Full text: Lübeckische Blätter. 1990 (150/155)

hwarz- röhren er die bevor Hanna en Zeit- phasen kzuzei- ier ent- 1ck da- hneten Neuen- Falazik ri mich itwech- 1 in viel Bilder der auf jedrän- \usstel- rrschte, Vledita- lenkens er Gei- Das be- rährend stellung ihrung. II- und nal 147 eben in n stark- "lau ge- strukti- üst, die dschrift Se wird 1rift auf deutlich 1ten Si- Wenn“, nkrecht uf allen ;: sehen, er Dun- n, lang- endgül- : Tages- gen An- . Dieser 1g setzt 1989, Öl 220 mal 1mblaue Ilichkeit entstan- Abstand enn ja - rückt ist ild „Tag Katalog, 1 für den euenkir- ’?etri ent- Jer Aus- ung und eitraums Schmidt tter 1990/14 1 F . . c Carl Georg Heise, Ernst Wilhelm N ay, Lübeck Vortrag anläßlich des hundertjährigen Geburtstags von Carl Georg Heise und der Ausstellung der Lofotenbilder von Ernst Wilhelm Nay am 23. 8. 1990 vor der Overbeck-Gesellschaft auf der Diele des Behnhauses von Dr. Johann Eckart von Borries Unter den führenden deutschen Mu- seumsdirektoren unseres Jahrhunderts zählt Carl Georg Heise zu den großen Anregern und Neuerern. Für Lübeck war seine Berufung ein Glücksfall: Sein Wirken hat in der Stadt vielfältige und dauerhafte Spuren hinterlassen. In ei- nem im Alter verfaßten Lebensrückblick hat er seine 13 Lübecker Jahre folgen- dermaßen charakterisiert: „Es war das wohl die schönste und fruchtbarste Zeit meines Berufslebens, viel angekeindet wegen meines leidenschaftlichen und in der Form oft jugendlich unbedachten Eintretens für die damals moderne Kunst, aber auch getragen und gefördert von den besten Kräften des Bürgertums der alten Hansestadt.“ Im folgenden soll es nun aber nicht nur um Heise als Museumsmann gehen. Ich möchte vielmehr versuchen, ein umfas- senderes Bild seiner Persönlichkeit zu entwerfen, wie es sich mir, der ich von Kind an ihn gekannt habe, heute im Rückblick darstellt. Ein kürzerer Ab- schnitt wird Ernst Wilhelm Nay gewid- met sein. Auch hier will ich versuchen, wenigstens skizzenhaft anzudeuten, wer er meiner Vorstellung nach gewesen ist, um dann die besondere Art der freund- schaftlichen Beziehungen zwischen den beiden zu schildern. Von Lübeck wird bei alledem ohnehin immer wieder die Rede sein. Köln ging. Heises Streben war von Anfang an ex- pansiv. Keine vier Wochen nach seinem Dienstantritt erfuhr er von dem Verkaut des „Behnschen Hauses“ in der König- straße an eine Bankgesellschaft, die das Gebäude völlig umbauen wollte. Sofort ergriff er die Initiative, das Haus zu ret- ten, um dort ein Museum neuerer lübek- kischer Kunst einzurichten. Binnen nur acht Monaten hatte er rein aus privaten Zuwendungen die erforderlichen 300 000 Mark zusammengebracht, und bereits ein halbes Jahr später konnte er im notdürftig hergerichteten Gebäude eine „Jahrhundert-Ausstellung lübecki- scher Kunst“ zeigen, die den Zeitraum von etwa 1800 bis zur damaligen Gegen- wart umfaßte. Anlaß für diese Ausstellung war die im September 1921 durchgeführte „Nordi- sche Woche“: ein groß angelegter Ver- such Lübecks, nach dem verlorenen Weltkrieg die wirtschaftlichen und kul- turellen Beziehungen zu den nordischen Staaten wieder zu festigen oder neu zu knüpfen. Heise begnügte sich dabei kei- neswegs mit der einen Ausstellung im Behnhaus. Er zeigte außerdem „Nordi- sche Kunst“ im Schabbelhaus, vor allem aber eine große und viel umstrittene Ausstellung der religiösen Bilder Emil Noldes, und zwar in der Katharinenkir- che. Diese diente längst nicht mehr kulti- schen Zwecken. sondern wurde damals als städtische Messehalle mißbraucht: für Gastwirte-Ausstellungen und ähnli- ches. Auch