Volltext: Lübeckische Blätter. 1981 (141)

FACH G L. CH FT FUR ALLE MUSIKFR E UN DE . E ars GIII : ERNST ROBERT E C - richtet richtig ein! Breite Straße 29 Telefon 7 60 86 Einrichtungshaus Lübeck. Menastraße 12- 14 ten Satz wirkte er im konzertierenden Mit- künstlerischen Prokuktion. Zwei seiner „Vielseitigkeit und Leben - Das Vereins- einander so auf das Orchester ein, daß er Schüler sagen inm nun Dank für das, was er leben der Lübecker Aufklärung.“ Rubatos von sensibelster Art suggerierte. damals für sie getan hat. Auch in Lübeck entwickelte sich die Auf- Eine begeisternde Wiedergabe! Mit einem Wegehaupts künstlerisches Werk freilich klärung im 18. Jahrhundert aus einer ge- witzigen Kindermarsch von Prokotieff als ist thematisch und stilistisch vielfältiger, als lehrten und literarischen Richtung zu einer Zugabe bedankte sich der Solist für den die Ausstellung glauben machen könnte. praktisch-gemeinnützisgen Reformbewe- langanhaltenden Beifall, in den er gerech- Nur zwölf Arbeiten haben sich auftreiben gung. Eng verbunden mit der Aufklärung terweise immer wieder Aeschbacher und lassen, darunter glücklicherweise auch sol- waren die Entstehung der Freizeit und die das Orchester einbezog. che, aus denen sich ablesen läßt, warum Herausbildung eines Vereinswesens. In Die Interpretation von Beethovens zweiter Wegehaupt ein faszinierender Lehrer ger den Vereinen war neben dem Bedürfnis Sinfonie wies dann nach der Pause wieder wesen sein muß. Zu nennen wären in dier nach Geselligkeit und Gedankenaustausch, “s; ähnliche positive Merkmale auf wie die sem Zusammenhang vor allem die kaum neben dem Streben nach Unterhaltung, fah Stücke im ersten Programmteil. Der Kopf- handtellergroßen Korrekturskizzen, kleir Information und Bildung auch der Wunsch st satz wurde sehr straff und durchaus ein- ne, in sich vollendete Schöpfungen, auf nach selbstverantwortlicher Assoziation 197 leuchtend dargeboten. Den zweiten Satz Exkursionen spontan hingeschrieben, um wirksam. Dabei zeigten sich in den ver- §he dagegen hätte man sich in der dynamischen den Studenten die Augen für künstlerisches schiedenen Vereinen unterschiedliche Ar- et Gestaltung differenzierter gewünscht, Sehen zu öffnen. beits- und Interessenschwerpunkte. Auch . ebenso den dritten, dessen Streichertakte Seine ehemaligen Schüler gehen heute in Lübeck war das ganze Spektrum aufklä- xte im Piano zu wenig Gewicht hatten. Die künstlerisch ihre eigenen Wege. Was sie als rerischer Organisationsformen vertreten: gn Intensität der forte ~- piano - Kontraste Wegehauptschüler ausweist, ist vor alem Freimaurerlogen, Lesegesellschaften, pa- ge! war zu gering, weil Aeschbacher hier wie die Beibehaltung bestimmter Grundprinzi- triotisch-gemeinnützige Sozietäten und Ert schon bei Brahms mehr aut Exaktheit als pien der Gestaltung. Sie schaffen keine Fachvereinigungen, dazu noch gesellig-un- de auf Auslotung der Ausdruckstieken Wert Abbilder, sondern gestalten Wirklichkeit. terhaltende Clubs. Die aus einer literari- Ve legte. Der vierte Satz dagegen war wieder- Sie können nicht nur beobachten, sondern schen Vereinigung entstandene „Gesell- 19é rung dynamisch akzentuierter geboten. Ein sind wie er zugleich auch in der Lage, das schaft zur Beförderung gemeinnütziger Tä- Ko Einwand betrifft den Seitensatz.e wo die Beobachtete von vornherein auf das Gefür tigkeit“ wurde - wie verwandte Vereine in AN Cello-Kantilene, eigentlich das Seitensatz- ge