Full text: Lübeckische Blätter. 1975 (135)

in der Liebe zu den schönen Künsten, zur Literatur und Musik, durchaus seine „Vorbelastung“. R f ß Gustav Falkes Großvater wohnte in Ratzeburg; q: h E . ' seine Vornamen sind in den Falke-Artikeln der „Neuen Deutschen Biographie“ falsch wiedergege- hen. Im Festbuch Ratzeburg (1962) schreiht Wil- helm Prillwitz (S. 119) richtig: Johann Friedrich Christoph Falke. Auf meine Anfrage hin war Herr Prillwitz so freundlich, mir einige Ergebnisse seiner Recherchen über diesen Großyater Gustav Falkes mitzuteilen, worüber ich außerordentlich dankbar bin. Demnach wurde Johann Friedrich Christoph Falke am 21. 3. 1765 zu Blumenau bei Celle ge- boren. Seit 1800 ist er in Ratzeburg nachweisbar; Falke in seiner autobiographischen Skizze „Im er wird am 24. 8. 1809 mit der Berufsbezeich- spiegel“ schrieb, „aus der Stormgegend, bei nung Brauer Bürger in Ratzeburg (Eintragung im Husum her“. Die Mutter spielte gut Klavier; Gustav Fürgethuch). 16.10 var er Lieferant und (für we | Falke ethie! iht m uiscIükct Falcett tm late nige Jahre) Pächter eines Brauerhauses. Später milie der Mutter gehörte die alte musikalische Groß- (1821) stellte Christoph Falke auch die Postpferde tante Fräulein Elise Hoyer, die Gustav Falke und (siehe Festbuch Ratzeburg 8. 95), weswegen ihn seinen Geschwistern in Lübeck Musikunterricht Lr Gustav Falke als Posthalter tituliert (ebenso die teilte und mit Stolz erzählte, „daß Franz Liszt „Neue Deutsche Biographie“). Christoph Falke war einmal Tee bei ihr getrunken hatte! zweimal verheiratet: in erster Ehe mit Anna Catha- Johann Friedrich Christian Falke, Gustavs Vater, rina Röger aus Harburg und in zweiter Ehe mit hatte cin Lager von deutschen und englischen Maria Catharina Watermeyer aus Hamburg. Er [VM amitacturwazien en gros & en detail“ in der starb am 23. 5. 1852 in Ratzcburg. Breiten Straße, Ecke der Hüxstraßc, 948 (neue Zäh- Von den elf Kindern Christoph Falkes wurden lung: 87; jetzt befindet sich dort die Dresdner zwei Söhne berühmt: Jacob Friedrich Ludwig Ritter Bank). Christian Falke wohnte Breite Straße 948 von. Falke (18251897 ; 1874 geadelt) und Johann (neue Zählung 91; jetzt Geschäftshaus Pagels). In Friedrich Gottlieb Falke (18231876). diesem Hause ist Gustav Falke am II. 1. 1853 ge- Der Kunsthistoriker Jacob von Falke wurde 1885 boren. Gustav Falke hatte später an dieses Haus Direktor des Museums für Kunst und Industrie in anscheinend keine Erinnerung mehr, denn es wird Wien; er begründete scinen Ruf mit dem Werk jn den Autobiographien nicht erwähnt. Im ersten „Die deutsche Trachten- und Modenwelt“ (1858) Kindesalter Gustav Falkes zog die Familie Falke und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten über Kunst, kin die Breite Straße, Ecke der Fleischhaverstrake, Kunstgeschichte und Kunstgewerbe. Jacob von Fal- 936 (neue Zählung: Breite Straße 71; jetzt Adler- kes Sohn, Otto von Falke (186221942), wurde Apotheke). In diesem Hause betrieb die Mutter ebenfalls Kunsthistoriker und war Direktor des nach dem frühen Tode des Vaters (Gustav Falke: Kunstgewerbemuseums in Köln, später in gleicher „Ich erinnere mich seiner kaum.“) mit einem Ge- Eigenschaft in Berlin und in den Jahren 1920 bis| [;chäft;fühtrar dc. Manufakturwarenhandel weiter. 1927 Generaldirektor der Berliner Museen. - In der Breiten Straße 956 verlebte Gustav Falke, Jacob von Falke gab mit seinem Bruder, dem his er im Jahre 1868 nach Hamburg in den Buch- Historiker Johann Friedrich Gottlieh Falke, eine handel ging, mit seinen Geschwistern nach eigenem seinerzeit vielbeachtete „Zeitschrift für deutsche Zeugnis glückliche Jugendjahre, obgleich eine zweite Kulturgeschichte“ heraus, von der in den Jahren Ehe der Mutter einen äußerst tragischen Verlauf 1855 bis 1859 vier Bände erscheinen konnten. nahm und auch den äußeren Lebensweg der Kin- Gustav Falkes Vater, Johann Friedrich Christian der zeitweise unglücklich beeinflußte. Über seine Falke (geb. 1817), wurde „Manufakturist“. Gustav Lübecker Zeit berichtet Gustav Falke liebevoll- Falkes Mutter, Elisabeth Franziska Falke, geb. detailliert in seinem Lebensroman „Die Stadt mit Hoyer, ist 1828 als Tochter des Landwirts Gustav (1) den goldenen Türmen“, auf desscn immer noch ]oachim Hoyer geboren; sie stammte. wie Gustav lohnende Lektüre hier verwiesen sei. exclusive tgmennoden / . ' p 3. 1 K 2
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