Full text: Lübeckische Blätter. 1992 (157)

Die Bürgerschaft der Hansestadt Lü- beck hatte in ihrer Sitzung am 30. 8. 1990 den Senat beauftragt, „Verhandlungen mit den angrenzenden Kommunen und Kreisverwaltungen der Landkreise Ost- holstein, Herzogtum Lauenburg und des zukünftigen Landes Mecklenburg-Vor- pommern zur Gründung eines Umland- verbandes als Zweckverband zu führ ren“. Seit dieser Zeit haben auf der Ebene der Landräte der Kreise des Umlandes, der Bürgermeister, der Oberbürgermeister der kreisfreien Städte und der Hauptge- schäftsführer der Industrie- und Han- delskammern zahlreiche Konkerenzen stattgefunden, in denen die Möglichkei- ten zur Verbesserung der Zusammenar- beit in der Region erörtert wurden. Eine Zusammenarbeit in der Form eines Umlandverbandes hat sich dabei nicht ergeben. Vielmehr ist eine Zusammen- arbeit in der Region HOLM (vorläukiger Arbeitsbegriff: HOME) aut freiwilliger Basis und in der Form des kontinuier- lichen Informationsaustausches verein- bart worden. Im Rahmen ihrer Verwaltungsstruktu- ren soll der künftige Informationsaus- tausch zu den wichtigsten politischen Be- reichen, wie Stadt- und Kreisentwick- lung, Wirtschaft und Verkehr, Umwelt- schutz und Wohnversorgung erfolgen. Die Beteiligten betrachten ihre Zusam- menarbeit in der Region HOLM als eine Vorbereitung von Entscheidungen, die in den Selbstverwaltungsgremien zu tref- ken sind. Das HOLM-Pgapier ist in der letzten Re- gionalkonferenz am 23. 1. 1992 einstim- mig verabschiedet und von der Bürger- schaft am 27. 2. 1992 zur Kenntnis ge- nommen worden. 1. Vorbemerkungen Der Wettbewerb der deutschen und eu- ropäischen Regionen untereinander so- wie ihr jeweiliges strukturelles und wirt- schaftliches Profil werden ihre zukünf- tigen Entwicklungsmöglichkeiten unter den Bedingungen eines einheitlichen Binnenmarktes bestimmen. Dies sollte Anlaß sein für das Gebiet südliches Holstein und westliches Meck- lenburg, sich dieser Verantwortung und Aufgabe zu stellen. Dabei ist den teil- nehmenden Körperschaften bekannt, daß sich die Landkreise und kreisfreien Städte Westmecklenburgs zu einer Re- gion zusammengeschlossen haben. An der Zusammenarbeit in der Region HOLM aut freiwilliger Basis und in der Form des kontinuierlichen Informa- tionsaustausches beteiligen sich bislang die Kreise Lauenburg, Ostholstein, Se- geberg, Stormarn, die Hansestadt Lü- beck, die Kreise und kreisfreien Städte 74 Gadebusch, Grevesmühlen, Schwerin, Wismar sowie die Industrie- und Han- delskammern zu Lübeck, Rostock und Schwerin. 2. Ausgangslage 2.1 Binnenmarkt ab 1993 Der Entschluß der Europäischen Ge- meinschaften (EG), zum I. 1. 1993 einen gemeinsamen Binnenmarkt zu verwirkli- chen, wird Europa und der übrigen Welt wirtschaftlich ein neues Gesicht geben. Diesem Anfang soll im Jahre 1999 der einheitliche europäische Finanzmarkt folgen. Mit Beschluß vom September 1991 werden voraussichtlich auch die Länder der Europäischen Freihandels- gemeinschaft (EFTA) ab 1993 in den Binnenmarkt einbezogen. Damit ent- stent ein Europäischer Wirtschafts- Raum (EWR), der zum dominierenden und prägenden Faktor der Weltwirt- schaft in den 90er Jahren wird. Dieser Wirtschaftsraum aus 19 Staaten und 375 Millionen Einwohnern, der vom Nordkap bis Sizilien reicht, wird Grund- lage einer ganz Europa umfassenden po- litischen und wirtschaftlichen Verände- rung. Der Europäische Wirtschakts- Raum wird neue Strukturen schaften, mit denen sich auch andere Großräume mehr oder weniger intensiv verbinden werden. Der zukünftige Binnenmarkt wird ge- kennzeichnet sein durch die sogenann- ten vier Freiheiten: Freier Verkehr für Menschen und Waren und Dienstlei- stungen und Kapital. Die nationalen Grenzen werden an Bedeutung verlie- ren. In diesem „Europa ohne Grenzen“ wird die wirtschaftliche Entwicklung im- mer weniger durch die traditionellen Na- tionalstaaten mit ihren wirtschaftspoliti- schen Charakteren geprägt sein. Viel mehr wird der Wettbewerb der europä- ischen Regionen untereinander und ihre jeweilige strukturelle und wirtschaftliche Profilierung die zukünftige Entwicklung bestimmen. 