Full text: Lübeckische Blätter. 1979 (139)

kranken und in Not geratenen Menschen in unserer Das ist das kennzeichnende Merkmal durch dieses Stadt geleistet haben, die „Denkmünze der Gesell- Vierteljahrhundert geblieben, es war und ist immer schaft in Gold". ehrenamtlicher Dienst am Nächsten. Aber dieser Lübeck. 21. April 1979, Der Direktor: Dr. Kusse- Dienst hat sich gewandelt, denn er ist heute über- rös A ; . wiegend Pflege am Krankenbett, seltener Vertre- tungsdienst im kinderreichen Haushalt, aber auch das ist es noch, und das ist heute viel schwieriger als Vorsteher Dr. Rolf Sander würdigte sodann die 1954. große Tsiztyts der „Familienhilfe" in den vergan- Vielleicht noch zwei Zahlen, um die Entwicklung zeuet 25J3t!s!; darzulegen. 1969, also vor zehn Jahren, hatten wir Der Bürger, der sich im ausgehenden 18. und 19. 53 Helferinnen, die im Jahr rund 340 Einsätze getä- Jahrhundert entschloß, das allgemeine Wohl zu tigt haben, meist vier bis fünf Stunden täglich, aber fördern, hatte weite Räume vor sich, in die erhinein- auch ganztägig und Nachtwachen geleistet haben. stoßen konnte. Der damalige Staat überließ es weit- Heutehaben wir 42 Familienhelferinnenim Einsatz, hin dem Bürger, Armenpflege zu betreiben, wir die 1978 240 Einsätze geleistet haben, das waren würden heute sagen, soziale Arbeit zu leisten. Wir 7%21000 Einsatzstunden. brauchen ja nur durch unsere Stadt zu gehen, in den Stiftshöfen Einkehr zu halten, überall stoßen wir Unsere Familienhelferinnen sind ZW ar alle in auf Einrichtungen, die der Bürger für den Bürger „häuslicher Krankenpflege" zusätzlich ausgebildet, geschaffen hat. Das hat auch für den Bereich der aber das ist natürlich keine Ausbildung, wie sie vom Bildung gegolten. Gesetz verlangt wird. Unsere Lübecker Allg. Orts- Gerade liegen die festlichen Tage der 100-Jahr- krankenkasse hat aber keinen Augenblick gezögert, Feier der „Volksbücherei” hinter uns. Auch die Ein- die gute Zusammenarbeit zt urs veiterluttsh u richtung der „Erwachsenenbildung" war eine Grün- lassen, denn sonst. yräre in 1.Ubecss ganz p 9- ct dung der Gemeinnützigen, die sie 20 Jahre lang Eine Lücke vorhanden gewesen, die in diesem Be betrieben hat. 1899 übernahm der neu gegründete . dss krattsnk ÿston iy pkun s- c e Verein „Ötkentliche Lesehalle zu Lübeck" die Volks- ur unser 0s een L Us ce O har pitschsus bücherei, erst 1923 ging sie dann in den Besitz des fe anderen. V I §i “H erungsträger “angeschlossen Staates über. haben, war von Einsicht und Mut diktiert. - Es waren, wie ich schon sagte, leere Räume, in die ö ö N : der Bürger neue Aufgaben zur Vermehrung der Aber das ist noch nicht das Bestürzendste an die- allgemeinen Bildung und Wohlfahrt hineintrug und ser Einengung. Diese dem Krankenpflegergesetz verwirklichte. entsprechenden Pfleger dürfen, wenn sie in häus- Heute hat der Staat diese Leerräume ausgefüllt cher Krayronvtluge singesetrt zn sls Vezzichs: und füllt sie weiter aus. Dem privaten Wirken wer- runs. ; e" machen, sie dürtan keinerlei den immer engere Grenzen gezogen, unsere Welt rr vornehmen: Man muß sich vor- wird dadurch nicht freier. Der Mensch von heute Z
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