Full text: Lübeckische Blätter. 1984 (144)

So weist die Satzung der Liedertafel eine Ursächlich für diese positive Einschät- an der Herausbildung der bürgerlichen AH Reihe fast wörtlicher Übereinstimmun- zung war einerseits die staatsbejahende Gesellschaft. chen ven mit den „Erneuten Verfassungs- Einstellung der Vereine. Andererseits Die Untersuchung hat gezeigt, daß die fand punkten“ der Gemeinnützigen Gesell. muß aber auch die personelle Durchr Beteiligung der Vereine am Umgestal- ten ] schaft auf, und auch Organisation, Ber dringung Staatlicher Gremien, beson- tungsprozeß von der ständischen zur ist k setzung und Funktion der Aufnahme- ders durch Mitglieder der Gemeinnützi- bürgerlichen Gesellschaft auf zwei Ebe- greik usschüsse wie überhaupt die Aufnah- gen., beachtet werden. nen stattgefunden hat. macl M ls gehörten zwei Einmal trugen sie durch ihre Organisa- t vn bezüglich der Satzung von eimer Vorbild. genatoren der Gemeinnützigen an. 1824 tion und ihr inneres Vereinsleben zur p funktion der Gesellschaft gegenüber der jaren dreiviertel der Senatsmitglieder Entstehung des demokratischen und des fen: Liedertafel gesprochen werden kann. Angehörige der Gemeinnützigen, 1835 Zusammengehörigkeitsgefühls inner- pon. Die Vermutung, daß die Gründung des sStiegihr Anteil auf 18 und 1847 auf 19 der halb des Bürgertums bei, andererseits uu volkstümlichen. öffentlichkeitswirksa- 20 Mitglieder der Stadtregierung. Seit sorgten sie für den Transfer demokrati. . men Männergesangsvereins von der Ger 1835 gehörten durchgehend alle vier scher und nationaler Ideen in die ganze f'é meinnützigen bewußt betrieben und vor- Bürgermeister der Gesellschaft an. 1847. Bevölkerung. hes o bereitet wurde, konnte nicht bestätigt’ waren auch drei Liedertäfler im Senat Im Inneren bildeten die Vereine ein 15 werden. Jedoch gehörten alle Gründer vertreten. Kleinbild der angestrebten, bürgerlich- rA der Liedertafel gleichzeitig der Gesell- Damit wird deutlich. welche starke Stel- demokratischen Gesellschaft aus. Durch Ez schaft an und in Vorlesungen betonten h|ung gerade die Gemeinnützige Gesell- Mehrheitsentscheidung über die Beset- . Eri, die vortragenden Gesellschaftsmitglie- cchaftin der Regierung des vorrevolutio- zung von Ämtern und über die Durch- Etän Jer die Notwendigkeit der Förderung nären Lübecks einnahm. Nach der Re- führung eingebrachter Anträge gestalte- geka und Pflege der Liedertafel. sodaß ihre holution 1848 und der in der Folge voll- tenalle Vereinsmitglieder das Vereinsle- ügl dauerhafte Gründung 1842 zumindest endeten Lübecker Verfassungsreform benmit. Standesschranken gab es formal is: uch innerhalb der GemeinnützigenvoT wird die Bedeutung beider Vereine für nicht und auch in der Vereinspraxis wur- bereitet wurde. das städtische Gemeinwesen noch mehr den sie immer mehr verwischt, wie die And Insgesamt läßt sich feststellen. daß beide sichtbar. Von den 120 Abgeordneten der Vorstandswahlergebnisse gezeigt haben. orut Vereine, trotz Ermangelung offizieller nach freiem und gleichem Wahlrecht ge- Nie demokratische Entscheidungsfin- er. Kontakte, vielfältige Beziehungen zu- wählten Bürgerschaft waren knapp 60 % dung war auch für die Üisrintubiidqus tt; rinander hatten. Von gemeinsamen Un-" Mitglieder der Gemeinnützigen und parlamentarischer Arbeitsformen wick der ternehmungen auf ein bestimmtes Ziel 47 % Mitglieder der Liedertafel, 36.6 % tig. Auch die Fähigkeit zur Erfüllung ad- chel hin, wie sie sich beispielsweise in Turn-} gehörten beiden Vereinen an. Im Bürger ministrativer Aufgaben wurde insbeson- SO W. und Sängerfesten in anderen Regionen ausschuß zählten 21 der. 30 Mitglieder dere in der Gemeinnützigen Gesellschaft .. Deutschlands für Turnvereine und Lier zur Gemeinnützigen und 11 zur Lieder- erworben, ebenso wie eine gesamtstaat- dertafeln nachweisen lassen, waren im tatkel. 