Full text: Lübeckische Blätter. 1975 (135)

terner Liebhaber der Nanette zu erwähnen. Ma- rianne Schubart als Frau Smith, die so Very, ve ces IRIE british ist, beweist, daß sie dennoch wie ein EE] | M I M] f i\ UW f S TATTU G [& star der zwanziger Jahre steppen und singen kann. M iii.: Eine Yier-Mann-Combo, darunter zwei Pianisten w Ju p. badete gleichsam in den eingängigen Ohrwürmern, " eu dsu.277 . r die sie zu spielen hatte. Das Bühnenbild von Ernst. Ü z ] , Rufer bot mit viktorianischer Bibliothek und lusti- "MWu§ * ] Ü gem Urlaubsstrand den bunten Rahmen . t . 1 Wenn schon Opa wieder Mode ist, warum dann ö 3 nicht auch Opas Musical? Jüngere werden mögli- | . cherweise sagen: „Inr wart aber einfach zu amü- sieren.“ Die Älteren jedoch empfanden offenbar . einen Widerschein der sagenhaften Golden Twen- V ties. Jedenfalls läßt sich die beifallsfreudige Re- . aktion des Premierenpublikums so deuten. Gro. Musik ihm mehr lag. Bei aller technischen Per- § fektion vor allem bei kniffligen Flageolettfiguren | 1. Sinfoniekonzert N GC r E rshunsch ups z< s n [, Mit seinen Programmen macht Lübecks G: Dies betrifft vor allem die Rhythmik. Sie sollte aus . Matthias Kuntzsch es sich und seinem E§s S den Akzenten leben, die hier bisweilen stark nivel- nicht leicht. So stellte er im 4. Konzert Mahlers liert warden. - Sechster Sinfonie, die vom Dirigenten, dem Orchester Mit der Aufführung der Sechsten Sinfonie von ) und nicht zuletzt dem Hörer ein ungewöhnliches G. Manler stellte sich das Orchester eine Aufgabe, Maß an Konzentration und Einsatz verlangt, noch die für jeden einzelnen Orchestermusiker eine Her- das 1970 entstandene Violinkonzert von Jean Fran- ausforderung seiner ganzen Fähigkeiten bedeutete. s gais voran, das auf anderem Sektor das Orchester So konnte man zweifeln, ob sich der immense Auf- und seinen Dirigenten Vor ungewohnte Probleme wand überhaupt lohnt. Dieser Zweifel schwand so- stellte. Dies Konzert ist zwar den Jahren nach fort angesichts des Ernstes, mit dem die Aufgabe n „neueste“ Musik, „In seiner Faktur steht es aber angepackt wurde, und der Qualität der Wiedergabe, .. ganz in der Tradition der nachromantischen fran- die eine intensive Probenarbeit verriet. – Mahlers zösischen Musik. Es weist sich nur in der diffizilen Sinfonien sind in Töne gebrachte expressive Ber- Rhythmik als Werk neuerer Gestaltung aus, selbst Kenntnisse. Kuntzsch interpretierte die Sechste ganz hier aber kaum über den Strawinsky der „Geschichte aus dieser elementaren Haltung heraus. Er gestal- vom Soldaten“ hinausgehend. Durch die sich ständig tete die riesigen Spannungsbögen mit einem be- k ändernden ungeraden Taktarten entsteht ein Ein- wundernswerten Gespür für die Verklammerung der N druck, in dem das »„Kapriziös Unterhaltsame, tän- einzelnen Teile zu einer Gesamtaussage. Die Ge- zerisch Lockere dominiert“, wie es das Programm- fahr, in Einzelheiten zu zerfallen, wurde gebannt, | heft verspricht. Darin ist eine Auffassung von Musik indem Mahlers Klanglichkeit in seiner ganzen Ex- zu erkennen, die das Werk seinem Anspruch nach Pressivität ausgeführt und nicht durch falsche Zu- in die Reine bester Unterhaltungsmusik ansiedelt. rückhaltung „veredelt“ wurde. So erklang der Der spontane Beifall, den der dritte, zweifelsfrei trotzige Marsch des Kopksatzes recht gestamptt, gelungenste Satz im Vorkonzert erhielt, Zzeust dar gcSebenso wie die trivialen Elemente in den mittleren von, daß das Lübecker Orchester sich dieser Musik Sätzen nicht ironisiert, sondern voll ausgespielt in richtiger Weise angenommen hatte. Dennoch ber wurden. Auch der verzweifelte halbstündige Kampf wahrheitete sich auch an dieser Wiedergabe, das im Finalsatz Sewann seine Dichte in der Gestal- das Leichte, Spritzige für den Ausführenden beson- tung dadurch, daß die Expressivität vom harmonisch ders schwer ist. Schwächen im Präzisen Zusam- dluiälenden Anfang bis zur Wucht des Finales voll r ~1 §2° Moc Ute Hröctsigt 29r 1%. Me S 1 ) M L:; ren gerade hier, weil die Substanz dieser Kom- chen, die durch die Dauer und die hohen Anforde- position solche Mängel nicht trägt. rungen dieser Sinfonie verständlich waren, so muß Mochten es diese Unebenheiten bei der Auffüh- HWMan der Aufführung am Montag größte Aufmerk- rung sein oder eine wesensmälzige Unähnlichkeit Samkeit des Orchesters bis zum Ende hin bescheini- zwischen Werk und dem Interpreten oder auch Sen. Lediglich bei den Pianissimostellen reagierte L: Schwächen der Komposition selbst, die namentlich Ss nicht immer subtil genug aut die Anweisungen I. im zweiten Teil des langsamen Satzes dem Solisten des Dirigenten. ein nicht endendes akkordisches Spiel vorschrieb, Der Schlußapplaus zeigte den Respekt der Hörer auch der Solist des Konzertes, Detlev Grevesmühl, vor der ungewöhnlichen Leistung, die Kuntzsch und ! konnte nicht voll überzeugen. Seine Zugaben, in gein Orchester erbracht hatten. So konnte sich die beiden Aufführungen je ein Satz aus einer Solo- Erschöpfung in einen Triumph über die immensen sonate Bachs, machten deutlich, daß diese Art von Widerstände verwandeln. Arndt Voß ! exclusive , : datenvets5 /Z Za
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