Full text: Lübeckische Blätter. 1979 (139)

Moderne nicht nur ihr Recht lassen, sondern mit inr ein unentbehrliches Nachschlagewerk dar, das es mög- produktiv umgehen können, ein Zeitgenosse seiner lich macht, Lübecker Silberarbeiten, die in dieser Zeit eigenen Zeit werden. entstanden sind, exakt zu bestimmen. Das Buch bietet Bildern wird man nur gerecht, wenn man sie in der nicht nur eine lückenlose Folge der Beschauzeichen des Dimension aufnimmt, in der sie etwas zu bieten haben: 19. Jahrhunderts, sondern auch eine wissenschaftlich der anschaulichen. Das erfordert Arbeit. Dieser Arbeit abgesicherte Zuweisung der Meisterzeichen. Bewun- darf man sich nicht entziehen. Als Besucher, Museums- dernswert erscheint vor allem die Akribie, mit der diese mann, Kritiker oder Lehrer sollte man immer wieder Zuweisung im Zusammenhang mit den für die jewei- den Versuch machen, in sie einzuleiten. Deshalb - um ligen Meister gesicherten Budenzeichen vorgenommen die riesige Lücke zu schließen, die zwischen Erwartung Wurde. Selbst dem Laien dürfte es nach dieser gran- und Fähigkeiten des Publikums und den Angeboten diosen Vorarbeit möglich sein, Lübecker Silber des 19. der Kunst besteht. Jahrhunderts zu bestimmen Einem Maler danken wir, indem wir sehen, indem wir Aber das Buch wendet sich nicht nur an den, der sich uns auf das Abenteuer des Sehens einlassen, auf die mit Lübecker Silber speziell beschäftigt, sondern auch eigentümliche Erkenntnisleistung des Auges. Zu an alle jene, die an Geschichte überhaupt interessiert diesem Abenteuer sind Sie eingeladen. sind. Es stellt in exemplarischer Form dar, wie eine aus dem Mittelalter überkommene und durch die Jahrhun- Prof. Dr. Gottfried Böhm lehrt am Kunstger derte hindurch bewahrte Ordnung dem, der ihr ange- schichtlichen Institut der Ruhr-Universität hörte, zwar Beschränkungen auferlegte, ihm aber auch Bochum seine materielle Existenz und seinen sozialen Status sicherte. Das geht aus vielen Einzelheiten des darstel- lenden Textes, der knapp die Hälfte des Buches ein- Buchbesprechung nimmt, hervor. Da erfährt man etwa, daß die Gold- schmiede in Lübeck de facto ein geschlossenes Amt mit , : : eigener Zunttrolle bildeten, daß die Zahl der Meister Lübecker Silber der Buddenbrookzeit von der Zahl der Arbeitsstätten abhängig war, die Unter den Neuerscheinungen des Jahres 1978 nimmt unverändert blieb, dali keinem Goldschmied mehr als sich eine Veröffentlichung zur Geschichte der Hanse- eine Arbeitsstätte erlaubt war und diese seit 1371 in stadt Lübeck vergleichsweise bescheiden aus: einer der 24 Buden unter den Rathausarkaden einge- Björn R. Kommer und Marina Kommer: richtet werden multe, dal die Buden öffentliches . lber 1781-1871 Eigentum blieben, daß jeder Goldschmied nur zwei ges. her U zur Hrzeitehts der yuéettett Est. Halten qurkte; sus gen kt z; ü ben vom Archiv der Hansestadt, ! t j U EE Das Büchlein eint nicht marktschreierisch daher, ßthmisse. ene usrtzse Luonconglsichhsit. gehränltts überzeugt dafür aber durch den ästhetischen Reiz 29 rs Urren . K seiner äußeren Gestaltung wie durch die Solidität Y . sct1gs.Uuhzltz p tt D C GE I RC § Schon das Äußere ist dem Vesenstang aufs glück- cht f Beispiel der Goldschmiede U 004 Gc hes lichste g1ucye!tz uherehtliehe Gl: Uf. Leer Einbruch die Industrialisierung für die häuityisrt- br eL ; [; ;7;z ken herutr t ZM strie Z1: teh zie: zs se etwas vom Glanz des edlen Metalls spürbar werden, or ra zu außen (dem Vertrieb maschinell ge- dem das Buch gewidmet ist, fangen viel ein von der fertigter Massenware in Ladengeschäften) zunächst einmaligen Schönheit der in Silber getriebenen Gegen- Zy widersetzen versuchte, um schließlich doch dem stände des Gebrauchs und der Repräsentation. allgemeinen Trend zu erliegen. Das Buch zeichnet für Der wissenschaftliche Wert der Publikation ist ein- einen Handwerkszweig einen Vorgang nach, der heute deutig. Das Buch ergänzt die Arbeiten von Warncke noch andauert und den Thomas Mann in den „Budden- und Hasse, auf denen es basiert, für den Zeitraum, der brooks" für den Stand der lübeckischen Großkautleute bisher noch nicht erfaßt worden war, die Zeit von der beschrieben hat. Es ist kein Zufall, daß die Aufhebung Franzögisehs Koyolution bis zur Gründung des Hout ee Yardeinarmig. noch Unruh ut der Gru. schen Reiches, als mit der Kin rer] . s . SCG ES S exclusive damenmoden /Ô 1/73; 1§; . / Q: - [©. v..]: M. . Breite Str. 95/97 . Tel. (0451) E U7
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