Full text: Lübeckische Blätter. 1992 (157)

1992/7 Sandstraße Vor 50 Jahren: Luftangriftk auf Lübeck am 28./29. 3. 1942 Polizeilicher Erkahrungsbericht einen Monat danach* Der Polizeipräsident §S I b (LS) Lübeck, den 30. April 1942 Erkahrungsbericht hbe: den Luftangriff auf den LS-Ort Lübeck am 28./29. 3. 1 1. Zeit des Angriffes: Bei dem Angriff auf den LS-Ort Lübeck am 28. 3. 1942 wurde Fliegeralarm 23.16 Uhr gegeben. Gleichzeitig mit dem Alarm setzte Flakbeschuß ein. Der Angriff erfolgte unmittelbar dar- auf. Entwarnung wurde am 29. 3. 1942 um 3.35 Uhr gegeben. 2. Art des Angriffes: Bei dem Angriff, an dem schätzungsweise 60-70 Flugzeuge beteiligt waren, handelte es sich um einen konzentrischen GroßBangrifk gegen den LS-Ort Lübeck mit dem Schwerpunkt auf der Innenstadt, den angrenzenden Vorstädten St. Jürgen, St. Lorenz Süd und Nord, sowie in geringerem Ausmaß gegen die Vorstädte Marli und Moisling. Da in den betroffenen Stadtteilen, außer dem Drägerwerk, größere bedeutende In- dustrie- und Verkehrsanlagen nicht liegen, ist der gegen die Bevölkerung gerichtete starke Terrorangriff klar erkennbar. * Akten des Archivs der Hansestadt Lübeck: Handschrift 1099 Lübeckische Blätter 1992/7 Die Wetterlage, helle Vollmondnacht und klare Sicht, begün- stigte den Angriff des Gegners. Während der ersten Stunde des Angriffes wurden neben zahlreichen Stabbrandbomben auch mehrere Sprengbomben im Hochangriff abgeworten. Später erfolgte Spreng- und Brandbombenabwurf als Ge- mischwurk, sowie Abwurf von Flüssigkeitsbrandbomben (Benzin-Kautschukbomben). Es wurde festgestellt, daß der Gegner bei den späteren Wellen vielfach im Gleitflug angriff und hierbei in der Hauptsache die Flüssigkeitsbrandbomben abwarf, sowie die mit dem Löschen der Brände beschäftigten Einsatzkräfte mit Bordwaffen beschoß. Beim Tiefangriff wa- ren die Flugzeuge,. sowie das Mündungsfeuer aus den Bord- waffen klar erkennbar. Während der Dauer des Angriffes warf der Gegner zahlreiche Leuchtbomben ab. 3. Anzahl und Art der Bomben: Nach den bisherigen Feststellungen wurden an Bomben ge- worten: ä) sStabhrandbeomben...... t 8000 (geschätzt) b) Flüssigkeitsbrandbomben .... ...... 400 (250 Ibs) c) Sprengbomben . . . . . . 300 (500 und 1000 Ibs - 15 LZZ) Ferner wurden 6 Luftminen kestgestellt. Verschiedentlich gemachte Beobachtungen ergaben, daß die größte Anzahl der Stabbrandbomben-Blindgänger solche mit rotem Ring waren, während bei den Brandbomben ohne Sprengsatz der Prozentsatz der Blindgänger niedriger war. 91
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