professor Bernd Heydemann, Programme autkgelegt, die auch den Zustand von Untertrave und Lübecker Bucht verbessern helfen. Fol- gende Dringlichkeitsprogramme wurden bereits für Klärwerke in Schleswig-Hol- stein in Angriff genommen: - Phosphateliminierung durch chemi- sche Ausfällung und Flockungsfiltra- tion, ~ Nitrifikation, Denitrifikation, Schweb- stoffelimination, hygienische Nachbe- handlung. In diesem Rahmen konnte Lübeck in sei- nen Klärwerken bis 1990 Anlagen zur Phosphatsimultanfällung errichten und damit den Phosphorgehalt von 10 Milli- gramm je Liter im Zulauf auf 1 Milli- gramm je Liter im Ablauf senken. Nun- mehr ist eine weitere entscheidende Ver- minderung noch unter diesen Wert durch den Bau neuer Filtrationsanlagen in Vorbereitung. Gleichzeitig läßt sich mit diesen Verbesserungen der Chemi- sche Sauerstoffbedarf verringern; er ist als Summenparameter eine signifikante Meßgröße für den Verschmutzungsgrad eines Gewässers. Außerdem ist für die Lübecker Kläranlagen eine Ergänzung vorgesehen zur Nitrifikation (Oxidation von Ammoniak beziehungsweise Am- monium zu Nitrat) und Denitrifikation (Reduktion von Nitrat zu elementarem Stickstoff) und zur Schwebstoff-Filtra- tion sowie zur hygienischen Nachbe- handlung. Es stimmt hoffnungsvoll zu hören, daß dieses Dringlichkeitspro- gramm der Landesregierung 38 große Kläranlagen in Schleswig-Holstein ein- schließt. Auch in Mecklenburg-Vor- pommern wird gegenwärtig am moder- nen Ausbau der Kläranlagen gearbeitet, um sie auf den gleichen Stand zu brin- gen. Im Zusammenhang mit der Entla- stung unserer Küstengewässer sind gleichfalls die holsteinischen Landwirte angesprochen, die nicht durch eigenes Verschulden in ihrer Existenz bedroht sind. Die ökologisch anspruchsvollste Gülleverordnung der Europäischen Ge- meinschaften ist hier seit 1989 in Kraft. Flächenstillegungen, ein Gewässerrand- streifenprogramm und die Entkoppe- lung der Agrarförderung der Europäi- schen Gemeinschaften vom Ertrag mit geringem Mineraldüngereinsatz in Folge führen dazu, daß die Landwirtschaft ei- nen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Stickstoffs-Eintrags in unsere gefähr- dete Lübecker Bucht leistet. 282 Pessimisten, die angesichts solcher in- tensiven Bemühungen eines deutschen Bundeslandes auf den immer noch über- mäßigen Abwassereintrag anderer Ost- seer-Anrainerländer vor allem in die mitt- leren und nördlichen Bereiche des balti- schen Meeres hinweisen, sei entgegenge- halten, daß wir die Chance der Rettung unserer inneren Küstengewässer jetzt selber wahrnehmen müssen. Eine lang- kristige Verbesserung der Situation der gesamten Ostsee darf zweifellos erst bei Beteiligung aller Ostsee-Staaten erwar- tet werden. Sie sollte natürlich rasch in Angriff genommen werden. Unser zwei- ter Beitrag zur Rettung der Ostsee kann ein Export unserer Technologie und Er- fahrung zur Ursachenbekämpfung sein. Das Ziel der Helsinki-Kommission, eine Halbierung der Einträge bis 1995, ist ein hochgestecktes Ziel, das nur bei Unter- stützung aller Ostsee-Anrainerstaaten zu erreichen ist. Zur Entsorgung beziehungsweise Ab- kallbeseitigung gehört ebenfalls die lange Jahrzehnte geübte Praxis der Verklap- pung in See. Auch die Lübecker Bucht nahm an genau vorgegebenen Stellen Bagger,, gut“, Schutt und Munition auf. Da nunmetr die negative Wirkung von Baggersediment, das eutrophierende Nährstoffe oder primäre Schadstoffe freisetzen könnte, bekannt ist, verhin- derte 1990 der schleswig-holsteinische Umweltminister nach kontroversen öf- fentlichen Auseinandersetzungen die anfangs in der Lübecker Bucht geplante Verklappung von Trave-Sediment, das beim Bau der Anlege- und Wendezone zum 8. Fähranleger des Travemünder Skandinavien-Kais für die Großschiff- kahrt weggeschafft werden mukßte. Durch die Deponie an Land wurde eine weitere Belastung der Lübecker Bucht vermieden. Schiffsentsorgung Alle Bemühungen der Kommunen und Anlieger-Industrie, ihre Kläranlagen im Wirkungsgrad zu verbessern, sind aber vergeblich, wenn in einem so stark von Schiffen frequentierten Seegebiet wie der Lübecker Bucht nicht gleichzeitig die Schiffsabwässer und -abfälle nach eben- sO strengen Auflagen entsorgt werden. Wir müssen uns endgültig von der alten, früher unschädlichen Seemannspraxis „Alles außenbords!