Full text: Lübeckische Blätter. 1983 (143)

ts, wor che in zwei Teile spaltete, indem ein „ra- sem Konflikt, eng mit der Gestapo zur cher noch in politischer Hinsicht. Aber .amter dikaler“ Teil (Jannasch und seine Be- sammenarbeitete, die zum Beispiel er entzog sich zunehmend dem Totali- t einer kenntnisgemeinschaft von St. Agidien) Hausarrest über die Pastoren verhängte, tätsanspruch von Partei und Staat. ein s VEr- konsequent den Weg des kirchlichen den Sprecher der Bekennenden Kirche, nachdenklicher Grübler, der eigene We- nntnis, Notrechts ging, den die zweite DEK-Be- den Jakobipastor Kühl, der Stadt ver- ge ging und sogar Kontakte zu Juden tlichen kenntnissynode von Berlin Dahlem ge- wies und den Organisten Jan Bender ins nicht scheute. Nicht zufällig wurde er Ie der wiesen hatte, und jeden Kompromiß mit Konzentrationslager brachte (beide 1936 aus der NSDAP ausgestoßen. Seit- n. Un. der neuen Kirchenleitung unter Bbhmk- Maßnahmen wurden dann im April 1937 dem observierte ihn die Gestapo; und als r organ ker und Balzer ablehnte. Die anderen nach der Einigung wieder aufgehoben). er nach Kriegsbeginn in seinen Predigten Berlin Bekenntnispastoren schlossen sich dem Landesbischof Marahrens wurde das Be- seine Distanz zum NS-Regime offen be- Arier. gemäßigten Teil der Bekennenden Kir- treten der Hansestadt polizeilich verbo- kundete, wurde er dreimal von der Ge- ind alo che an, der theologisch an die lutheri- ten. Und als Anfang Februar 1937 der stapo verwarnt. Widerstand fand sich bei rigen, schen Bekenntnisschriften gebunden Vorsitzende des Reichskirchenausschus- ihm also in der Form des Widerspruchs, ie von war und sich 1936 dem Rat der Evange- ses, der alte Generalsuperintendent aber nicht des direkten politischen Wi- ander- hlisch-Lutherischen Kirche Deutschlands Zoellner nach Lübeck kommen wollte, derspruchs. sondern in der Form der n wurr (dem s0g. Lutherrat) unterstellte, einem umsich über die Lage zu orientieren und Verkündigung des Evangeliums. unter Führung der Landesbischöfe von die Bekennende Kirche zu stärken. hin- Sport- Hannover, Bayern und Württemberg ar- derte die von Balzer und Böhmcker um Predigt Palmsonntag 1942 - 1933 beitenden Leitungsorgan, welches nach Hilfe gebetene Gestapo ihn an der Rei- Stellbrink war kein Deutscher Christ und es DC- [4/5 in Form der Vereinigten Evange- se, woraufhin Zoellner und der Reichs-| mied Kontakte mit deutsch-christlichen Müller rz! Kucpe hesscti-äs: kirchenausschußB unter großem Krach Amtsbrüdern. Die Bekennende Kirche Ö insti urde. Die Lübecker zurücktraten. tic; f irensi angen, ; : ; kritisierte er als zu binnenkirchlich ans Eguaende Kirche hi1dete damit unter Damit war am Exempel Lübecks der drientiert und als zu lebensfremd. Er mme ( !'tg ros Broderr.ts ipétestens[):!71C Versuchgeregert, gert geriet Volkskirche im Sinne einer le- inhold seit Mit Hi eme f§tei lichs Gegenkir- ne Neuordnung der Deutschen Evange- bendigen Gemeinschaft von Kirche und r Reli. che tue. Le Y ich, daß die offiziel‘ lischen Kirche auf breiter Basis zu errei- Volk. Die Kirche müsse wieder das Ge- im Lu- ie Kirche unter Führung Balzers auf dem chen. Jetzt war die Kirchenspaltung auch wissen des Volkes werden, sagte er in ing des sitret war. j h auf Reichsebene definitiv. Es bezeichne- seiner Einführungspredigt am 10. Juni chenin[[Vie komplizierten Einzelheiten der gan- te den Lübecker Zustand treffend, wenn 1934. Das war die Leitidee, nach welcher N Z Entwicklung können hier nicht be- der hiesige Gestapo-Chef Wilhelm Bock er fortan handelte. Was das bedeutete, nt mit rührt werden. Auch auf den berühmten den Hausarrest und das Redeverbot für zeigte sich schließlich in seiner letzten, \bkehr Konflikt zwischen der Bekennenden die neuen BK-Pastoren so rechtfertigte: berühmten Predigt am Palmsonntag ünden. Kirche und Bischot Balzer sei hier nur Da in Lübeck Partei, Staat und Kirche 1942, als er die Gemeinde nach dem s. Dies kurz verwiesen. Er brach