Full text: Lübeckische Blätter. 1984 (144)

terstandbild, Grabpuppe, Ahnenfigur,. gen Fleck hat und an die Pforten des Zur Zeit ist das norddeutsche Märchen Zauberpuppe und Opterfigur auftaucht, Himmels musealer Aktivitäten klopft. vom Fischer und seiner Frau auf dem ist das Puppenspiel als rituelle Theater. Eine Sammlung überregionalen An- Spielplan des hiesigen Marionetten- form in seinen Wurzeln genauso alt wie spruchs, die versucht, sich gegen kalte Theaters; die meerumspülte Geschichte das große Theater. Dabei ist auch zu be- Logik an den Wärmeströmungen eines von fast unendlichen Wünschen. Hem- rücksichtigen, daß das Puppenspiel in durch Puppenspiel abgegrenzten Be- mungslos wird gewünscht, und meist er- P' seiner historischen und gegenwärtigen reichs lebensgeschichtlicher Erfahrun- füllen sich die maßlosesten Wünsche, d. ts Dimension eine weltweite Erscheinung gen vieler Länder zu beteiligen. h. dort wird an die Veränderbarkeit der . ist und unzählige Variationen und Pup- Kleinodien aktiven Puppenspiels sind Situation geglaubt. Nur darf man nicht he penarten bzw. deren Kombination her- djie kleinen Helden Fiete und Bello, Har- die letzten Grenzen überschreiten oder nc vorgebracht hat. lekin. der kleine Prinz, zlandchent, Me- das Wunschpotential überspannen. Des- B Einen Eindruck von dieser Vielfalt ver- Phisto, Störtebeker, Ilsebill und all ihre halb schön bescheiden, aber doch ge- n mittelt ein Rundgang durch das Museum Kollegen, die täglich ihr Wesen und Un- Wünscht. für Puppentheater in Lübeck. Puppen wesen in der Kleinen Petersgrube Lür Drei Wünsche, wie im Märchen, möchte aus aller Welt haben hier ihren wohlver- becks treiben! Sie machen diese Stadt zu ich nennen: dienten Ausstellungsplatz gefunden. einem kulturellen Zentrum norddeut- Erstens wünsche ich dem Museum die ) Das Museum ist nicht nur als eine Reprär schen Puppentheaters. Wenn ich ein wissenschatiliche Aufarbeitung, die al- sentation einer Kinderstube zu verster Fontanezitat etwas paraphrasieren dark. Jjejne das Fundament einer Sf lange hen, sondern dokumentiert den ernstzur dann ist Fritz Fey ein Spezialist seines Nauer ernstzunehmenden s nehmenden Beitrag des Puppentheaters Faches. . „Aus dem Gesamtgebiet des Sein kann zu verschiedenen Kulturkreisen. Es ist Puppenspiels hat er kleine Parzellen aus- ; §: . kein Museum der Raritäten., wie es häu- geschieden, diese auf gut schleswig-hol- Zweitens wünsche ich dem Theater und fig gekennzeichnet worden ist, es ist ein steinisch, mit sauberen Heckenzäunen dem Museum viele Besucher, die sich Museum der Originalitäten, die sich dar- umfkfriedet und das ganze Gebiet wie ein Yom Zauberland Puppenspiel einfangen ; über hinaus den Luxus leisten, originell Stück Gartenland bestellt. . .aber inner- lassen. : zu sein. Charakter, nicht so sehr Schön- halb dieser Grenzen ist ein vollständiges Als drittes wünsche ich mir, ohne, wie § heit, steht zur Debatte. Lessing, lebte er Zuhausesein, ein Auge für das Kleinste, ich hoffe, damit die Grenzen des Wün- ; heute und wäre er ein „Museumsmann“, ein Ohr für das Leiseste.