Full text: Lübeckische Blätter. 1985 (145)

der des Cello-Collegiums aus demselben I. S. Bach mit brasilianischem Tempera- eine Lübecker Erstaufführung verkün- Institut. Diese Vorstellungsmöglichkeit ment des H. Villa-Lobos einen derart den konnte? für junge Musiker ist zu begrüßen, weil hinreißenden SchlußBpunkt, daß eine Nie Anzahl von Musikern, die diese hy- allgemein bedauert wird, daß die Musik- Reihe amusanter Zugaben aus dem Pop- pertrophe Besetzung vorschreibt, wäre hochschule - im Gegensatz zur früheren Bereich kolgten mußte. nur durch entsprechende musikalische 1 Musikakademie - weniger Kontakt zur Nicht nur die Musikhochschul-Studen- Substanz zu rechtfertigen, so daß bereits Lübecker Öffentlichkeit hat. Waren es ten sind um ihren Lehrer Prof. David angesichts des Riesenorchesters Zweikel H im Januar die hiesigen Lions-Clubs, so Geringas zu beneiden, sondern auch dier kommen müssen an dem endlichen Er- hatte nun die Gemeinnützige Gesell Jer umseine begabten Schüler. gebnis. Denn stark war, fast original, der schaft in ihren Großen Saal eingeladen. Hans Millies Bläser- und Schlagzeugerapparat. Wann SO VIE Ihre Hauskonzerte haben sich in letzter aber begreift man, daß den Bläsermas- §taitu Zeit durch besondere Originalität ausge- sen in spätromantischer Musik ein eben- freun zeichnet. Auch hier gab es „Das Beson- 5. Sinfoniekonzert so verstärkter Streicherklang gegenüber- Kolo: dere: Die Kombination Mozart-Strauss im 5. stehen muß? So krankte auch hier wie- dem Barockmusik in Bearbeitungen ist mit Sinfoniekonzert (17./18. Febr.) ließ der das Klangbild an dem Übergewicht che; Vorsicht zu genießen. Singen aber vier gtark Gegensätzliches ahnen und bestä- Von Blech und Holz. Dennoch dankte dem ( Cello-Tenöre so ausdrucksvoll wie im tigte leider diese Befürchtung, denn die das Publikum mit großem Beifall; es war sters „Le Phénix“ von M. Corette, wirkt des kammermusikalische Klarheit von Mor !1M Recht, da es eine sehr gute Wiederga- Künst sen hinreißendes Adagio trotz einiger zgarts Klavierkonzert in C-Dur (KV 467) be mit hervorragenden Einzelleistungen lungs. nervöser Intonation. und Tempor g;tach gar zu sehr von den klangschwelge- gehört hatte. Die b schwankungen fast wie ein Renaissance- prjschen, naiv ausmalenden Tonmassen Anders waren die Verhältnisse bei der herbe Lamento. Daß man sogar Vivaldis ber- Jer Strauss'schen „Alpensinfonie“ ab. Wiedergabe des Klavierkonzertes. Ihre Ucinne kanntes Violin-Concerto grosso wir- was Strauss hier im Jahre 1912 als Einheit war nicht ganz geleistet. Rudolf Bach. kungsvoll auf vier Celli transferieren Klanggemälde aus der Alpenwelt, basier- Firkusny, 1912 geboren, ist zwar ein So- lite; kann, bewiesen die Studentinnen beson- rend auf einem Jugenderlebnis, kompo- list von noch erstaunlicher Frische und point: ders im tempomäbig aggressiv angepack- hjierte, war damals wie heute unzeitger technischer Perfektion. Dennoch verur- Jes N ten Fugato. Die einheitlich tieke Lage mäß, auch oder vor allem an seinen eige- sachten Schwankungen im Tempo und hervo der Instrumente erfordert allerdings nen Werken gemessen. Sicher, es gibt da seine unterschiedlichen Darstellungs- denA einige ungewohnte Akkordkolgen und Stellen, die