im September! eins seien, sei die Auflehnung gegen Bir Bombenangriff auf den lebendigen Gott skirche 1936 aus, als der Reichskirchenaus- schof und Kirchenrat zugleich Aufleh- hinwies, der sich im konkreten Gesche- iristen. schuß, der nach der Entmachtung Lud- nung gegen den Staat. hen bekundet. (Was Stellbrink damals nigkeit Mig Müllers die Verhältnisse in der DEK Insofern wird man die Existenz der Ber genau sagte, läßt sich nicht mehr rekon- on im neu ordnen sollte, die Lübecker Beken- kennenden Kirche und die mutige Ar- struieren. Die Gestapo warf ihm vor, er nende Kirche als zweite rechtmäßige heit der neuen Pastoren rückblickend als habe von einem „„Gottesgericht“ gespro- le g; Kirchenleitung anerkannte. Daraufhin Widerstand qualifizieren können. Indem chen, und so haben es auch etliche Teil- ) e em gzagten sich der Bruderrat und neun Pa- gie sich der Gleichschaltung in ideologir- nehmer des Gottesdienstes verstanden, ntum ptoren von Balzers Kirchenleitung körm- scher und organisatorischer Hinsicht während andere entschieden bestritten, p. . sj ge sche Konzept des NS-Staates auf emp- det.) é Hofs l'tchsnrtever verfügte ~ das Gehalt kindliche UG Rein kirchlicher Wider. Stellbrink unterschied sich mit seiner Ücsst ßherrte. . stand bekam so - ganz unbeabsichtigt - Anschauung erheblich vom geschichts- di Der nun kolgende Streit darf als Muster- eine auch politische Qualität. Märtyrer theologischen Ansatz der Deutschen en, die heispiel für den Kirchenkampf in waren die BK-Pastoren nicht (man muB Christen, die im Geschick des Deutschen Ìuzto Deutschland gelten, und er fand demge- sagen: Gottlob wurden sie es nicht!). Reiches, solange es noch aufwärts ging, " mäß große Resonanz überall im Lande. wohl aber standhafte Bekenner, die die gerne Gottes Hand sahen. Seine Position n ji. Als Ergebnis kam eine kaktische Zwei- Identität der Kirche in schwieriger Zeit verdeutlichte er in einem Beitrag zum at ss teilung der Lübecker Kirche seit April bewahrten. Gemeindeblatt vom 15. Juli 1936 so: In L 1937 heraus. Die Bekennende Kirche dem Wandel der Tagesmeinungen habe er en bildete in geistlicher Hinsicht eine unab- Stellbrink - ein Märtyrer die Kirche das ewige Wort Gottes zu ver- js § ts hängige Gemeinschaft, die dem Luther- Ner Mann, dem unser Augenmerk zum künden, nicht menschliche Anschauun- tip! !!. dem Hanrovgrschon Landeshi; Ö. rich zi Rr c m m Jan- schok Jzrshrens Yntorstaud. Nur in fir ger einzige Märtyrer unter den evangeli- Von dieser Position aus grenzte er sich ter figs')Nz1eller und verwaltungstechnischenF. s.ch Pastoren Lübecks, war ein Beken- kritisch sowohl gegen die Deutschen s am 6. Hinsicht erkannte sie den Lübecker Kir- ner von ganz eigenem Profil, mit einem Christen als auch gegen die Bekennende endiert chenrat als Leitungsorgan an. Es charak- persönlichen Format, das sich jeder Kirche ab, wie ein weiterer Beitrag von in e Mé':rt Erwin Balzer, daß er diesen Schablonisierung entzieht. Er gehörte 1936, eine Auslegung der Geschichte langem Asfekt seines Bischofsamtes für den We nicht der Bekennenden Kirche an, viel. von Maria und Martha (Lukas 10, 38 bis W3b eher .y! u! deswegen auf die mehr holte ihn der Kirchenrat unter 42), zeigt („Vom Amt der Kirche“ im ‘seinca geistliche | jung er BK'Gemeinden Böhmcker zum I. Juni 1934 als Pastoran Gemeindeblatt der Lutherkirche vom rde. J gerne verzichtete. die Lutherkirche, weil er seit 1930 Mit- 15. Februar 1936): Das Wortchristentum Y glied der NSDAP war. deutschchristli-. sei fundamentaler als das Tatchristen- pekten Hausarrest für Pastoren chen Ideen anhing und damit in das per- tum; aber dabei müsse es um das leben- 33, daß Und es ist ebenfalls kennzeichnend, daß sonalpolitische Konzept paßte. Er übte dige Gotteswort gehen, nicht um die ide Kir- Balzer, wie schon vorher, so auch in dier keinen Widerstand aus, weder in kirchli: Einengung des Wortes in zwei Buchdek- J Z I1
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