Full text: Lübeckische Blätter. 1975 (135)

Operette. Auch im sonstigen Rahmen sei die Oper Die Pressekonferenz machte deutlich, daß es zum im Durchschnitt nicht über 50 Prozent Platzausnutr mindesten dem Kultussenator darum geht, die zung gekommen. Städtischen Bühnen Lübeck mit einem breiten An- Kultussenator Hilpert erklärte, daß er auf einer gebot aller bisherigen Sparten zu erhalten. Sie zeigte Betriebsversammlung mit dem Orchester erklärt aber auch, dals weder Senator noch Intendanz ernst- habe, daß das Theater auch ohne das Orchester wei- haft zu einem Gespräch mit den Besucherorgani- ter existieren könne, das Orchester aber nicht ohne Sationen zu cinem Zeitpunkt, zu dem auf den Spiel- Theater. Es gehe darum, für die Erhaltung des plan noch eingewirkt werden kann, interessiert sind. Theaters als Ganzes Sgrse. zu tragen, und das richte Wenn auch zugegebenermaßen die Besucherorgani- sich danach, wie die Kosten getragen werden könn- sationen mit den abgenommenen Märchenvorstel- ten uüd zs der Markt hergebe. Er glaube an ein lungen jeweils an der Spitze stehen, so ist doch Fortbestehen der Oper, denn die Oper werde nach nicht zu verkennen, daß gerade das Opernengage- der Überwindung U k Durststrecke eine Renais- ment der Volksbühne und des Theaterrings unserer sance in Deutschland erleben. Gesellschaft groß ist. Niemand der in der Stadt Verantwortlichen wolle Deutlich wurde, daß es offensichtlich der Leitung das Orchester absondern, eine allgemeine Überprü- des Hauses nicht gelungen ist, ihre Grundsatzvor- fung aller frei werdenden Stellen sei jedoch selbst- stellungen zum Spielplan, die weitestgehend durch verständlich. Da eine Überprüfung der Kapazität die Probleme der Technik bedingt sind, allen Mit- des Orchesters ergeben habe, daß noch beträchtliche arbeitern des Hauses zu vermitteln. Insbesondere Dienste zu leisten seien, habe man sich entschlossen, dem Generalmusikdirektor käme hier eine beson- în Februar mit dem Uckester und dem Soloperso- dere Bedeutung zu, er erklärte dazu auf dieser nal die Oper „Rheingold“ konzertant aufzuführen. Pressekonferenz praktisch nichts. Es sei aber nicht möglich, Dekorationen oder Masken Die vorliegenden Zahlen über den Erökknungs- hierfür herzustellen. Gedacht sei an fünf Aufführun- monat dieser Spielzeit zeigen, daß die Theaterlei- gen. tung mit dem Musical den Publikumsgeschmack Nach mehr als einstündigem Monolog beantworter- getroffen hat. Auch sind sicherlich die volkstümlichen ten Hilpert, Vibach und Kuntzsch Fragen. Die Frage Konzerte und der Arienabend eine brauchbare Er- danach, ob die Besucherorganisationen rechtzeitig gänzung gewesen. bei der Aufstellung des Spielplans angehört wor- Jedem Betrachter mußte auffallen, wie auffallend den seien, beantworteten Hilpert und Vibach aus- gzyrückhaltend sich der Generalmusikdirektor in all weichend. Zu den Versammlungen der Interessen- diesen Fragen verhalten hat. Er war weder durch gemeinschaft Lübecker Oper seien weder der Senator Fragen noch durch Diskussion zu Aussagen zu be- noch der Generalintendant und der Generalmusike yegen. direktor eingeladen gewesen: ; Die Interessengemeinschaft Lübecker Oper er- Auk ausdrückliche Fragen erklärte der General g;cheint nach wie vor nicht überflüssig, denn man musikdirektor, daß er davon Kenntnis gehabt habe, kann sehr wohl der Auffassung sein, daß der daß der Orchestervorstand eine Initiative in der Kampf für den verstärkten Erhalt einer Sparte des Uffentlichkeit zugunsten der Oper plane. Theaters auch ein Kampf für das Theater als Gan- ZES Ist. hjw Jan Adams Reinken und Johann Sebastian Bach von Jürgen Schwalm In der Musikgeschichte spielen die großen Lü- „Mensch die Zeit wird nun bald kommen becker Organisten der Barockzeit, Franz Tunder das du Ruhen wirst in's Grab (161401667) und Dietrich Buxtehude (1637-1707), ih Dirs Leben wirdt. genommen eine entscheidende Rolle; sie lebten, wirkten und § t s j starben in unserer Stadt. Der Musikfreund, der Dien dem der dirs Leben Gab. sich mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs be- Die Jahreszahl 1710 bezieht sich nicht auf den schäftigt, wird bei einem Rundgang durch die Tod Jan Adams Reinkens, sondern auf das Jahr Lübecker Katharinenkirche auf einem Grabstein des Ankaufs des Erbbegräbnisses. Reinken starb einen Namen entziffern, den er hier nicht erwartet erst, fast hundert Jahre alt, am 24. November hat, weil der auf der Grabplatte zitierte Orgeln 1722 in Hamburg. Die Motive, die Reinken dazu virtuose niemals in Lübeck gelebt hat: Jan Adams brachten, den Wunsch zu haben, in Lübeck und Reinken. Der Stein ist ganz schlicht: Außer Namen nicht in Hamburg begraben zu werden, sind ver- und Jahreszahl (1710) zeigt er keine weiteren schollen. Johann Mattheson (168101764) konnte Daten und Angaben über den dort Bestatteten; es in seiner „Grundlage einer Ehrenpforte“ (Ham- sind nur noch folgende rührend unbeholkene Zeir burg 1740) nicht ohne leichte Verwunderung nur len zu lesen: noch einmal feststellee. das es so geschah: I ZI
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.