Full text: Lübeckische Blätter. 1990 (150/155)

Stadt- is von ragge- heren instler uftrag [ Bar- ugung aftvoll en Ni- i ganz en En- iguren ualitä- n. te mit 1933. Fisches Kunst seiner einem us een. bis da- en und öffent- irdiger t Hei- keit in müdli- nstleri- Ind da- aa P rissen, rin be- wurde Bte so- zenthe- vorbe- hm da- Is Mitt- chts. ’hnung uchten 1ymität he des .:r Wir- 1, dazu cht vor .rhaßte t mir ~ chränk- kür die e Deut- fassen, gen er- Mittel- zich un le, ver- um Ed-. 1sbruch Druck r in be- der ak- ebrüder iedener hriften- er 1990/14 ] reihen. Deren wichtigste und kolgen- eichste hieß „Der Kunstbrief“, kam seit 1942 bei Gebrüder Mann heraus und war zunächst für die Soldaten im Feld be- stimmt. Jedes dieser kleinen Hefte, de- en Umschläge von Alfred Mahlau stam- en, behandelt ein Kunstwerk oder eine ng umgrenzte Werkgruppe und enthält inen erläuternden Text eines angesehe- en Fachmannes, Abbildungen sowie okumente zur Entstehung und sPäte- en Geschichte des Werks, bietet also mfassende Information. Die Reihe uchs bis 1949 auf 57 Nummern. it dem „Kunstbrief“ hatte Heise wie- er eine bescheidene Möglichkeit gefun- en, in die Breite zu wirken und Kunst- nschauung zu vermitteln, was ihm in er Notzeit des Krieges und der ersten achkriegsjahre sozusagen lebensnot- endig zu sein schien. Dieses Konzept at er später, nach seiner Pensionierung Is Hamburger Kunsthallendirektor, och einmal aufleben lassen: nun im tuttgarter Reclam-Verlag unter dem eihentitel „Werkmonographien zur ildenden Kunst“. Von 1956 bis 1968 er- chienen 132 Nummenn, darunter auch 962 ein Heft über ein , Scheibenbild“ on Nay - mit einem ausgezeichneten ext von Max Imdahl. Das Heisesche onzept hat später wiederholt als Vor- ild gedient, so für die seit einigen Jah- en bei Fischer erscheinende Taschen- uchreihe „Kunststück“. eises Tätigkeit als „Büchermacher“, ie in den A40er Jahren ihren Höhepunkt rreichte, hat frün begonnen. Schon 915 brachte er die erste deutsche Über- etzung der Tagebücher des Henri de att heraus, des Gesellschafters Fried- ich des Großen während des Siebenjäh- igen Krieges. Heises Vorwort verrät be- eits hier volkspädagogische Absichten. Berühmt geworden ist „Genius, Zeit- schrift für Werdende und Alte Kunst“, herausgegeben von Heise und seinem Freund Hans Mardersteig 1919 bis 1921/ bei Kurt Wolff in München: eine Zeit- schrift von höchstem inhaltlichen und äs- thetischen Anspruch, mit Originalgra- phik von Marc, Heckel, Schmidt-Rott- ]ukfk, Archipenko, Masereel und ande- ren, mit Aufsätzen über alte und neue Kunst, so von Ernst Ludwig Kirchner über seine Zeichnungen, mit literari- schen Beiträgen von Döblin, Heym, Kafka -das ganze bibliophil aufgemacht in aukwendigem Folioformat. 1945 - um nun den biographischen Fa- den wieder aufzunehmen - wurde Heise nach zwölf Jahren erzwungener Zurück- gezogenheit und Beschränkung seiner Wirkungsmöglichkeiten zum Direktor der Hamburger Kunsthalle berufen: zum Leiter der bedeutenden Gemäldegalerie seiner Vaterstadt und zum Nachfolger seiner „Lehrer“ Lichtwark und Pauli. Lübeckische Blätter 1990/14 ier hatte er zunächst Kriegsschäden zu eseitigen, das Haus wieder funktionsfä-- 1g zu machen und neu zu behängen. Als. seine Hauptaufgabe aber erkannte er,] die moderne Abteilung, ,die in der Nazi- Leit schlimmer noch als in anderen Mu- seen geplündert worden ist“, durch neue! Erwerbungen zu ergänzen und auszu- bauen -was ihm höchst eindrucksvoll LE lungen ist. Auch hat er 1953 in einer gro- Ben Ausstellung an der Außenalster ~ wohl zum erstenmal in Deutschland - Plastik im Freien zur Diskussion gestellt. Im ganzen aber scheinen seine Entfal- tungsmöglichkeiten in der kriegsverwü- steten Großstadt mit ihren verschiede- nen konkurrierenden Museen geringer Lewesen zu sein als vorher in Lübeck. Um so bewundernswerter sind seine Lei- stungen in den zehn Hamburger J ahren. Niemand ist mir begegnet, der so bewußt lebte und sein Leben so planvoll zu ge | stalten suchte wie Heise. So war auch für die neue Lebensphase nach der Pensio- ierung aufs beste vorgesorgt: Heises erließen ihre Stadtwohnung in Harve- stehude und zogen hinaus auf den Kö- sterberg