“ verabschieden. Selbst Bereiche der weiten Ozeane er- kranken an Stoffen, die der Mensch in sie einbringt, die flache Lübecker Bucht erst recht. Für die großen Fähren ist die Durchfüh- rung von UVmweeltschutzauflagen heute wohl selbstverständlich. Sie haben an Bord vollbiologische Kläranlagen, was bei mittleren und kleinen Schiffseinhei- ten nicht zum Standard gehört. Auch Binnenschiffe, die ebenfalls in der Kü- stenschiffahrt und auf der Untertrave eingesetzt werden, sollten mit Sammel- tanks ausgerüstet werden. Sehr zu begrüßen für die Reinhaltung der Ostsee ist die Einführung von Ab- nahme- und Sammelstellen für Müll in den Häfen. Unterschiedlich effektiv ist die Entsorgung von Brennstoffrückstän- den, Altöl (Fludge), Bilgenwasser und Tankwaschwasser. Gesammelt wird wohl auf fast allen Schiffen, doch die Ab- nahme und Entsorgung in den Häfen ist, sofern sie nicht vom Bund oder Land fi- nanziert wird, teuer, das heißt im Wirt- schaftsdenken „nicht rentabel“. In der Lübecker Bucht existieren Annahme- stellen für Öle, Müll und mobile Tank- wagen für Abwasser in den Häfen von Grömitz, Niendorf, Travemünde und Lübeck. Leider sind noch nicht alle Sportboothä- ken mit geeigneten Sammel- beziehungs- weise Abnahmeeinrichtungen für Che- mie-Toiletten ausgerüstet. Das ist aber ganz wichtig für die nahe Zukunft. Denn der Einfluß von Sportbooten, auf denen nach Hochrechnungen 40 000 bis 60 000 Personen an vielen Wochenenden in der westlichen Ostsee unterwegs sind, ist nicht zu unterschätzen. Die westliche Ostsee als Transport- medium für elektrische Energie Neuerdings wird von der ,,Preussen Elektra“, die elektrische Energie zu er- zeugen und für uns alle ständig in ausrei- chender Menge verfügbar zu halten hat, argumentiert, daß aus Skandinavien elektrische Energie importiert werden müsse, - weil ein größeres Verbundsystem in Notsituationen Ausfälle besser aus- gleichen könne, ~- weil die benachbarten neuen Bundes- länder künftig immer mehr elektrische Energie benötigen und sie damit ver- sorgt werden müssen, - weil die elektrische Energie aus Skan- dinavien aus Wasserkraft erzeugt wer- de und deshalb umweltfreundlicher sEi, ~- weil die im „Austausch“ zu beziehen- de elektrische Energie preiswerter sei und die Kraftwerke im Verbund bes- ser genutzt werden könnten. Das einzige Transportsystem, welches technisch realisierbar und am kosten- günstigsten ist, soll nach den Planun- gen eine Hochspannungs-Gleichstrom- Ubertragungsanlage sein, die aus nur ei- nem Kabel besteht, wohingegen der zweite Leiter die westliche Ostsee selber werden soll (Baltic Cable). Bei diesem Projekt ist beabsichtigt, am Südostufer der Lübecker Bucht etwa in Höhe des Mecklenburger Großklützhöved eine el- lipsenförmige Kupkerelektrode von gi- gantischem Ausmaß (1,0 Kilometer mal 1,5 Kilometer) in etwa 10 Meter Wasser- Lübeckische Blätter 1992/18 tiefc de. 3 Geg Süd eing and von soll wicl pro; 250 420 etw. Da den cher Buc elek ner ken, wan ne . Ent Ost: kind dun thoc war SON mer run; sche Chl und Es'i aucl nur Lan mei star träk Kat fähr Chl ebe: Ökc zeit: änd volr nickt Grc Sch VOr bisl. arti, ode SEN von der Lei suck Wir sun, arti, Pel: der ist geb Zen! Lübe
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