Full text: Lübeckische Blätter. 1990 (150/155)

1989 erworben haben. Zu dem frühen Bild, das wir schon lange besitzen, ist dies nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Steigerung, ein Triumph informel- ler Malerei, strahlend und heiter. Zehn Jahre früher, 1979, entstand das dunkle, geheimnisvolle Bild eines ande- ren Großen der Informel, „Ramson“ von Karl Fred Dahmen. Dahmens letzte Bil- der sind leer. Wie Tafeln aus ferner Vor- zeit wirken sie, mit Linien, die das modi- fizierte Schwarz des Grundes parallel strukturieren, und darüber Zeichen, die jedoch jede lesbare Auskunft verwei- gern. Es ist ein sehr ernstes und würdiges Werk. Durch eine namhafte Spende des Herrn Ministerpräsidenten wurde es möglich, Dahmens Tafel als zweite be- deutende Erwerbung zum zehnjährigen Jubiläum des Vereins der Freunde zu er- werben . Aus demselben Anlaß schenkte Dr. Schulz, Lübeck, ein Bild von Werner Knaupp, „Adamah 27. 9. 82“, aus einer Serie von Werken, die sich mit dem Tode beschäftigen. Es sind, so hat man sie ein- mal genannt, „wahre Ikonostasen des Todes“. Adamah ist der hebräische Be- griff für Ackerboden, die Verschwiste- rung von Asche und Boden. So ist auch dieses Bild Abbild und Sinnbild vergan- genen Lebens. n/22 Bild „Ramson“ von Karl Fred Dahmen (1979) Bild „Adamah 27. 9. 82“ von Werner Kaupp Lübeckische Blätter 1990/22 Unsere geringen Etat-Mittel lassen nicht zu, selbst in der Moderne größere An- käufe zu tätigen; denn auch sehr junge oder nur regional bekannte Künstler ver- langen und erzielen Preise, die für uns zu hoch sind. Man braucht sich nur in der Landesschau oder der Jahresschau um- zusehen. Es ist hier nicht der Ort, und ich bin nicht dazu berufen zu diskutieren, wie gerechtfertigt diese Summen sind. Als Geschenk zum 25jährigen Bestehen des Lions-Clubs Lübeck-Hoalstentor er- hielt das Museum ein drittes Bild von Er- land Cullberg, „Die Schauspielerin“ von 1987. Damit verfolgen wir das Ziel, von Künstlern, die uns besonders wichtig er- scheinen, mehrere Werke zu erwerben, die sich gegenseitig ergänzen und erklä- ren. Thematik und Malerei des neuen Bildes unterscheiden sich nicht grund- sätzlich von dem Bild .Die rote Freun- din“, nur daß Cullbergs Farbe hier noch expressiver geworden ist, die Partien noch zerklüfteter und die Existenz des Menschen so noch gefährdeter wirkt. Schon 1987 erwarb das Museum ein gro- Bes Bild des sehr erfolgreichen jungen Berliner Malers Max Neumann, das er unter Benutzung der Lübeckischen Blät- ter malte. Dazu treten nun zwei Zeich- nungen aus demselben Zusammenhang., die einen Eindruck von Neumanns origi- neller und geheimnisvoller Bildwelt ge- ben. Z IZ
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