des Bildes zu beziehen, das da entstehen anderen Städten - nicht nur zu einem §cI thema, überhaupt nicht herausgearbeitet will. Das gilt für Menzer, für seine fein kulturellen Mittelpunkt, sondern gerade Kc wurde, sie vielmehr der Oberstimmenge- abgestuften Federzeichnungen vom Mar- auch zum Zentrum vieltkältiger Reformen. Kr staltung zum Opfer fiel. Aber das sind kusplatz in Venedig oder vom Markt von Ihre Mitglieder übernahmen Aufgaben, die mr Kleinigkeiten bei einem Konzertprogramm Han Lorenzo in Florenz ebenso wie für in jener Zeit Staat und Kirche nicht ver- dieser Länge und dieses Gewichtes! Wichtir seine atmosphärisch eindrucksvollen wirklichen wollten und konnten. In ihrem ger ist der insgesamt gute Gesamteindruck Aquarelle mit ihrer Reduzierung auf je- Wirken wird besonders deutlich, daß mit des Konzertes, eine Leistung des Orcher weils wenige Formen und Farbdominan- der Aufklärung die moderne Welt begann. sters und seines Dirigenten, für die sich das ten. Es gilt auch, und zwar in besonderem Publikum mit langem Beifall bedankte. Maße, für Rainer Erhard Teubert. Um ein Zu 3UNsÖetner: L Arndt Voß Beispiel herauszugreifken: Ein Bild wie Frof. Dr. Otto C.A. zur Nedden, Köln, „Hartmannsdork (1979/80)“ ist, expressiv, „Jean Sibelius. Symbol eines Volkes - Ausstellungen wie es sich gibt, formal und inhaltlich ohne Verstanden von einer Welt.“ Wegehaupt und seine Schüler Fritz Menzer jJ4cn A “gt ) an das Werk dcs Lehrers Fan Sibelius (1865-1957) galt schon zu und Rainer Erhard Teubert ': völlig uns .. Schöpfung. Aber U Lebzeiten unumstritten als der größte Daß Herbert Wegektiaupt (1905 — 1959) bei verweist auf ihn zurtick in der-Art,.wie.es Komponist Finnlands, ja - als eine Art uns so gut wie unbekannt geblieben ist, hus derh Beobachteten äuswänit una Mie €s „ungekrönter König“ seines Heimatlandes. erscheint nicht weiter verwunderlich. Er Formen und Farben auf der Bildfläche or- Der Vortrag wird die Voraussetzungen da- lebte und wirkte in Greifswald, und weit ist ganisiert im Hinblick auf eine Bildwirklich- zu schildern, die in der künstlerischen Ent- heute der Weg vom Ryck bis an die Trave. keit. die mehr über ihren Gegenstand aus- wicklung wie in der Einmaligkeit der Per- Befremdlicher mutet es dagegen an, daß Ja t als es eine topographisch genaue Wie. Sönlichkeit zu suchen sind. Beispiele auf sein Name in der Literatur der DDR mitun- sr 211 r qm Tonband geben einen Einblick in den be- ter selbst dann nicht erwähnt wird, wenn (Konferenzsaal des KDA, Königstr. 23, bis sonderen Stil seiner Tonsprache. von dem Usedomer Malerkreis die Rede 9751 November 1981) Horst tf umc.nann Prof. Dr. zur Nedden wirkte als Dozent für ist, von seinen Freunden Manigk und Nie- Musik- und Theaterwissenschaft an den meyer-Holstein. Aber das mag sich daraus Veranstaltungen Universitäten Tübingen, Jena und Köln. In erklären, daß er sich in seinem letzten DiensiaksvDrträzs Köln leitete er von 1957 bis 1967 die Studio- Lebensjahrzehnt fast ausschließlich seinem s s Bühne des Theaterwissenschaftlichen Insti- Lehramt an der Greifswalder Universität Zum 17. November: tuts. Von seinen Veröffentlichungen sind gewidmet hat. auf Kosten seiner eicnenen Dr. Franklin Kopitzsch. zu nennen: „Quellen und Studien zur ober- t , |- § 3.t# DOlfarben, Keilrahmen, Staffeleien, sämtl. Künstlerbedarf . ct... MU HLEN STRASSE 26 . RUF 7 65 41 ter.} 3 2 4
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