Full text: Lübeckische Blätter. 1981 (141)

en- Loft, Norah: Wandlungen der Liebe. Ro- Gliederung des Adressenteils in einen al- Harmonie zwischen individueller Freiheit ' ZU man. Übs. A. d. Engl. 1975. 357 8. (Eine phabetisch und einen nach Straßen geord- und der Notwendigkeit des Gestzes, zwi- TS, wahre tragische Liebesgeschichte in einen neten Teil, weil dadurch über die allgemeir schen dem Machtanspruch der Herrschen- w, Roman umeestaltet.) UI 345 ne Suche nach Namen und Anschriften hin- den und dem Anspruch ihrer Untertanen aus auch regionale bzw. im Bedarfsfall spe- auf individuelle Selbstverwirklichung ist die Buchbesprechungen ziell lokale Erkundungen ermöglicht wer- auch heute durchaus noch ein schöner §t. Pas Neue Adreßbuch den. Traum, also Utopie. Die ganze Inszenie- sel Lübecker Adreßbuch 1980/81, 169. Jahr- E heren glu Zztsler dehsventgw ic die F zuter Zsrw}lo ular tuchzoctruns gang, Verlag Max Schmidt-Römhild, Ver- Ausgabe des Lübecker Ähcl sus Balance zwischen Form und Gehalt des kaufspreis:. DM 65,~ + 6,5 Prozent Mehr- Bevölkerung dankbare Aufnahme findet Werkes, indem sie die Sprache Kleists wun- wertsteuer. Kk derbar zum Klingen bringt, ohne ins Pathe- .u- Fast 44 000 Lübecker bzw. 20 Prozent der tische zu fallen, indem sie die Bewegungs- Gesamtbevölkerung unserer Stadt sind im Theater un d Mu sik abläufe in überschaubaren, ästhetisch wir- Jahre 1980 umgezogen, davon rund 20 000 . : kenden Gruppenbildern auffängt und att innerhalb des Stadtgebietes. 12 300 Bürger Kleist: Prinz Friedrich von Homburg durch eine gewisse Verhaltenheit in Situa- Es. verlieBen die Stadt, 11 300 zogen 1980 als Klassikerinszenierungen sind heute nur sel. !ionen emotionaler Expressivität das Ge- la: „Neubürger“ zu. Die Bevölkerungsmobili- ten erfolgreich. Eine Ausnahme ist mit Si- schehen in der Schwebe zwischen Traum [ tät ist wesentlich höher, als man gemeinhin cherheit Werner W. Malzachers Inszenie- und Wirklichkeit hält und ihm damit einen . te glaubt, und sie war auch in den Vorjahren rung von Kleists Schauspiel „Prinz Fried. Hauch der Fragwürdigkeit verleiht. .er aicht geringer. Wenn Adreßbücher, Fern- rich von Homburg“. Offenbar angeregt Ein hohes Lob für die Ausgewogenheit der sprechbücher und andere Nachschlagewer- durch die Konzeption Steins in der denk- Inszenierung gebührt aber auch Heidrun ab- ke dieser Art heutzutage schnell veralten, würdigen Berliner Inszenierung dieses Schmelzer. Ihrer Kreativität ist es zu dan- len so darf dies nicht wundern. Der soeben er- Werkes bringt er dessen Handlung als ken, daß bereits das Bühnenbild in die inne- 10- schienene 169. Jahrgang des Lübecker Traum Kleists vom Prinzen von Homburg re Welt Kleists bzw. des Prinzen einführt. Adreßbuches trägt dieser Situation Rech- auf die Bühne. | sie kommt mit einem Bühnenbild aus, des- nung und Iöst nach 14 Monaten die voran- Der Regisseur „erzählt“ die Geschichte. Sen Vordergrund mit dem Friedhof und gegangene Auflage des Jahres 1979 ab. Wenn nämlich der schwarze Vorhang, der dem Garten den Bereich des Unterbewuß- Wie Stadtpräsident Pohl-Laukamp und hie Vorder- von der