Full text: Lübeckische Blätter. 1989 (149)

Museumsgesamtplan der Hansestadt Lübeck MEI Abgesang? Kein stadtgeschichtliches Museum im Burgkloster? Das war der Wunsch des Kulturaus- schusses der Bürgerschaft der Hanse- Museumsgesamtplan der Hansestadt Lübeck stadt Lübeck: Der Entwurf eines Mun Hie Hansestadt Lübeck verfügt zur Zeit über folgende „Museumslandschaft“: seumsgesamtplans der Hansestadt Lü % Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit beck soll in der Offentlichkeit vor einem ~- Sankt-Annen-Kloster. endgültigen BeschluB des Stadtparla- - Katharinen-Kloster-Kirche. ments erörtert werden (siehe auch „Lü- - Holstentor. beckische Blätter“ Seite 220). - Behnhaus, So erläuterten in der „Gemeinnützigen“ T Drägerhaus. am 5. September unter der Leitung von Ö Naturhistorischos Muserttti; Kultursenator Heinz Lund die Vertreter c Völkerkundesammlung; der vier Bürgerschaftsfraktionen - Rose- hinzu kommt die Geschichtswerkstatt Herrenwyk. marie Lücke-Walter (SPD), Hans Mlil- Der Entwicklungsplan-Entwurt sieht vor: lies (CDU), Manfred Eickhölter (GRU- Im früheren Sankt-Annen-Kloster ist langfristig die Überbauung der ehemaligen NE) und Lore Olbermann (ULB) - s0- Klosterkirche mit Einbau von Ausstellungsflächen, Cafeteria, Vortragssaal und wie von vier musealen Einrichtungen - technischen Räumen vorzusehen. Mzzhes Vieu! r [j ss! kirchs:de: teöhereu Kstherwewl.]o:t11: werden die Restaurierungsar- Kunst und Kulturgeschichte), Helga § ' .. Rammow (Völkerkunde-Sammlung) Im Holstentor soll die Einfalltor-Situation für die Präsentation eines Uberblicks und Alfred Falk (Amt für Vor- und über die Stadtgeschichte und eine Information mit Hinweisen auf alle Museen Frühgeschichte) - ihre Vorstellungen genutzt werden. und Forderungen. Im Komplex Behnhaus-Drägerhaus sind die Ausstellungsflächen nach dem Aus- Wie also geht es weiter mit den Museen zug der Weberei zu erweitern. des Weltkulturguts, die alle auf Grün- Im Buddenbrookhaus sind die Räume im Obergeschoß zur Aufnahme der Prä- dungen der Lübeckischen Gesellschaft sentation Thomas und Heinrich Manns sowie zur Vermittlung der Kulturge- zur Beförderung gemeinnütziger Tätig- schichte Lübecks zur Zeit der Buddenbrooks auszubauen. keit zurückzuführen sind, hr elche Ent- Im sogenannten „Dom-Museum“ wird die Erdgeschoßfläche ganzjährig vom wicklung sollen sie nehmen? Naturhistorischen Museum genutzt sowie der Innenhof gemeinsam vom Natur- Kultursenator Lund machte die Defizite historischen Museum und vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte für Son- der Museumslandschaft in Lübeck noch derausstellungen genutzt. einmal deutlich: In der Völkerkunde-Sammlung - für die die Bezeichnung „Museum für Völker- - die Archäologie habe bisher über- kunde“ wieder einzuführen ist - sind die Öffnungszeiten an die der anderen Mu- haupt noch keinen Ausstellungort er- seen anzupassen, die museumspädagogische Betreuung zu verstärken und im zu halten, renovierenden nördlichen Flügelgebäude einzurichten sowie mittel- und langfri- die Stadtgeschichte sei nur in Ansät- stig das Dachgeschoß des südlichen Flügelgebäudes für technische Räume und zen im Holstentor-Museum und in der Magazine herzurichten. Geschichtswerkstatt Herrenwyk prä- Im früheren Burgkloster erfolgen die Präsentation des Gebäudes und Vermitt- sentiert, lung seiner historischen Bedeutung unter dem Motto „Burg und Kloster erzäh- die Bedeutung Thomas und Heinrich len ihre Geschichte“, Führungen für die Öffentlichkeit, Sonderausstellungen Manns werde im Museum Drägerhaus insbesondere zu stadtgeschichtlichen Themen, die Einrichtung einer Gedenk- nur unzureichend und am historisch stätte für die Opfer der nationalsozialistischen Justizwillkür im ehemaligen Ge- ungeeigneten Ort gewürdigt richtssaal und den beiden erhaltenen Gefängniszellen sowie repräsentative Ver- ts y n , §e k! Bildeti anstaltungen der Stadt unter anderem in Form von Empfängen, Vorträgen und den Kunst aur e unsou . keinen re- kurunertög:riten, präsentativen Raum. Zur Zentralfrage der augenblicklichen Museumsplanung - zukünttiges stadtge- schichtliches Museum im ehemaligen Burgkloster oder nicht - äußerte Lund gung der Klosterräume einerseits sowie deutig mochte sich Hans Mlillies aber sich, entsprechend dem vom Amt für einer stadtgeschichtlichen Dauerausstel- nicht festlegen. Rosemarie Lücke-Wal- Kultur vorgelegten Entwurk eines Mu- lung andererseits kommen. Der Respekt ter sprach sich jedoch nur für Wechsel- seumsgesamtplans, äußerst zurückhal- vor dem Baudenkmal gebiete sorgsame ausstellungen im Burgkloster-Areal aus. tend. Je mehr er sich mit dem restaurier- Überlegungen. Auf Kritik aus der Zuhör Sparsame Ausstellungen dort forderte ten Komplex des ehemaligen Burg- rerschaft: Ein „Abgesang“ auf ein stadi. Lore Olbermann. Weiter entkernt von klosters bekannt gemacht habe, um so geschichtliches Museum sei das aber diesen Feststellungen war allenfalls mehr Zweikel habe er an der Einrichtung nicht. Manfred Eickhölter, denn für ihn ist zu- einer Dauerausstellung und damit eines mindest mittelfristig ein stadtgeschichtli- stadtgeschichtlichen Museums an dieser Weitgehende Zustimmung fand er bei ches Museum im ehemaligen Burgklo- Stelle. Es dürfe zu keiner Vergewalti- den Fraktionsvertretern. Ganz so ein- ster denkbar. d »I) Lübeckische Blätter 1989/15 Lübec.
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