Full text: Lübeckische Blätter. 1990 (150/155)

leicht auf lange hin entscheidende Fra- gen handelt, soll nicht das Los, sondern die Vernunft herrschen.!??) Evers hält eine auf gemeinsamer Über- zeugung ruhende Einigung zwischen Rat und Bürgern einer freien Stadt für mög- lich: „Bei uns, wo hundert persönliche und sachliche Bande Regierende und Regier- te verknüpfen, wo jedes Mitglied des Se- nats, als Einzelner betrachtet, auch wie- derum zum Volk, zu den Regierten ge- hört, indem er allen Gesetzen des Staa- tes so gut unterworfen ist, wie jeder An- dere, wo selbst viele Mitglieder des Se- nats noch ein bürgerliches Gewerbe trei- ben und daher mit ihrem materiellen Wohl in hohem Grade von dem materiel- len Gedeihen des ganzen Gemeinwesens abhängen, bei uns ist jede Collision zwi- schen den Interessenen des Rats und der Bürgerschaft nur scheinbar, indem es hier wirklich immer ein höheres gemein- sames giebt, das des Ganzen des Ge- meinwesens, in dem die Interessen bei- der Staatskörper jedesmal unbedingt und völlig zusammentreffen. “128 Evers und die Vertreter der Gegenan- sicht gingen vom gleichen Standpunkt aus, kamen aber zu anderen Resultaten. Während die einen meinen, das Grund- prinzip des lübischen Staates, nur das zur Geltung zu bringen, in dem beide Kör- per übereinstimmen, lasse sich nicht un- ter allen Umständen beibehalten, und die Verfassung müsse für solche Fälle ein Auskunftsmittel bereithalten, ist es Evers’ Ansicht, daß jenes Grundprinzip unter allen Umständen festzuhalten sei; die Verfassung müsse es sogar fordern und voraussetzen und dürfe nicht selbst den Weg bezeichnen, wie dieses Prinzip zu umgehen oder zu verletzen sei. Sie müsse und könne die Einigung von Rat und Bürgerschaft als höchste öffentliche Pflicht verlangen, weil dies die Aufgabe der Staatsleitung sei und eine verfas- sungsmäßige Vorkehrung für Dikkeren- zen der Würde der höchsten Staatsge- walt widerspräche. Evers konnte sich ei- ne Unfähigkeit zur Einigung nicht den- ken und erwartete mit Zuversicht, dal die Staatsgewalten, deren Mitglieder vernunftbegabte Menschen und nicht von Holz oder Stein seien, allen Momen- ten, aus denen eine Einigung hervorge- hen kann. entgegenkommen würden: es „kann in keinem Falle wo Entschluß not wendig ist, die Unfähigkeit eintreten, z einer solchen zu gelangen, wenn Rat un, Bürgerschaft ihre Schuldigkeit thun.“ ! Wenn sich trotzdem eine beharrlich, Meinungsverschiedenheit ergebe, könn ten sich Rat und Bürger immer noc) über ein besonderes Mittel verständigen das als besondere Maßnahme keine Aug dehnung erfahren würde. Evers schly für solche Fälle eine gemeinsame Sitzurj beider Körper vor, in der gemeinsam bd raten und gesondert gestimmt wird, dz mit die Meinung eines jeden von beide; rein zu Tage tritt. Die gemeinsame Ver handlung verhindere das Zusammen treffen der beharrlichsten Vertreter j; einer Deputation und dränge durch dj hohe Feierlichkeit selbstische Interesse; in den Hintergrund. Es vergingen noch 3 Monate des Jahre 1848, bis die Beratungen der gemeinsz men Verkassungs-Revisions-Commÿ sion endlich beendet waren und di Frucht der Auseinandersetzung ans T; geslicht trat. E) Neue Läbeckische Blätter 1847, Nummer 49 123) Neue Lübeckische Blätter 1847, Nummer 49 124) Neue Lübeckische Blätter 1847, Nummer 51 1 84.7, Aug. 8. N: 392. Uene Lübeckische Plätter. Dreizehnter Iahrgang. 7 J u h a 1 t. Die Reform unserer Verfassung. ~ Die beiden Versicherungs- vereine Lübecker Landbewohner gegen Feuerschäden. [Fort- seßzung.] ~ Meine Erklärung auf die Entgegnung in F 31 dies. Bl. Von Dr. Funk, Pastor. ~ Adresse aus Detmold. ~ Kleine Chronik „YF 14K~– 132. wie sehnlich der zu erwartenden entgegengesehen wurde, wie froh man war, als die Entscheidung nicht mehr zweifelhaft war, und wie die Freude den höchsten Grad erreichte, als auch hier sich eine ungeahnte Einmüthig- keit kund gab. Es waren schöne Tage, und die Freude um so größer, da Jeder sie nicht blos empfand, sondern auch bereitete. Hatten auch Manche das schöne Be- wußtsein, für die Herbeiführung eines so erfreulichen Resultats besonders thätig gewesen zu sein, so war es doch eine gemeinsame That Aller, und Jeder durfte sich sagen, daß auch seine Stimme bei der Entscheidung von Wichtigkeit gewesen sei. Das geschah im vorigen Jahre. Zwischen diesen Zeiten froher Aufregung und frischen Eifers hat es aber auch längere Perioden banger Be- sorgniß und erschlaffender Theilnahmlosigkeit gegeben. Wenn man bisweilen die bessere Zukunft so nahe glau- ben durfte, daß sie schon als Gegenwart erschien und von ihr gesprochen wurde, als ob sie Gegenwart wäre, so erschien sie auch öfters wieder so unabsehbar fern, daß man sich des Zweifels nicht erwehren konnte, ob Die Reform unserer Verfassung. Ats vor nunmehr fünf Jahren nach langem Reden und Klagen über die Mangelhaftigkeit unserer Ver- fasung der erste Schritt zur Reform derselben geschah, da war allgemeine Freunde darüber, daß das lange er- sehnte Werk nun wirklich begonnen war und zugleich frohes Erstaunen über die ungeahnte Einmüthigkeit in dem Wunsche nach Reform. Als dann später in einem vortrefflich ausgearbeiteten Berichte ein anschauliches Bild gegeben wurde, wie bei einer neuen Verfassung unsere innern Verhältnisse sich gestalten könnten, war wiederum allgemeine Freude und lebendiges Interesse. Lübeckische Blätter 199h! Neu Wieder! förderu. 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