Full text: Lübeckische Blätter. 1977 (137)

LÜBECKISCHE BLATTER € s HERAUSGEGEBEN VON DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT § SCHRIFTLEITER: DR. PHIL. EBERHARD GROENEWOLD é LU B E CK, D EN 17. SE P TE MB E R 1977 EIN HUN D E RT SI EB E N U N DO REI SS 1 G STE R I HR GA N G . NU M MER 17 b V Das „„Dennoch’’-Fest Z lt Hier irrte Stadtpräsident Gaul. Er hatte in seiner Ansprache zur Eröffnung des Altstadtfestes am . Abend des 9. September vor dem Holstentor erklärt: Auf den Sinn des Festes wies Stadtpräsident 15 „Ich bin sicher, das Wetter wird und bleibt gut.“ Gerhard Gaul in seinen Eröffknungsworten vor dem f Die anschließende Freilichtaufführung von Brechts Holstentor hin. Wir zitieren im Folgenden einen In „Mutter Courage“ vor der Kulisse des Tores, über Abschnitt aus seiner Ansprache: die wir an anderer Stelle berichten, blieb zwar „Das Holstentor war der Beginn des Weges für noch vom Regen verschont, aber am Sonnabend und die, die nach Holstein zogen und in das deutsche Sonntag goß oder nieselte es nahezu pausenlos. Land hinaus und hinaus in die Welt, und es lag Erst am Sonntag nachmittag und abend gab es am Ende eines oft sehr langen Weges, auf dem man H ein paar „trockenere“ Stunden. Um so überraschen- nach Lübeck kam oder heimkehrte – ein Sinnbild der war es, daß die Lübecker, sowohl Mitwirkende vielleicht auch für den Anfang und das Ende un- und Aussteller wie Besucher, ihr lange geplantes seres eigenen Weges, den uns das Schicksal be- und vorbereitetes Altstadtfest nicht im Stich ließen. stimmt hat. Nach verschiedenen Schätzungen lagen an beiden Man habe Respekt vor diesem Baudenkmal. Es Tagen die Besucherzahlen noch über denen des zeigt uns wie alle Denkmäler den geschichtlichen Altstadtfestes vor zwei Jahren. Lebensinhalt unseres Volkes. Denn von den Denk- Wiederum zeigte sich, daß das Altstadtfest sehr mälern geht die Betrachtung aus. Zu ihnen kehrt viel mehr als nur ein in die Innenstadt verlegter sie zurück. Unsere historischen Städte sind Zeug- „Rummel“ ist. Neben einem Programm großer kul- nisse gebauter Geschichte. tureller Veranstaltungen erlebte man an beiden Ihre Erhaltung heißt nicht – wie ein be- Festtagen vielfältige Aktivitäten auf zahlreichen deutender Mann einmal gesagt hat – ,das Ver- Straßenbühnen mit Theatergruppen, Bands, Spiel- gangene zum Bilde erwecken, sondern das Gegen- mannszügen und Kinderchören. Wie überhaupt in wärtige als Gewordenes zu begreifen.. h:! ?? Me zw sie Yrsets e tit bertudsts. Lübeck ist eine der schönsten erhaltenen Städte. stellt hatte. Für uns Lübecker ist sie die Schönste. Eigentlich war dieses Altstadtfest so etwas wie Liubice‘, die Liebliche, wie die Ansiedlung eine Probe aufs Exempel. Das erste Fest im Jahre hieß, deren Nachfolgerin Lübeck ist. ' 1975 war im Grunde eine großartige Improvisation Wir haben uns zur Aufgabe gestellt, die schönen . gewesen, mit einem — von herrlichem Wetter be- alten und leider zum Teil schon recht schlecht g E- f sts: günstigten ~ Erfolg, der alle überraschte. Es hatte wordenen Häuser dieser Stadt vor dem Verfall zu ihr t. hohe Erwartungsmaßstäbe kür die diesjährige Wie- retten und sie zu erhalten und mit neuem Leben zu derholung gesetzt. Würden sie erfüllt werden kön- erfüllen. lalten. nen? Würde der Wettergott mitspielen? Er spielte Es- g . . : M I7 nicht mit. Und trotzdem gelang das Fest. Die Lü- h * zit zie vicle tie "srseso;tstiuen. . Yu: becker bewiesen, daß bei ihnen ein Altstadtfest cher hat sich schon ans Werk gemacht. v 1e! es ure 54 54 auch bei Regen nicht „ins Wasser fällt“. So kann noch geschehen. Vie Stadt und uch. lie lözte man annehmen, daß das zweite Lübecker Alltstadt- Stiftung unterstützen gerne dieses Bemühen. 97 77 fest nicht das letzte gewesen ist. Wir haben auch das diesjährige Altstadtfest der IN ]
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