“ - Als Senior schens zu verletzen, dalß das Puppenspiel 1 er hätte gewiß seinen Spaß an dieser kul- des Lübecker Puppenspiels hat er die in Lübeck doch noch die ihm zustehende k, turgeschichtlichen Harlekinade. Es ist Puppen, die ja sonst nur totes Material Anerkennung finden möge. 1 eine Sammlung, die über Lübeck hinaus wären, in Lübeck lebendig gemacht und das Herz Pole Poppenspälers am richti- hier heimisch werden lassen. Roswitha Siewert 4 Kommt ein attraktiver Bundeswettbewerb nach Lübeck? Die Wettbewerbe „Jugend musiziert“ der Durchführung eines Bundeswettber- desdeutschen Instrumentalelite an? Hin- gehören zu den erfolgreichsten Unter- werbs bekundet. Sie stützt sich dabei vor zu kommt, daß die stimmungsvolle Alt- nehmungen der musikalischen Jugend- allem auch aut ihren großen Konzertsaal stadt ein kulturelles Fluidum schafft, das bildung in der Bundesrepublik. Nicht im Kieler Schloß. Doch benötigt ein unsere Gäste immer wieder begeistert nur in der Fachwelt gelten sie als unber Wettbewerb dieses Umfanges vor allem hat. stechliches Barometer für hohe künstler: ein vielseitiges Raumangebot und ent Na sollte Lübecks Amt für Kultur rische Qualifikation. Auch die Öffent- sprechende Instrumente. Bietet sich da cchnell aktiv werden und einen Vor- lichkeit hat längst erkannt, daß diese mur nicht Lübeck als Musikstadt des Nordens schlag entwickeln, der alle Möglichkei- sische Leistungsschau von Jugendlichen mit seiner Musikhochschule und ihrem ten einbezieht dient: Preisträgerkonzer! im Alter von 6 bis 21 Jahren besondere beachtlichen Fundus erstklassiger Flü- jm Aucicrregn bis Zum “eres Bei: Förderung verdient. Welcher Jungstar gel, Orgeln und zentral gelegener Ein- JSammensein aller Teilnehmer auf einer wollte schon auf die Visitenkarte eines zelräume in idealer Weise als Austra- Fährschiffsfahrt. Dann wird es nicht Preisgewinns bei einem Bundeswettber gungsort dieses Jugendtreffens der bun- ¿chwer sein, Lübecks Stadtväter davon werb verzichten? zu überzeugen, daß neben Kulturprei- In den vergangenen 21 Jahren war der sen, Filmtagen und Musikkesten ein sol- krönende Bundeswettbewerb in allen §s cher Bundeswettbewerb dem Ansehen Bundesländern reihum zu Gast, mit Lübecker Blumenspende der Stadt förderlich wäre, zumal Presse Ausnahme von Schleswig-Holstein. In der Zeit vom 1. Oktober 1983 bis 30. und Medien stets sehr ausführlich be- Dementsprechend hat das Münchner September 1984 gingen ein: richten. Und wer im Gegensatz zu Ber- Generalsekretariat wissen lassen, daß lin, Hamburg oder Stuttgart die Durch- man es gern sähe, wenn Ende dieses DM 5524,~ führung früherer Bundeswettbewerbe in Jahrzehnts der Bundeswettbewerb in un- aus folgenden Anlässen: einer kleineren Stadt wie Heidelberg serem Land stattfände. Auf finanzielle Todesfall Frau Marianne Lübcke oder Trossingen miterlebte, weils zu Unterstützung wird man schon deshalb Todesfall Frau Hilde Petereit schätzen, daß entgegen unpersönlichem bauen können, weil Kultusminister Dr. Todesfall Herr Werner Sommer Rummel großstädtischer Betriebsamkeit Bendixen mit seinem kürzlich vorgestell. Todesfall Herr Dr. Bruno Staiger ein solches Unternehmen hier zu seinem ten Kulturprogramm für die achtziger Todesfall Frau Stephanie Böttcher ureigensten Anliegen zurückgeführt Jahre eine besondere Förderung musir- Todesfall Herr Karl Heinz Albrecht werden könnte: zur echten Begegnung scher Aktivitäten zugesagt hat. Todesfall Frau Erika Fuchs junger Talente. Wie zu erwarten, hat die Landeshaupt- Außerdem gingen DM 9220,21 an Zin- Ob sich unsere Stadt diese Chance entge- stadt Kiel bereits ihr großes Interesse an sen für angelegte Gelder ein. hen lassen wird? Hans Mlillies 3,8 Y 2 (
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.