Full text: Lübeckische Blätter. 1990 (150/155)

LITERATUR - THEATER - MUSIK - AUSSTELLUNGEN - VERANSTALTUNGEN ITE Bildende Kunst gen Sammeltätigkeit jedoch auf Bildern liegt, die im weitesten Sinne dem Infor- mel verpflichtet sind, wird im letzten Raum deutlich, wo außer dem Objekt „Romeo und Juliet“, einer Schenkung von Dr. Schulz, besonders solche Arbei- ten ihren Platz gefunden haben, an de- nen sich ablesen läßt, in welchem Maße eine Malerei, die ohne genauer bestimm- bare Inhalte ist, sich an keinerlei Form- zwänge gebunden weil} und wie in der Zwiesprache mit sich selbst entstanden scheint, zu einem Mittel der Artikulation existentieller Fragen werden kann, zum unmittelbaren Ausdruck eines meist dunklen Lebensgefühls. Der Besucher verläßt die Ausstellung nicht ohne Verwirrung. Die Frage, wo all das, zusammen mit den übrigen Be- ständen des Museums an modernen Bil- dern und Plastiken, in Zukunkt seinen Platz finden soll, damit es ständig verfüg- bar ist, drängt sich auf. „Die Forderung nach mehr Ausstellungskläche und geeig- neten Präsentationsräumen stellt sich im Anblick der ausgestellten Kunstwerke zwingend“, schrieb Dr. Gerkens im Ka- talog. Man wird ihm recht geben, wenn man wie er der Überzeugung ist, daß auch Lübeck für seine Museen eine Sammlune von Gegenwartskunst braucht, eine Sammlung, deren beson- deres Profil allerdings stärker als bisher so zu planen wäre, daß die Gefahr eines Konkurrenzkampkes mit den Kunsthal- len in Hamburg oder in Kiel gar nicht erst entsteht. (Sankt-Annen-Museum, bis 5. 8. 1990, dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr; Füh- rungen, empfehlenswerter Katalog) Horst Hannemann Jan Koblasa, Zeichnungen und Skulpturen Mit Arbeiten der letzten drei Jahre ist der Bildhauer Jan Koblasa (1932) wieder einmal zu Gast in der Galerie Metta Lin- de. Neu vor allem ist eine Gruppe von 30 Zeichnungen, Variationen zum Thema: „Cherchez la femme“. Diese farbigen Mischtechniken füllen die Wände der Galerie. Sein ebenso malerisch wie gra- phisch agierender Pinselstrich umkreist nicht nur konturenhaft den weiblichen Körper, er trägt auch Flächen auf, lasie- rend oder übereinander geschichtet, läßt Reliefs entstenen. Schwarz dominiert, als fließende Tusche, als dicker, schil- lernder und blasenwerfender Lack. Sinnlich schönfarbige Aktzeichnungen kontrastieren mit abstrakten Torsi, die noch eben menschliche Figur ahnen las- sen. Als Untergründe nutzt Koblasa ebenso alte Briefe, Übungsblätter mit ja- panischen Schriftzeichen wie auch Zeit- schriftenseiten mit grellen Farbsignalen Man könnte sich diese Pinselzeichnun. gen sehr wohl zu Bildern erweitert vor stellen. Wer sich noch der Wächter erinnert, der hohen, schmalen Holzfiguren von Ko. blasa, die in den ersten Jahren des Beste- hens der Galerie den Eingang fklankier- ten, wird in den neuen Skulpturen Ähn. lichkeiten mit dieser kraftvollen, frühe. ren Arbeitsphase finden. Grünlicher Dolomitstein dient dem Bildhauer zu schlanken, hohen Stelen. Lotrechte. glatte Kanten korrespondieren mit rau- hen Schrägkonturen. „Mann“, ein schwarzer Diabas, erinnert in seiner geo- metrischen Strenge an Idole kerner Zei- ten. Rechte Winkel schließen glatt. poliertes, glänzendes Schwarz ein. Die Gegenseite dazu ist von stumpfem Schwarz-Grau, Rauh, leicht konkav ge- bogen, neigt sie sich zu der verbreiterten Standfläche. Während die sieben Steinskulpturen im ebenerdigen Ausstellungsgeschoß in ih- rer Aussage lapidar verharren, präsen- tieren sich die sechs Holzkiguren im obe. ren Bereich der Galerie minder schwer Zwei gedrungene Blöcke, tief gekerbt. senkrecht gespalten, weißr-englischrot bemalt, asoziieren „Kopfschmerzen“. Zwei eindrucksvolle Figurengruppen zum alttestametarischen Thema ,„Opfker - Abraham und Isaak“ formulieren den Opkternden passiv zurückhaltend, eher das Opter beschützend als es darbietend. Der „Bote - geflügelt“ ist der Noah-Ge- schichte zuzuordnen. Inhaltlich vollzieht sich so durch die Räume ein Schritt vom Urzeitlichen, auch volkstümlich Mytho- logischen zu biblischen Themen, vom Monolith zur mehrteiligen Holztigur. Seit Jahren kann man in der Galerie Metta Linde die Entwicklungen Jan Ko- blasas an seinen Arbeiten verfolgen. Nach einer - so schien es - schwächeren Phase präsentiert sich das Werk des tschechischen Künstlers in dieser Aus- stellung beeindruckend. 