melodisch plakativ und an- weisen der Themen, einmal klar zeich- spekt: zwingt die Oberstimme in Höhen, die sprechend sind, andere, die Strauss als nend, dann eher romantisch weich, daß schme nicht leicht sauber zu greifen sind. genialen Instrumentalisten oder als exe kein abgerundeter Eindruck entstand. Veri Der I. Satz aus Bachs Gambensonate cellenten Kontrapunktiker zeigen, wier: Aeschbacher verstand es geschickt, die tem V wurde von drei Cellisten auf recht origin: der andere, die die Gipfelklimmerei Tempi aufzufangen, und an der Gestal- tasie ( nelle Weise zum dreistimmigen Wett- symbolisch zu deuten nahelegen, einen tung des zweiten Satzes konnte man er- Pura streit à la 3. Brandenburgisches Konzert Anspruch, den andere Komponisten, z. kennen, daß Firkusnys Domine bei ei- Di aufgezäumt, verlor dadurch seinen zur B. Mahler, mit ähnlichen Mitteln, aber nersensiblen Klanggestaltung lag, durch t rückhaltenden Kammermusikcharakter, auf ganz anderem Niveau auch erfüllen. die er auch das Orchester zu einem ver- “schi erschien nun aber in apartem Orchester- Hier aber überwiegt der Eindruck unver- sponnen zarten Piano führte. So konnte ie au kleid. Die musikalische Leistungsfähig- stellter Naturmalerei durch einen im- die Leistung insgesamt noch betkriedigen JG keit der Ausführenden wurde bei der mensen Klangapparat. und dem Solisten verdienten Beifall f: en selbständigen Stimmführung des Adagio gicher ist auch, daß die Aufführung die- bringen. Arndt Voß gest besonders deutlich. ses Werkes in den Händen von GMD Strent Der 2. Programmteil bot Originales und Aeschbacher sehr gut aufgehoben war, s ; G liowsk Originelles: Da wurde ein virtuoses Cel daß Aeschbacher trotz des Mangels an Klavierabend Krystian Zimermann ifhG.a lo-Duo von J. Offenbach charmant ser- überzeugender musikalischer Substanz, Wenn man hört, daß sich 1975 der da- Lauf viert - auch das muß gelernt sein, - zur die Kuhglocken und Windmaschinen mals achtzehnjährige Krystian Zimer- teils ? mal wenn es mit brillanter Technik und stützen müssen, dieser Musik Intensität mann beim internationalen Chopin- derne gehöriger Portion Gefühlsseligkeit gar. zu geben vermochte. Aber reicht das? WMettbewerb gegenüber 118 Konkurren- niert ist. Unter Anführung ihres Lehr- Hates nicht einen Sinn, daß dieses Werk ten durchsetzte, wird verständlich, daß Ob de meisters setzten die zehn Spieler des Cel- bisher in Lübeck nicht aufgeführt wor- er zum Idol einer pianistischen Nach- ne bei lo-Collegiums bei einer Verbeugung vor den ist. so daß das Programmheft stolz wuchsgeneration wurde: selten sah man H tum: tragen Besonders dringende Kaufgesuche a CENHEN Aus 3-4-Familien-.tHaus â % 6..8-Familien.tiaus ] © Fleischhauerstraße 4 / 2400 Lübeck 1 : & (04 51) 7 76 94 Inder . s | . t -i St. Lorenz bis Car DM 380 000 . [ griee *1§1a 8500982. "var cs Das große Einrichtungshaus in Lübeck uus bar als Kanitalanlaae Kanitalanlaqe g Mietshaus . Wohnblock " V in Lübeck, mit 81.12 Wohnungen im Lübecker Raum mit 12-36 Woh- Y b. in esturgzziohsrsr ! Lage Lür nungen M kgzttziihisss gegen kt: ,- Dar. arzahluna "D IJ NVA UTM Ü an der Autobahn Schwertfegerstr. 21/23 . 2400 Lübeck 1 . 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