Full text: Lübeckische Blätter. 1979 (139)

LUÜBECKISCHE BLATTER HERAUSGEGEBEN VON DER GESELLSCHAFT ZUR BEFÜRDERUNG GEMEINNÜTZIGER TÄTIGKEIT SCHRIFTLEITER: HANS SCHÖNHERR LÜBECK, DEN 29. MAI 1979 EIN HUN DER TN E UN UN D DREI S SI G S TER JAHR GANG - NUMMER 11 Pro und contra Gestaltungssatzungen Man ist versucht zu sagen: Gut Ding will Weile gestalterische Zielvorgabe, über das Entwicklungs- haben. Gut Ding, so meinen die meisten, die sich zu leitbild der Stadtgestalt eine harmonische" Weiter- diesem Thema geäußert haben, ist eine Gestaltungs- entwicklung des Stadtbildes möglich wird. satzung für die Lübecker Altstadt. Dieser Meinung Überhaupt muß hier ein Irrtum ausgeräumt wer- war im Grundsatz auch schon die Lübecker Bürger- den, die ur entwickelte Gestaltungssatzung friere schaft, als sie am 5. 11. 1975 den Beschluß faßte, in sss Stadtbild ein. Dazu ist noch nicht einmal die f Bereichen der Lübecker Inyenztattt. in üez4n s otÊutrundlage “Äh g 111 LBO-SH geeignet er Ensembleschutz nicht angewendet werden ; ; z é : ann. notwendige Um- und Neubaumalnakmen His 1% Sunfthia u ciner unkarmoniachen". d. H durch eine Gestaltungssatzung zu regeln. verunstaltenden Erscheinung führen würden. „Har- Gut Ding vielleicht auch deswegen, weil sich hier monisch", das heißt hier eingepaßt in den vorhan- die Verwaltung mit Hilfe eines Gutachters beson- denen Formenkanon, ohne historische Formen zu dere Mühe gegeben hat, der Lübecker Bürgerschaft kopieren. E1nen Satzungsentwurk zur Beschlußfassung zu An dieser Stelle setzen auch die Mißverständnisse unterbreiten, von dem angenommen werden kann, ein, die sich aus den Meinungsäußerungen der Insti- al er längerfristig zur Bewahrung des tür dss tutionen und Verbände ergeben. So sagt z. B. der Lübecker Stadtbild Wesentlichen beiträgt. Bund Deutscher Architekten in seiner Stellung- Deshalb hat der Gutachter (Prof. Dr.-Ing. Michael nahme ,mit der Satzung wird nicht nur erhalten, Trieb, Stuttgart) einen wesentlichen Teil seiner sondern die notwendige Weiterentwicklung erstarrt Arbeit darauf konzentriert, das Bild der Altstadt in schematischen, lebensfremden, formalistischen zu analysieren. Zu Hilfe kam ihm dabei teilweise, Masken, hinter denen dann unreglementiert das daß die Wohnungsbaukreditanstalt des Landes wirkliche Leben stattfindet” Schleswig-Holstein gerade dabei war, sämtliche An der Sache vorbei geht auch die Auffassung der Fassaden der Lübecker Altstadt aufzuzeichnen und H e crLs tmc d hetiirentst. daß G rteh zu fotografieren. Diese Stadtbildaufknahme konnte U Orteontsuts t V cirirarje satzungsgerecht L it als Grundlage für die eingehende Analyse nicht nur UL r s§o rr s Stcsnaufvrand. «arctcitt (werden) der einzelnen Gebäudetypen, sondern auch der ss. Straßen- und Platzräume der Lübecker Altstadt . . U Verbände esch zugrundegelegt werden. Der Gutachter ist so vorge- Die übrigen Iystitutionsy und Verbän § 36 zich gangen, daß er die für ein Gebäude, eine Reihe von geäußert haben, stehen der Satzung grundsätzlic Gebäuden, einen Straßenraum und ein Quartier positiv gegenüber, haben aber hinsichtlich der typischen Merkmale festgestellt und versucht hat, Anwendung sitisr Ee»: §§ izt einigen der Gesetzmäßigkeiten abzuleiten. Aus dem so gewon- Satzungstext zu detailliert in den estsetzungen, nenen Abbild des Status quo hat der Gutachter anderen wieder nicht detailliert genug. sodann Zielvorstellungen für die Erhaltung bzw. Es ist sicher begründet, wenn in der Anwendung Entwicklung des Lübecker Stadtbildes aufgestellt. Jr Satzung Probleme gesehen werden, denn sicher Diese Ziele wiederum sind umgesetzt worden in haben zum jetzigen Zeitpunkt weder Verwaltung eine Gestaltungsanweisung - eben in jenem Sat- noch Architekten oder Bauherren ausreichende zungstext, den der Gutachter der Verwaltung als Erfahrungen und Kenntnisse über die Umsetzung Vorschlag unterbreitet hat. der Satzungsbestimmungen. Die Anwendung kann Es soll nicht verschwiegen werden, daß die hier nur in einer vertrauensvollen ZLantchzrtstt kurz skizzierte Iäeihode der Stadtbildanalyse unict WU ucnr un Jara bodart es in Ve lz zs i en ist, w > * ' U: : § zent.... als von der Qualität eines besonders geschulten quälitizierter Mitarbei- ECG c > i T , : F.. [zt bztitet rerdetnnue herr: daß über die Aufgabe konzentrieren könnte (die Bürgerschaft ; 140
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