Full text: Lübeckische Blätter. 1977 (137)

Horten=W'ettbewerb: Wie war es eigentlich ? Zu der Diskussion um Ergebnis und Folgen des, GmbH“ in Darmstadt angehörte, hatte seine Arbeit Horten-Wettbewerbes seien noch einige Bemerkun- außer Konkurrenz eingereicht, die StadtBauPlan gen hinzugefügt: legal – doch beide ohne gegenseitige Kenntnis Herr Prof. Zlonicky, der Vorsitzende des Preis- ihrer Arbeiten. Das Malheur liegt nun darin, daß gerichtes, hat mit großem Interesse die Beiträge in beide von der Jury preiswürdig bekunden wurden. den „Lübeckischen Blättern“ gelesen und schreiht Ein weiteres Malheur entstand durch ungeschicktes in einem Brief u. a.: Verhalten städtischer Offizieller – bis zur Stunde „Bei seiner Einschätzung der Entfaltungsfreiheit ist die rechtliche Seite der Angelegenheit noch nicht der Architekten in der zweiten Wettbewerbsstufe seklärt. Die Stadt Lübeck konnte sich zu ciner geht Herr Hasse im Heft vom 5. März 1977 meiner großzügigen Geste, etwa der Erweiterung der Ansicht nach mit Recht davon aus, daß die Leit: Preisträgerzahl, bisher nicht entschließen. Ange- linien des Preisgerichtes nur mit einem reduzierten Öchts der Ergebnisse, die hier gezeigt werden, wäre Bauprogramm ausgefüllt und eingehalten werden €ine solche Lösung sicherlich zu begrüßen. können. Nicht erwähnt in seinem Beitrag ist jedoch, Das Interesse an der Aufgabe dieses Wett- daß wir in unserer Leitlinie 3 auch die Höhenent-. bewerbs war ungemein: Etwa 250 Teilnehmer hat- wicklung des Warenhauses begrenzt haben: Die ten sich vor dem Kolloquium gemeldet, 130 von Befürchtung eines ,riesigen Bauklotzes’ als SSchreck- ihnen forderten danach die Modellplatte an, 88 bild für die Lübecker und alle Besucher Lübecks’ Teilnehmer reichten ihre Arbeiten ein. 22 von die- kann damit wohl begrenzt, nicht aber völlig aus- sen, genau ein Viertel, werden auf den folgenden geschlossen werden. Dies ist jedoch ein Problem des Seiten mit den Fotos der Modelle dargestellt. Standorts und eine Aufgabe für die zweite Wett- Das Holstentor gilt als nationales Symbol. Daß bewerbsstufe.“ es nicht nur für den 350-:DM-Schein verwendet wird, Im übrigen hat die renommierte Zeitschrift „Bau- kann man in Jonas Geists Wagenbach-Taschenbuch welt“ in ihrer Ausgabe vom II. 2. 1977 ausführlich mit Genuß nachlesen; dort findet man auch Iesens- über den Wettbewerb am Holstentorplatz berichtet werte Einzelheiten über die bisherigen, so unzu- und etwa 22 der preisgekrönten bzw. nicht preis- länglichen wie vergeblichen Versuche, den ungestal- gekrönten Wettbewerbsergebnisse eingehend vor- ten Platz vor dem Tor als städtischen Erlebnis- gestellt. bereich zu formen. Aktuell wurde dieser vernach- CONCORDIA DOMI FORIS PAX lässigte Platz in dem Augenblick, als ein bekann- t. ; ter Kaufhauskonzern das Gelände zu bebauen Lübeck wünschte – das böse Wort vom ,Hortentor“ Wettbewerb Holstentorplatz machte die Runde. Immerhin ist es der Stadt, So heftig die Diskussion um die Kaufhaus-Bau- gleichviel ob mit oder ohne öffentliche Nachhilfe, pläne am NHaolstentorplatz in Lübeck zunächst gelungen, einen Wettbewerb auszuschreiben, in waren, so hoch die Wogen nach der Bekanntgabe dessen erster Stufe die Baumöglichkeit untersucht des Ergebnisses der ersten Wettbewerbsstufe gin- werden sollte, um in der zweiten ~ noch aus- gen, so gering schien das Interesse der Lübecker stehenden + Stufe cinen baubaren Plan zu ge- Bürger an der Ausstellung der Arbeiten zu sein. winnen. Auch das Presse-Echo war gering + die einzige Daß die Frage, die der ersten Stufe zugrunde in Lübeck erscheinende Tageszeitung schrieb am lag, positiv beantwortet wurde, stand außer Zwei- 20. Januar kritisch über das „Mäßige Interesse an fel. Wie sollte es sonst zu einer zweiten Stufe kom- der Holstentorplatz-Ausstellung“, und dann erst men? In der Empfehlung des Preisgerichts, die von erhöhte sich die Besucherzahl so, daß die Ausstel- den Vertretern der Hortengruppe mit – erwarte- lung um eine Woche verlängert wurde. ter ~ Erleichterung aufgenommen wurde, heißt es: Zunächst hat es Arger gegeben: Die im Laufe „Die Auswertung . . . hat ergeben, daß der Bau der Jahrhunderte auf die Formel CONCORDIA tines Warenhauses . . . zur Neuordnung der süd- DOMI FORIS PAX (,FEintracht zu Hause, drau- lichen Wallhalbinsel beiträgt und städtebaulich zu Ren Frieden“) reduzierte Inschrift an der Wehr- vertreten ist.“ Na also. Doch empfiehlt die listige seite des Holstentores konnte nicht verhindern, das Jury weiterhin, zu PrUtfen,.„|.! ... ; .in welchem Um- es bei der Preisverleihung im Holstentor-Café einen fang ein Reduzieren der Bruttogeschoßfläche des schrillen Mißklang gab. Zwei Arbeiten, die in die Warenhauses sowie der Stellplatzflächen nach An- Reihe der zehn (zur Beteiligung an der zweiten zahl und Art möglich ist . . :“ Man wird der Aus- Wettbewerbsstufe qualifizierten) preisgekrönten CE- schreibung der 2. Stufe, die wieder in den Hän- hörten. wurden wegen eines Formfehlers ausge. den der Hamburger Planungsgruppe Martin Kirch- schlossen; zwei weitere der engsten Wahl rückten ner liegen wird, mit Interesse entgegenschen. daher nach. Der Formfehler: Professor Max Diese Planungsgruppe, die auch an der Vorprü- Guther, der noch bis Ende 1976 der „StadtBauPlan fung beteiligt war, hat gute Arbeit geleistet 2- bes- VL
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