Hinterbühne abgronzt ten, der Gefühlswelt des Helden symboli- Bürgermeister Pr. Knüppel in ihrem Ge- sich gleichzeitig nach oben und nach Gee siert, während der Hintergrund als Stätte N leitwort betonen, gebühren dem Verlag da- Seiten öffnend, ein Rechteck kreigibt, durch der Aktionen die Sphäre der Gesellschaft für Dank und Anerkennung. das man wie durch ein Fenster auf : ein und der Geschichtlichkeit darstellt. So zeigt Das Lübecker Adreßbuch gehört zu den äl- gentlichen Raum der Handlung blickt, ss die Inszenierung das Grundmuster des te- testen städtischen Adreßbüchern in wirkt es, als würde aus dem Dunkel des Menschlichen Lebens, wie es nämlich im §. Deutschland. Es wurde erstmalig 1798 Vergessens die Gestalt des Prinzen heraus- Spannungsfeld steht zwischen Tod und Le- nte durch den Verlag Schmidt-Römhild her- geleuchtet. Die Bühne wird zum Bewußt- ben, Individuum und Gemeinschatt, Frei- le- ausgegeben und von diesem bis in die Ge- seinsraum, in dem die Existenz des Prinzen Beit und Notwendigkeit, Ewigkeit und die genwart kontinuierlich fortgeführt. Im öf- in Frage gestellt wird. Einer episierenden Zeitlichkeit. die kentlichen und privaten Leben unserer Tendenz dieser Aufführung entspricht es, Endlich ei IK ich Jä H M h- Stadt hat es als eine vielseitige Informa- wenn Anfang und Schluß des Stückes durch . 1.5 uuns ] unn sus urge us. "y! 1es tionsquelle seit langem einen festen Platz. eine über Lautsprecher tönende Stimme tt leur 459.03: vue crals § pan ye: k- Wie schon die vorangegangenen Ausgaben verknüpft werden, die das Schicksal Kleists cher Held. Sein Prinz hat die Naivität des 40 gewährt auch das neue Lübecker Adreß- Wit seinem Werk und mit der Gestalt des jugendlichen Träumers, die Spontaneität he. buch durch umfangreiche Textbeiträge im Prinzen verbindet. Ein weiterer Akzent in Jes feurigen Jünglings und jene Iyrische ahr Vorspann, das Handelsregister, den Bran- dieser Richtung wird auch durch eine leich- Musikalität, die Kleists Poesie zum Blühen ler chen- und Behördenteil sowie den (ein- !e Veränderung des Schlusses gesetzt. Es bringt. In Roderich Wehnerts Kurfürsten n- schlieBlich Bad Schwartau und Stockels- Sendet mit Kottwitz’ Replik auf Homburgs hat er seinen ruhenden, männlich-väterli- rte dorf) rund 750 Seiten umfassenden Adres- Frage nach dem Charakter seiner Begnadi- chen Gegenpol, während Rainer Luxem in nt- senteil vielfältige Einblicke in die Struktur Sung: „Ein Traum, was sonst?“ Sprache und Gestus einen herrlich natürli- ers der Stadt und ihres unmittelbar benachbar- Damit mag eine interpretatorische Inten- chen Hohenzollern gibt. Imponierend 179 ten Umlandes. Besonders wertvoll ist die tion des Regisseurs deutlich werden: Die durch die Souveränität im Einsatz ihrer m m MAX SCHON rn STAHL EISEN- UND SANITARGROSSHANDLUNG STAHLROHRE KUNSTSTOFFROHRE LÜBECK - UNTERTRAVE 74-78 SANITARE EINRICHTUNGEN ZENTRALHEIZUNGSBEDARF KÜCHENANBAUMDBEL TELEFON: 0451 / 130-1 lengrevss EISENLAGER: POSENER STRASSE 23 SANITAR- UND HEIZUNGSLAGER: SCHWERTFEGERSTRASSE 1/3 ALSO ALLES FÜR DEN BAU! & 3
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