hinter Blankenese in ein ver- gleichsweise ländliches Ambiente, den- noch stadtnah gelegen, mit herrlichem Blick in die Elbniederung. Selbstver- ständlich hatte Heise sich neue Aufga- ben gestellt: Er schrieb Ausstellungskri- iken für „Die Zeit“ und andere Blätter, hielt Vorträge, eröffnete Ausstellungen. Seit 1956 edierte er bei Reclam - wie schon gesagt - die neue Reihe der „Werkmonographien zur bildenden Kunst“ ~ Nummer 2 übrigens, von ihm selber verfaßt - behandelt die Barlach- Figuren an der Katharinenkirche - eine Lübecker Reminiszenz. . Außerdem hatte er die Aufgabe über- nommen, für einen befreundeten Indu- striellen in Fulda eine großzügig bemes- sene Sammlung von deutschen Zeich- nungen und Drucken aus den letzte zwei Jahrhunderten aufzubauen. Und auch das tat er mit ganzem Einsatz: nicht vom Schreibtisch aus, sondern bei Kunsthändlern und auf Auktionen, les des Original sorgfältig prüfend. So tra an ihn damals ebenso bei Ketterer in Stuttgart wie bei Klipstein und Kornfeld in Bern. Zwischen 1957 und 1968 brachte er mehr als 700 Blätter zusammen: ein beispielhaftes Ensemble deutscher era. Pphischer Kunst zwischen Chodowiecki und Nay - spätestes Werk ein „Schei- benaquarell‘ von 1964. Parallel dazu schrieb er ein Buch über die „Deutsche Zeichen-Kunst des 19. Jahrhunderts“. das 1959 herauskam. g Damals befanden sich Heises schon wie- der im Aufbruch, nun nach Oberbayem. Sie hatten oberhalb von Nußdorf am Inn, zwischen Rosenheim und Kufstein, ein schmales Grundstück erworben und dort von dem jungen Hamburger Archi- tekten Gerhart Laage ein kleines moder nes Flachdachhaus mit separatem Bi- bliotheksteil bauen lassen - wieder mit wunderbarem Fernblick: nun über Dor und Inntal auf den Wendelstein. 1960 im Jahr seines 70. Geburtstags, wurden sie dort ansässig - für 13 Jahre tätige Muße: Sie genossen ihre neue Umweelt, reisten, er fuhr zu Vorträgen, verfaßte eitungsartikel, Freunde von nah un ern wurden gastlich empfangen. 973 zogen Heises zurück in den heimat- ichen Norden: vorübergehend in da ugustinum in Mölln, dann für die letz en fünf Jahre in eine behagliche klein ohnung im Hanna-Reemtsma-Haus in issen, bis zum Schluß teilnehmend a ünstlerischen Dingen und am Leben ih er Freunde. Heise starb am 11. 8. 1979. 9 Jahre alt, seine Frau folgte ihm vier onate später. er das Ehepaar Heise näher gekann at, wird meinen Eindruck bestätigen: eide gehörten in der Gegensätzlichkei ihrer Temperamente eng zusammen, de eine brauchte den anderen. Hilde, gebo ene Neumann aus Lübeck, ausgebilde und vor ihrer Ehe auch tätig als Fürsor- erin, später eine hervorragende Photo raphin, bildete den ruhenden Pol in sei em unruhigen Leben. Heises ergänzte inander in ungewöhnlichem Maße: E irkte lebhaft nach außen, sie still nach innen. Ohne ihre kluge Besonnenhei und menschliche Wärme, ohne ihre zu- erlässige, ihn kritisch bestätigende Be- gleitung hätte er seine Lebensleistun wohl kaum vollbringen können. Was si eide vereinte, war charakterliche Grad- heit und ein ungewöhnliches Maß a ufrichtigkeit, gegründet auf christli her GlaubensgewißBheit lutherische rägung. eise war ein Pädagoge aus Passion. Es heißt, er habe in seiner Jugend die Ab- sicht gehabt, Pastor zu werden, also Er- zieher von der Kanzel aus. Mit geradezu missionarischem Eifer verfocht er späte als Museumsmann und Publizist die Sa che der modernen Kunst. Sie war ihm zu rst 1912 auf der „Sonderbund-Ausstel ung“ in Köln zum überwältigenden Er ebnis geworden, vor allem in den Bil ern van Goghs; dessen berühmte „Hüt- en von Les Saintes Maries“ hätte er Sohn aus begütertem Hause - damals ast für sich gekauft. Schon als Studen erwarb er jedoch außer einem Selbst- bildnis von Ferdinand Hodler - von dem er sich wohl bald wieder getrennt hat - eine kleine Südtiroler Landschaft von lexander Kapoldt - heute in Lübeck - und Franz Marcs ..Springende Pferde“ on 1911 rim Krieg verbrannt. Neben ei- er umfangreichen Sammlung moderne rucke und Zeichnungen, von der ein eil vor zehn Jahren hier in Lübeck aus- gestellt war, besaß er Bilder von Paul odersohn. Nolde. Schmidt-Rottluff 223
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