Full text: Lübeckische Blätter. 1986 (146)

Wei- D ® . s E Vom Wein und Weinhandel in Lübeck (III) i vii. Handel und Genuß untrennbar mit der Stadt verbunden ren Fortsetzung ; auf m 16. Jahrhundert entwickelt sich die e zu . anienfahrt zu einem lukrativen Ge- ein s Aus Spanien, Portugal und die Frankreich werden Salz, Weine. Süd- igen früchte und Kolonialwaren eingeführt. [eim Allein zwischen 1557 und 1600 Passieren rün- 1125 Schiffe von Lübeck aus segelnd den den gund. Als Ziel geben sie spanische, Por- um ugiesische und französische Häfen an. Oph t schwunghafter Handel läßt auch die und entsprechenden Südweine populärer mit werden. Crô. Doch Gefahren lauern überall. Vor Lis- 1 18. abon kapert der englische Seeräuber 1983 rrancis Drake 1589 nicht weniger als 60 wei: Hanseschitkke. 1591 trifft es dann den j stolzen „Adler von Lübeck“ mit mehre- Be- ren hamburgischen Schiffen vor der spa- | im nischen Küste. der Über die Gefahren des Wassertranspor- » SEi s berichtet auch Herbert Schult für die . SE: t hre 1770 bis 1840. Aus den sogenann- Brigg Gutenberg. 1840 in Lübeck gebaut 1842 - 1851 Weinreisen nach Bordeaurx. den |:! Dispachen (Seeschadensfeststellun-. Museum für Kunst und Kulturgeschichte Wil- gen und r-regulierungen) setzt sich ein | Hume: Bit dert ür..t.„vu.jztgtetr s. cis Verickcrer meldeg g Man- schließlich auch Geldzahlungen an den nu- zusammen. : ' nigkaltige Probleme gilt es zu klären. König. an die Bearbeiter der Weine und ler, Die robusten Schiffe waren aus Eichen- Zum Beispiel: Muß Bergelohn gezahlt den Faßbinder. an die Richter. Ein Po- kin- holz und hatten eine Lebensdauer von werden? Der Streit wird in zwei Instan- sten der langen Auflistung nennt die Ge- sen. etwa 20 bis 30 Jahren, wenn sie nicht zu- zen beim Brügger Gericht und beim bühr für den „königl. Prokurator für des- rlei vor havarierten, wie fyu Beigrie! „Die höchsten Gericht in Brüssel verhandelt. sen Gegenwart“ M.:. rt! Ga leben ciniur er her ht: Zum Glück verüieten die meinen der s. If ten i t Seefahrten mehr oder minder ungestört. uch gzut. Euschon uicht mehz: Somit blieb letztendlich den meisten ron Herbert Schu ging auch weiteren Schiffern und Kaufleuten ähnlicher Är- z in schiff und Ladung verloren Schiffsunglücken nach. darunter der Un- er erspart. sie- it einer Ladung Wein und Essig und SIücksfahrt eines der selten Lübeck an- § m. Mit en anderen Waren geht Schiffer Steuernden englischen Schiffe. Kapitän nd. f: Anfang 1770 auf große Fahrt. Leonhard Wrightson, dessen Schiff den Lübecks Anteil am Weinexport Iso Er hat das Pech, „auf Goodwinsand mit beziehungsreichen Namen. »The Vine“ Lübeck hat während seiner jahrhunder- ich dem Schiffe sehr zu stoßen“, so dalz !rug, erklärte zu der Havarie: telangen Geschichte eine wechselvolle Mann und Maus das Schiff beherzt ver. Er segelt am 9. April 1789 von Sétubal. Rolle als Wirtschaftsfaktor und Um- lassen müssen. Glücklicherweise rettet einem Portugiesischen Hafen, los. An schlagplatz für Waren gehabt. Immer je- sie ein vorbeikahrendes englisches Schiff Bord befinden sich 80 Oxhott, also doch waren seine Kaufleute am Export und bringt sie nach Dover. knapp 175 hl. und weitere S Fässer Wein. in die Nachbarstaaten und -städte. in den Schiff und Ladung scheinen verloren. Ein „harter starker Wind, ungestime Osten und Norden beteiligt. Gustaf Ut- Am meisten haben „Colck und Cie.“ an See und Nebel“ veranlassen ihn am 22. terström hat uns jetzt anhand der schwe- Seel. J. Lembke Frau Witwe & Sohn“ April, Anker zu setzen. Das Ankertau dischen Quellen den Anteil Lübecks am verladen lassen, nämlich 128 Oxhokt wei- bricht, und das Schiff wird durch die ho- Weinexport von 1300 bis 1600 aufge- Be und 32 und 28 Oxhokt rote Weine, was he See und starke Wellen ans Ufer ge- Zeigt. schließlich runde 400 Hektoliter Wein schleudert, „wo es auf Grund“ stehen- In jener Zeit ist Wein ein Luxusartikel, ausmacht. Die Gebrüder Lienau & Cie. bleibt. Der Kapitän denkt zunächst. er der nur bei den Oberschichten und dann in Bordeaux haben 100 Oxhoft an Her- befände sich in England, erfährt aber am bei besonderen Gelegenheiten getrun- mann Bilderbeck in Lübeck auf den Weg nächsten Tag. daß er in französischen ken wird. Die Sozialstruktur ist wenig gebracht. Hoheitsgewässern ist. entwickelt. Skandinavische Städte sind Da klären Briefe aus Ostende die Lübek- Die Frage der Schadensregulierung er- selbst im mittelalterlichen Verständnis ker darüber auf, daß das Schiff dort an- weist sich als kompliziert und ist mit viel- klein. Stockholm und Bergen haben etrieben sei und daß man Teile der La- kältigen Kosten verbunden. In Boulogne kaum mehr als ein paar tausend, Kopen- s dort wie auch in Nieuwport und entsteht nach französischem Recht eine hagen vielleicht 10 000 Einwohner. Die Blanckenberghe aus dem Wrack gebor- Berechnung der Werte und Unkosten. übrigen Städte wie Oslo, Äbo und Wi- lie gen oder aukgetischt habe. Die interes- Darunter fallen Kosten für Notar, Kanz- borg haben bedeutend geringere Bevöl- ch sierten Lübecker Kaufleute und natür- leisekretäre. für diverse Dolmetscher. kerung als die eben genannten. tû Lüb. BI. 9/86 . A | 3
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