25. Mai-30. Juni, Dienstag-Freitag 15- 18 Uhr, Samstag 10-13 Uhr. Gerd Schmidt Für Lübeck gesammelt - Bilanz des Vereins der Freunde des Museums Nicht viel, sondern wenig, nicht in die Breite, sondern in die Tiefe habe man gesammelt, sagte Armin Zweite, Direk- tor der Galerie des Lenbachhauses, an- läßlich der Eröffnung der Ausstellung, die das Museum dem Verein seiner Freunde zu dessen zehnten Geburtstag ausgerichtet hat, als Dank für das bisher Geleistete und zur Ermutigung für die Zukunft. Und in der Tat: Das meiste von dem, was da nun - sonst mangels geeig- neterer Hängefläche nicht eben glück- lich auf einzelne Räume des Behnhauses verteilt - erstmals in seiner Gesamtheit überschaubar wird, erweist sich als durchaus der Beachtung wert. Hübners „Ansicht von Travemünde“ freilich wirkt wie fürs Depot bestimmt, von Els- beth Arlt gibt es sicherlich intensivere Arbeiten als die angekautfte, und ob Franz KRadziwills teuer erworbenes „Stilleben“ wirklich eine seinem Preis entsprechende Bereicherung der Samm- lung darstellt, bleibt nach wie vor frag- lich. Anderes dagegen möchte man aufk keinen Fall mehr missen: Winters dyna- misch chiffrenafte Gouache ,„Verkloch- ten“ zum Beispiel, Schumachers sprö- den, vielfältig deutbaren „Goro“, die eindringlichen Erdpanoramen von Knaupp und von Isely, Dahmens späte, geheimnisvoll mahnende Schrikttakel „Ramson“ schließlich, erst in diesem Jahr mit Hilke einer Spende des Minister- präsidenten in den Besitz des Museums gebracht .. Die Ausstellung ist so gehängt, daß ein- zelne Bildgruppen die Intention der Sammeltätigkeit von Verein und Mu- seum andeuten, das Ziel, Bildfamilien zu schaffen, die einander ergänzen und de- ren Einzelstücke aufeinander verweisen. So wird etwa im Entree ein Stück extrem gegenstandsbezogener Kunst - Radtzi- wills schon genanntes Stilleben - mit mehreren Beispielen ihrer Negierung konfrontiert, den ungegenständlichen Arbeiten von Winter und Brüning und den Ubermalungen von Rainer und Rosz. So ist im zweiten Raum skandina- vische Kunst der Gegenwart als geson- dertes Sammelgebiet ausgewiesen, wäh- rend im Zwischenkabinett mit den Ar- beiten von Heisig und Klasen und Hrdlicka Hinweise darauf zu finden sind, daß der Verein sich in den ersten fünk Jahren seines Bestehens hin und wieder auch zum Ankaut von Werken entschie- den hat, die im engeren Sinne Zeit- oder Gesellschaftskritik üben. Daß der Schwerpunkt der gegenwärti- Darstellende Kunst „Albert Herring“ im Großen Haus Den 27. September sollten sich Lübek- ker Opernfreunde schon im Kalender ankreuzen - es ist der Tag der Wieder- aufnahme von Benjamin Brittens Oper in den Spielplan 1990/ 1991 . Nach einer Novelle von Guy de Maupas- sant entstand das Libretto von Eric Cro- zier: In einer englischen Kleinstadt wird é; Lübeckische Blätter 1990/13 anstell haften Morall wählt. des br: Ies. Dieser englisc gekal3t meror den K sichtig termal die St: Graksc Dabei der M und je und d spaßig Unter musiz des O die he Dafür verdic genne hat et macht und k sembI Mich: sierte verlas erkolg Rolle Haus| Pfarrc chef, tochti gendl Ihn s Lippe Bästl Partn Als Hans ande: gisch §timl Muse Nick hälte Erik: das € merc Kost für d §tür1 für a werti Von und Ein präs Lübe
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