Full text: Lübeckische Blätter. 1978 (138)

saison schon vorprogrammiert ist, da die Engager konzert „Ein deutsches Requiem“ von Brahms ments der Solisten sehr frühzeitig abgeschlossen vorgesehen, dessen Solisten allerdings noch nicht werden. Er findet andererseits seine Vorstellung genannt werden. darin berücksichtigt, daß avantgardistische Mu- sik vorerst ausgeklammert wird. Dadurch meint Die Leitung des 4. Konzerts ist Josef Dünnwald man, den Rückgang der Besucherzahlen auffan- als Ausdruck des Dankes und der Anerkennung gen zu können. Leider geht diese Behutsamkeit für dessen zwischenzeitliche Tätigkeit am Lür- so weit, daß —~ abgesehen von Strawinskis „Früh- becker Theater übertragen. Mit seinen Metamor- lingsopfer“ (1913) – nicht einmal die klassische phosen beginnt das Programm, bringt Haydns Moderne eines Hindemith oder Bartok eine Sinfonie Nr. 88 und als Krönung das 1. Klavier- Chance erhält. Dagegen erscheinen die Program- konzert von Brahms, mit einem Solisten der ab- me des gewöhnlich als konservativ eingestuften soluten Weltklasse: André Watts, der hier bereits Vereins der Musikfreunde fast progressiv ausger mit Tschaikowski brillierte. richtet, ohne daß durch sie der Hörer verschreckt wird. Das 5. Konzert im Februar vermittelt eine Wie- derbegegnung mit dem Dirigenten Woldemar Meint Lübecks Kultussenator, daß steigende Nelsson. Seine beiden hiesigen Konzerte waren Besucherzahlen auch das Orchester stimulieren, mit aufsehenerregender Begeisterung aufgenom- s0 scheint dieses und das Publikum vor allem auch men worden. Zwei Standardwerke stehen auf dem durch einen stimmungsvollen Konzertsaal stimur Programm: Beethovens 4. Sinfonie und die „Ro- liert zu werden. Der Genuß eines Kunstwerks mantische“ 4. Sinfonie von Bruckner. bedarf des inm gebührenden Rahmens, wie z. B. ô Ö Ö zahlreiche Ausstellungen in Lübecks Museen be- Die 6. Veranstaltung wagt mit Brittens Varia- weisen. Der Besuch eines Sinfoniekonzerts ~ ber tionen über ein Thema von Frank Bridge (1937) sonders am Montagabend --, sollte sich deutlich einen vorsichtigen Schritt in die Gefilde neuerer als „Ercignis“ aus dem Alltag herausheben. Das Musik, zieht sich dann aber wieder in romantische Publikum der auch äußerlich sehr gepflegten Ko- Bereiche zurück, zu Rachmaninows Klavierkon- losscums-Konzerte ist bereit, dafür einen höheren zert mit dem russischen Klavier-Altmeister Shura Preis zu zahlen. Es beantwortet das Angebot die- Cherkassky und zu Brahms' 2. Sinfonie. ser Saison mit cinem fast ausabonnierten Saal. c û Auch verpflichtet die hohe Subvention der städti- Auch das 7. Konzert Anfang April ist auf ro- schen Sinfoniekonzerte von allein 121 000 Mark mantische Klangseligkeit ausgerichtet. Im Mittel- für Solisten und Orchesteraushilken zu immer punkt steht das Debut eines jungen Wiener Gei- neuem. Überdenken der Situation, zumal wenn gen-Talents, Christian Altenburger, der sich mit man hört, daß eine rührige Lübecker Konzert- Mendelssohns Violinkonzert vorstellt. Nach ein- direktion erwügt Gastspiele bedeutender Orche- leitender Schubert-Sinfonie Nr. 4 folgt Ravels ster und Solisten 'n eigener Regie durchzuführen. klangprächtige Bearbeitung der „Bilder einer Damit ist eine Fülle offener Fragen und Probleme Ausstellung“ von Mussorgski. § ; : in- sukgorsist. mit denen sich der neue GMD ause Mitte Mai dirigiert George Alexander Albrecht, ' Chef der Niedersächsischen Staatsoper, das Aeschbacher eröffnet die Saison der städtischen 8. Konzert, das neben Bruckners gewichtiger Sinfoniekonzerte Mitte Oktober mit zwei gegen- 8. Sinfonie Mozarts B-Dur Klavierkonzert KV 595 sätzlichen Orchesterwerken: der zarten Oberon- mit dem führenden Mozartinterpreten Paul Ouvertüre von Weber und mit Tschaikowskis h; Badura-Skoda als Solisten bietet. : : ; n spielt hztzrtssat=u ez uu nt: Der Zyklus der 9 Konzerte wird Ende Juni mit kKOnZert von Saint--Satnt Beethovens 8. Sinfonie und als letztem Werk mit ' einem Paukenschlag besonderer Art abgeschlos- . Michael Ponti, ein Deutsch-Amerikaner, bringt sen: Strawinskis „Frühlingsopfer“, dessen rhyth- im 2. Konzert Mitte November Liszts virtuoses mische wie klangliche Agressivität einen uner- Klavierkonzert A-Dur zu Gehör. Wieder wird mit warteten Kontrapunkt darstellt. ; ;; ini“ – ein- r g UL Z UE UU Z? bilder „Römische Pinien“, die hier seit Jahrzehn- pislplah mas. e!nem Uren > § .;! .: ;; ne De- scheinen, das ohne Subvention auf sich selbst ge- tf richt webt Frhuss 1 410. vir aua: S Oe: stellt ländliche Bereiche abdecken muß, nicht aber And jetst agcecler ein Drehe aus unserer DZäctrerei! 197
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