2.2 Europa der Regionen In diesem Wettbewerb werden auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nur kraftvolle Regionen bestehen kön- nen. Im norddeutschen Raum wird sich die Region Hamburg als Metropolregion entfalten und eine starke Position errei- chen. Gute Chancen für die Entwicklung eines eigenständigen Regionalprofils inner- halb der Metropolregion Hamburg bie- ten sich im Raum südliches Holstein/ westliches Mecklenburg mit den Ober- zentren Lübeck und Schwerin und den Häfen Lübeck und Wismar als traditio- nellem Dreh- und Angelpunkt des Ost- seerHandels. Zusammen mit den an- grenzenden Kreisen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns besitzt diese Region hervorragende Ausgangs- bedingungen - einerseits mit Blick auf Hamburg und andererseits als Dreh- scheibe in das östliche Europa und nach Skandinavien. Um die hierin liegenden Chancen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger die- ser Region nutzen und im europäischen Wettbewerb einen guten Platz besetzen zu können, sind bestimmte Rahmenbe- dingungen zu erfüllen. Insbesondere müssen notwendige Infrastrukturent- scheidungen schnell getroffen und diese Maßnahmen zügig verwirklicht werden. Mit der Aufnahme beziehungsweise der stärkeren Integration der skandinavi- schen Staaten erhält die bisherige Südla- stigkeit der Europäischen Gemeinschaf- ten ein Gegengewicht. Die Region HOLM wird hierbei eine besondere Stel- lung als Bindeglied einnehmen - zwi- schen den nördlichen Staaten des Euro- päischen Wirtschafts-Raums und dem Kontinent wie auch zwischen den osteu- ropäischen Ostsee-Anliegern und dem Europäischen Wirtschafts-Raum. 3. Voraussetzungen Der wirtschaftliche Strukturwandel im Europäischen Wirtschafts-Raum wird geprägt sein von dem Wettbewerb der Regionen um die mobilen Produktions- faktoren Kapital und Investitionen, um den Faktor Arbeit und vor allem um die Fachkräfte. Voraussetzung für ein Bestehen im Standortwettbewerb der Regionen sind richtige und rechtzeitige strukturpoliti- sche Entscheidungen. Dazu zählen Ent- scheidungen, die sowohl eine leistungs- fähige wirtschaftliche Infrastruktur - et- wa im öffentlichen und privaten Bereich des Verkehrs - als auch die bedarfsge- rechte soziale und kulturelle Infrastruk- tur gewährleisten. Vor allem erforder- lich ist in der Region HOLM eine nach- haltige Verbesserung der Verkehrsinfra- struktur. 3.1 Infrastruktur Infrastruktur meint viele Aspekte der re- gionalwirtschaftlichen und sozialkultu- rellen Entwicklungspolitik, der innovati- ven und technologischen Rahmenbedin- gungen in den Gemeinden, Städten und Kreisen einer Region. In ihrer Gesamt- heit machen sie die Qualität des regiona- len Profils aus. Unter anderem zählen dazu: - leistungsfähige und menschenfreund- liche regionale und überregionale Verkehrsnetze, - intakte und gut entwickelte Umwelt, ~ bürger- und wirtschaftsnahe Verwal- tung, Lübeckische Blätter 1992/6 ~ ang; ~ gute gart - lebe Durch und di in den land- u Ostsee Schles' Vorpo tren Sc Zusam tungen rung u chen S und vo cherer gionen gerecht Vernet ternatäi kehrsst len Ar des M werden Zum e: migen ' gen nö Dimen: greikt. ] Die ( stung burg: deuts des : Verk - Die Voge der s Kont behal nem ; renzf. zu gel ge N meck Engp erforc bindu in c Deuts Gemeé Zum an gionaler Netz um Ziel- ul muß so t Entwick rung, W wie mög Einwich le Flugh regional als Stand Die reg; beck-Bl: Lübeckischc
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