Full text: Lübeckische Blätter. 1976 (136)

während die Stadtbibliotheken ihre Blütezeit längst der Hundestraße und das neue Magazin und heute hinter sich hatten. Doch sollte man die positiven hoffen wir zuversichtlich auf den baldigen Beginn Seiten nicht übersehen: Keineswegs alle Städte der des groken Neubaus. Die Benutzung nahm zu- Größenordnung Lübecks besaßen überhaupt eine nächst langsam, im 20. Jahrhundert mit dem Auf- zffentliche Bibliothek, und manche Bibliothek wurde kommen neuer, breiter Leserschichten, dem zu- weder durch Neuerwerbungen ergänzt noch über- nehmenden Bedürfnis nach Ausbildung, Fortbil- haupt benutzt. In der Stadtbibliothek wurden die dung, Information und der Verwissenschaftlichung Ergebnisse menschlichen Denkens und Forschens vieler Lebensbereiche immer schneller zu. Neben bewahrt und vermehrt, vor allem jene mit Bezug der Stadtbibliothek entwickelte sich die Offkent- auf Lübeck. Seit ihrer Gründung studierte und liche Bücherei. Während in den Jahren 1864 bis forschte man in ihr und empfing Anregungen für 1IS876 die durchschnittliche jährliche Benutzung 652 das Geistesleben der Stadt. So haben wir denn Bände ausmachte, wurden 1975 in der Stadtbiblio- Grund. allen, die die Bibliothek aufgebaut, sie er- thek ca. 143 000 Entleihungen und in der UVkffent- halten und fortgeführt haben, dankbar zu sein. lichen Bücherei fast eine Million registriert. Die Koppelung von Bibliotheksamt und dritter Prokes- Seitdem 1829 der neue Raum bezogen war, wan- gur am Katharineum wurde aufgegeben, 1903 die delten sich die Verhältnisse zunächst langsam, dann Rindung an die Schule gelöst. Nach dem Ende des immer schneller und hatten zunehmend vielfältige Ersten Weltkrieges übernahmen hauptamtliche Be- Anderungen zur Folge. Mit der steigenden Buch- rufsbibliothekare mit einem immer größeren Kreis produktion und ermöglicht durch die bald ein- von Mitarbeitern die Bibliothek. Mit den Verän- geführten regelmäßigen Etatmittel wuchs die Zahl derungen in Staat. Gesellschaft, Wirtschaft und der angeschafften Bücher: 1811 waren 19 390 Kulturleben haben auch die Bibliotheken in star- Bände. um 1900 ca. 100 000 Bände, 1975 über kem Maße Gesicht und Charakter verändert, so 100 000 Bände. Infolgedessen kamen weitere daß es heute schwerfällt, sich in das Denken und Räumlichkeiten hinzu: Vor hundert Jahren die Wirken von Bibliothekaren und Lesern vergan- südlich anschließenden Räume, 1926 das Haus an gener Jahrhunderte hineinzuversetzen. Gerhard Meyer Hergestellt mit Unterstützung des Senats der Hansestadt Lübeck ~ Amt für Kultur ~
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