hier nutzte Heise die erste Gelegenheit, um einzugreifen und den Kirchenraum für eine angemessenere Nutzung zu retten. haben auk den jungen Heise durch Vor- bild und Rat tiefgreifend und richtungs- weisend eingewirkt. Der eine war Alfred Lichtwark, von 1886 bis 1914 Direktor der Hamburger Kunsthalle, ein Mu- seumspraktiker ersten Ranges: Begrün- der des modernen -das heißt der Öffent- lichkeit zugewandten - Museums. Sein Konzept bildete die Grundlage für Hei- ses eigene Museumspraxis. Noch prä- gender, vor allem auch im Bereich des Menschlich-Ethischen, war der Einfluß von Aby Warburg (1866 bis 1929), dem Begründer einer neuen, mehrere Diszi- plinen übergreifenden kulturwissen- schaftlichen Methode, die er zumal in seinen Untersuchungen zum Nachleben der Antike entwickelt hat. Warburg war Privatgelehrter, Glied einer bekannten Hamburger Bankiersfamilie und Inha- ber eines eigenen Forschungsinstituts mit großer Spezialbibliothek. das 1933 nach London überführt werden mußte, wo es heute noch ein wichtiges interna- tionales Forschungszentrum bildet. Warburg hat besonders auch Heises kunsthistorischen Bildungsgang mit freundschaftlicher Strenge begleitet und überwacht. Nach der Promotion absolvierte Heise eine fünfjährige Assistentenzeit an der Hamburger Kunsthalle unter Lichtwarks Nachfolger Gustav Pauli. Heises nächste Station war Lübeck. Noch nicht 30jährig, übernahm er am 1. 5. 1920 die Direktion des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte, das heißt des Sankt-Annen-Museums, sowie die künstlerische Leitung der Overbeck-Ge- sellschaft - beides Gründungen seines Vorgängers Karl Schaefer, der 1911 aus Bremen gekommen war und nun nach Carl Georg Heise Zunächst nur einige Angaben zu Heises Lebensgang, mit dem Hauptgewicht na- türlich auf seinen Lübecker Jahren. Als wichtige Infkormationsquelle nenne ich gern und dankbar das ausgezeichnete Buch von Abram Enns über „Die kontro- versen zwanziger Jahre in Lübeck“. Auch der jüngst erschienenen Schrift von Russalka Nikolov über „Carl Georg Heise in Lübeck“ verdanke ich einige neue Hinweise. Carl Georg Heise, geboren am 28.6. 1890, war der letzte Sproß einer alten, angesehenen Hamburger Kaufmannsfa- milie. Nach dem Abitur 1908 studierte er Kunstgeschichte bei den wichtigsten Lehrern dieses damals noch jungen Fa- ches: bei Wilhelm Vöge in Freiburg, Heinrich Wölfflin in München, Adolph Goldschmidt in Berlin und Georg Grat Vitzthum in Kiel. Bei diesem promovier- te er 1915 mit einer Arbeit über Nord- deutsche Malerei des 15. Jahrhunderts zwischen Köln und Hamburg. Zwei bedeutende Kunsthistoriker der äl- teren Generation, beide in Hamburg, Auch in die damals eifrig geführte Dis- kussion um die Gestaltung von Ehren- malen für die Wieltkriegsgefallenen mischte Heise sich ein. So sorgte er da- für, daß ein hölzerner Kruzifixus des Bildhauers Ludwig Gies, ein Werk von geradezu bedrängender Ausdruckskraft, zur Probe im Dom aufgehängt wurde. Die erbitterte Auseinandersetzung stei- gerte sich derart, daß eines Nachts unbe- kannte Täter die Figur zerschlugen und den Kopf im Mühlenteich versenkten. In diesem wohl einzigen Fall hat Heise sei- nen Gegnern nachgeben müssen. In Lübeck fand Heise auch seine Frau, Hildegard Neumann, Tochter des dama- ligen Lübecker Bürgermeisters. Sie hei- rateten im Juli 1922 und blieben 57 Jahre bis zu ihrem fast gleichzeitigen Tod eng miteinander verbunden. Im April 1923 wurde das inzwischen wie- derhergestellte und nach Heises Vorstel- Lübeckische Blätter 1990/14 221
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