9 waren Mitglieder beider Vereine. jjche Denkweise, die sich in der Über: Die Verhältnis dieser beiden Vereine nicht hieraus ist zu ersehen, daß die Mitglier nahme von Verantwortung für andere wicl einmal Ansätze zu verzeichnen. der der beiden Vereine großes Vertrau- gesellschaftliche Gruppen ausdrückt. Ges Ên be; allen Bürgern und inbesondere Hjne entscheidende Funktion hatten die ten: Das Verhältnis zum Staat auch innerhalb des Parlaments gent yereine aber nicht nur wegen ihrer Wir- per Bei Betrachtung des Verhältnisses ders fen. : kung auf die Mitgliederschaft; durch öf- ier beiden Vereine zum Lübecker Staat ist! Insgesamt läßt sich feststellen. daß beide fentlichkeitswirksame Veranstaltungen „runächst herauszustellen, daß sie keiner Vereine ein positives Verhältnis zum Lü und Einrichtungen bezogen sie weite Staatlichen Reglementierung unterla- hecker Staat hatten und daß ihre Mitglier Kreise der übrigen Bevölkerung in den gen, sondern sich vielmehr Einer wohl- der sowohl vor als auch nach der Revolu Umeestaltungsprozeß mit ein. Lü wollenden Unterstützung durch ihn er- tion yon. 1848 wichtige Funktionen In wit Einrichtung und Verwaltung der Ge- freuten. Hinweise für dieses Wohlwollen jm ausföllten. Besonders nach 1848 hat Jllschaftsinstitute machten die Bürger sind nicht nur die zahlreichen obrigkeitli- ten s1e dadurch verstärkt Gelegenheit. ihren Mitgestaltungswillen und ihre Mit- Nas chen Bestätigungen des Rates für die Zur Durchsetzung liberalen Gedan ken gestaltungsfähigkeit an gesellschaftli- ge! Gesellschaft und ihre Institute sowie die gutes beizutragen. Daß bei der Bürger Chen Einrichtungen deutlich und unter- f! staatliche Beteiligung an einigen ihrer schaftswahl 1848 von den Wählern nicht ctrichen ihre Berechtigung zur Aus- fc Schulen, sondern auch die Bereitstellung nach Standeszugehörigkeit gewählt wur“ ÿjhung staatlicher Funktionen. der sffentlicher Räumlichkeit für die Sän} de; zeist. daß die Bürger bei ihrer Wahl suse j : Ech gerfeste und die Germanistenversamm- sich primär nach den Fähigkeiten richte- Daß die Fähigkeit dazu in den Vereinen Ost [ung. die er auBerdem mit 6000 Mark lü- ten, die sie von einem Kanditaten zur erworben wurde, belegt insbesondere min [t; unterstützte. Vertretung ihrer Interessen erwarteten. der hohe Anteil von Vereinsmitgiedern Mit Anläßlich der 50. Stiftungsfeier der Ge- Dieses trauten sie in ihrer Mehrheit den- [G, Senat und daß gerade die neugewähl run meinnützigen versicherte der Senat ..der jenigen 21. die z. B. Mitglieder der Ge- F? st.tn t me weht versit. Ré Gesellschaft die freudige Theilnahme meinnützigen Gesellschaft waren, und § Lüt : S§ k . eh LF r cn .HCste- nicht nur unbedingt den eigenen Stan- Mie die Bürgerschaftsergebnisse des Nac EL dem blühenden Gedeihen ih- Jeskollegen. ; ] y Jahres 1848 gezeigt haben, genossen die §to y ue . mr Uncncen, dankte ihr Hieran wird auchsichtbar, daß ein weiter Vereinsmitglieder das besondere Ver. Pro cs patrtouscn cu s Beför âétum. des rer Schritt zur Überwindung der Stan- trauen ihrer Mitbürger. Offenbar bildete Ru cnreinsrohls test ; f s Vcttlos Ener desschranken und damit ein weiterer sich in den Vereinen die spätere politi- seit Zeitraums“ und wünschte ..für das ferne- Schritt hin zur Herausbildung der bür. sche „Führungselite“ heran. me re Gelingen fortgesetzter Bestrebungen, gerlichen Gesellschatt getan var. Insoweit findet Nipperdeys These von Da deren heilsame Erfolge von ermuntern- der Herausbildung der Fähigkeit zur Re- bis] der mitbürgerlicher Würdigung beglei- Schlußbetrachtungen gierungsbeteiligung oder -übernahme nig jet. unserm Freistaate bis in die späteren Mie in anderen Städten, so hatten auch auch in Lübeck ihre Bestätigung; seine We. Zeiten . . . gesichert sein mögen.“ in Lübeck Vereine wesentlichen Anteil Vermutung. daß auch eine Vermischung der J TA
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